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Vernissage im Glasmuseum: Erst das Licht lässt die Objekte erwachen

Vernissage im Glasmuseum : Erst das Licht lässt die Objekte erwachen

"Drei Sprachen: Glas - Le verre en trois langues - Trzy jezyki: szk?o", so lautet der Titel der aktuellen Ausstellung im Glasmuseum Himmeroder Hof. Drei Glaskünstler aus Deutschland, Frankreich und Polen, Georg Linden, Gerald Vatrin und Stanislaw Borowski, zeigen ihre Objekte in dieser Gemeinschaftsausstellung innerhalb des interkulturellen Kooperationsprojekts "Kulturdreieck - Rheinland, Frankreich, Polen".

Das Projekt haben die Kulturämter der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises gemeinsam mit zahlreichen Partnern im Jahr des 50-jährigen Bestehens des deutsch-französischen Freundschaftsvertrages entwickelt, wie Rainer Land vom Kulturamt des Kreises erläuterte. Seit April gab es zahlreiche Veranstaltungen wie Konzerte, Ausstellungen und Vorlesungen. Die Reihe endet im November.

"Es sind drei Künstler, die die Vision Glas in drei Sprachen tatsächlich verkörpern", sagte Rheinbachs Bürgermeister Stefan Raetz bei der Vernissage am Freitagabend. Museumsleiterin Ruth Fabritius bezeichnete die drei Künstler als Bildhauer, die nicht mit Bronze oder Marmor arbeiten, sondern mit Glas und auch mit Licht, denn erst das Licht lasse ihre Objekte erwachen. Alle drei Künstler versuchten, an Grenzen zu gehen, so die Museumsleiterin weiter, und mit ihren Arbeiten die künstlerische Messlatte immer höher zu legen.

Von Stanislaw Borowski senior, der mit seinen ebenfalls als Glaskünstler bekannten Söhnen Pawel und Stanislaw Jan inzwischen in europäischen, nordamerikanischen und fernöstlichen Galerien, Ausstellungen und Sammlungen vertreten ist, sind unter anderem "Medusa in Red" in Überfanggravur und "Chess Head" in Überfanggravur und Graaltechnik zu sehen. Borowski vereinigt überdies alle drei Länder in seiner Person: In Frankreich geboren, in Polen als Glaskünstler begonnen, nach Deutschland geflüchtet, war er etliche Jahre in Rheinbach und Hennef künstlerisch tätig und hat seit mehr als 20 Jahren auch wieder ein Studio in Bunzlau/Polen.

Gérald Vatrin, geboren in Nancy, der französischen Partnerstadt von Bonn, arbeitet auch als Maler und Bildhauer, hat aber Glas zu seinem künstlerischen Schwerpunkt gemacht. Seine Arbeiten zeigen den vielfältigen Einfluss durch andere Kulturen. Den afrikanischen Einfluss - er lebte mit seiner Familie auch zehn Jahre in Mali - zeigen etwa "Blèma Kili" aus granatrotem Glas, mundgeblasen und weiß emailliert, mit einem Amulett eines geflochtenen Lederarmbandes mit Glas- und Tonperlen sowie Stachelschweinstacheln.

Georg Linden ist seit 1993 Fachlehrer an der Rheinbacher Glasfachschule. Er suche in seinen Arbeiten immer wieder das "Gespräch zwischen den unterschiedlichen Materialien", so Museumsleiterin Fabritius. Stahl, Drahtseil oder Stein seien so konsequenterweise nicht nur Aufhängung oder Stütze der Glaselemente, vielmehr seien sie unabdingbarer Teil der jeweiligen Installation. Von Georg Linden zu sehen sind unter anderem seine "Edition Boote" und "Oceanus" in Sandgusstechnik.

Musikalisch gestaltete das "Amati Duo" mit Martina Kölle (Gitarre) und Ingmar Meissner (Violine) die Vernissage mit je einem Stück aus den drei Ländern.

Info: Die Ausstellung "Drei Sprachen: Glas - Le verre en trois langues - Trzy jezyki: szk?o" im Glasmuseum, Himmeroder Wall 6, ist bis Sonntag, 24. November, zu sehen.