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Amerikanische Gäste: Farmer informieren sich beim Obsthof Schmitz-Hübsch und dem Sängerhof

Amerikanische Gäste : Farmer informieren sich beim Obsthof Schmitz-Hübsch und dem Sängerhof

"Oh, it's good!", waren sich die vier amerikanischen Gäste einig, als sie den Apfelsaft probierten. Sie besuchten am Dienstag den Betrieb des Bornheimer Obstbauern Otto Schmitz-Hübsch in Merten und den Gartenbau- und Baumschulbetrieb Sängerhof in Meckenheim.

Sie reisen eine Woche durch Europa als so genannte McCloy Fellows, als Stipendiaten eines Austauschprogramms des Amerikanischen Rats für Deutschland (American Council on Germany), das die deutsch-amerikanische Verständigung durch die Begegnung von Fachleuten beider Länder fördern soll.

Auf den Plantagen des Obstbauern Schmitz-Hübsch hatten sie Gelegenheit, den Arbeitern bei der Ernte zuzuschauen. "Unser größter Feind sind die Mäuse", erklärte Ursula Behr, die für Schmitz-Hübsch die Führungen übernahm, den amerikanischen Farmern. Die Apfelwurzeln sind recht klein und für die Mäuse leicht zu erreichen.

Besonders interessiert waren die Landwirte aus den Vereinigten Staaten an den Hagelschutzmaßnahmen. Für den Apfelbauern Schmitz-Hübsch, der seine Äpfel komplett vermarktet, seien die Maßnahmen absolut notwendig, da Unwetter hier sehr lokal seien und die Apfel-Plantagen alle sehr nah beieinander liegen, so Behr.

Und der Betrieb sei auf die Ernte angewiesen. Ein Ausfall einer Ernte würde das sofortige Aus bedeuten. Anschließend erklärte Behr den Gästen im Apfel-Museum des Obsthofs die Geschichte des Obstanbaus im Vorgebirge. "Very german", war der anerkennende Kommentar der US-Farmer zu der sehr aufgeräumten Werkstatt. Auch für die fünf Traktoren und die kombinierten Anhänger, die gleichzeitig Sprühen und den Rasen mähen, interessierten sich die amerikanischen Gäste.

"Wir haben zwei dieser kombinierten Anhänger, um alle Plantagen an einem Tag zu bearbeiten", erklärte Behr. Denn zum Sprühen sind besondere Wetterbedingungen notwendig, die nicht oft gegeben sind. Ackerbauer Robert Blair war vor allem an der Technik interessiert. Er baut vor allem Getreide und Linsen an, ist aber daneben ein Tüftler, der schon mehrere Erfindungen vorgelegt hat, erklärte Stefan Metzdorf von der Schorlemer-Stiftung des Deutschen Bauernverbands, der die Delegation führte.

Dann sahen die Gäste noch die Pressmaschine, die Abfüllanlage für den Apfelsaft, das computergesteuerte Lager sowie den Laden des Bauers, wo er seine Äpfel direkt an den Kunden verkauft. Das fanden Paul Schwennisen und Garrick Hall spannend. Denn Schwennisen betreibt eine Rindermast mit eigener Schlachterei und verkauft das hochwertige Fleisch ebenfalls direkt am Hof. Hall ist zurzeit noch Milchbauer, will aber den Großteil seiner Kühe verkaufen und eine kleine Käserei, ebenfalls mit Direktvertrieb aufbauen. Außerdem arbeitet Hall für die Farmer-Organisation des Bundesstaats Utah.

Mit auf der Europatour ist auch Raquel Landry, Feldberaterin für die Landwirtschaftsorganisation in Louisiana. Der größte Unterschied zwischen der deutschen und amerikanischen Landwirtschaft sei die Größenordnung, sagte sie. Die Felder und Plantagen in den USA seien sehr viel größer als in Deutschland und Europa. Die Probleme dagegen seien ähnlich.