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Kommentar zum Wohnungsbau: Finger in die Wunde gelegt

Kommentar zum Wohnungsbau : Finger in die Wunde gelegt

Eine bezahlbare Heimstätte zu finden, ist ein brennendes Thema, welches viele Generationen und Schichten betrifft, ausgenommen diejenigen, die es sich leisten können, auch Höchstpreise zu zahlen.

Es ist ein starkes Signal gegenüber der Politik, wenn die Evangelische Kirche im Linksrheinischen das wichtige Thema Wohnungsnot zum Leitgedanken ihrer jüngsten Diakonischen Konferenz macht. Eine bezahlbare Heimstätte zu finden, ist ein brennendes Thema, welches viele Generationen und Schichten betrifft, ausgenommen diejenigen, die es sich leisten können, auch Höchstpreise zu zahlen.

Natürlich wollen Investoren lieber die betuchten Zielgruppen in ihre Quartiere locken – beispielsweise die sogenannten „Best Ager“, die ihr sorgsam gepflegtes Häuschen veräußern, nachdem die Kinder das familiäre Nest verlassen haben. Nicht zuletzt deswegen sind komfortable, barrierefreie Eigentumswohnung in Zentrumslage derzeit so begehrt, und dies wiederum macht es denjenigen mit kleinerem Geldbeutel so schwer, eine bezahlbare Wohnung zu finden.

Sehr begrüßenswert ist darum, dass die Kirche nunmehr den Finger in die Wunde legt und in dieser wichtigen, zu lange ignorierten gesellschaftlichen Frage Stellung bezieht. Berechtigt ist die Forderung der Diakonischen Konferenz, dass die Schaffung von Wohnraum in den Kommunen eine Frage ist, die im Wortsinne über Kommunalgrenzen hinausgeht. Hier müssen sich die Kommunen noch stärker als Teil einer (Boom-)Region begreifen und gemeinsam nach Investoren suchen: In Zeiten der dauerhaften Niedrig- und Minuszinsen können nämlich auch Wohnprojekte für sogenannte preisgebundene Wohnungen für Geldgeber ein durchaus lukratives Geschäft sein.