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Containerunterkunft in Rheinbach: Flüchtlinge ziehen aus den drei Mehrzweckhallen aus

Containerunterkunft in Rheinbach : Flüchtlinge ziehen aus den drei Mehrzweckhallen aus

Rheinbacher Asylsuchende verlassen ihre provisorischen Unterkünfte und beziehen die Containerunterkunft am Rheinbacher Schornbuschweg. Auch die Bauarbeiten an der Keramikerstraße mit 24 kleinen Wohnungen beginnen.

Umziehen heißt es seit wenigen Tagen für die Rheinbacher Flüchtlinge: Sie verlassen derzeit ihre provisorischen Unterkünfte in den drei Mehrzweckhallen von Ramershoven, Hilberath und Queckenberg und richten sich in den Containerbehausungen am Schornbuschweg ein. Heißt: In den von vielen Rheinbacher Vereinen genutzten Hallen kann mit dem Rückbau und der Sanierung der provisorischen Unterkünfte begonnen werden, wie Bürgermeister Stefan Raetz während der jüngsten Sitzung des Rheinbacher Rates berichtete.

Wann genau jedoch die drei Hallen wieder von den Vereinen genutzt werden können, lasse sich nur schwer abschätzen, sagte der Verwaltungschef. Es laufe noch die Bestandsaufnahme, was nach dem Auszug noch an Arbeiten zu tun ist. „Klar ist, die Ortschaften brauchen sie für das Vereinsleben.“ Noch in diesem Monat sollen außerdem die Arbeiten für den Neubau der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft (GWG) an der Keramikerstraße beginnen. Der geförderte Wohnungsbau dient mit 24 kleinen Wohnungen von 54 Quadratmeter Größe zunächst der Unterbringung von Flüchtlingen. „Die sind so gebaut, dass sie auch für Studierende nutzbar sind.“

Raetz räumte ein, dass die Nachricht über den Auszug aus den Ortschaften bei den Asylsuchenden alles andere als positiv aufgenommen wurde. „Die Begeisterung hat sich zunächst in Grenzen gehalten“. Dies änderte sich allerdings, als die Flüchtlinge die Zimmer in den Containerbehausungen in Augenschein nehmen konnten. Und: Als „seltsam“ werde von den Bewohnern nur der Zaun rund um das sechs Millionen Euro teure Provisorium angesehen. „Doch der dient dem Schutz der Flüchtlinge“, unterstrich Raetz.

512 Flüchtlingen bietet die Kommune aktuell Obdach. Nach wie vor halte die Stadt am Konzept der dezentralen Unterbringung fest: Insgesamt betreue das Fachgebiet Soziale Leistungen derzeit 49 kleinere und größere Unterkünfte im gesamten Stadtgebiet. In der vergangenen Woche sind die Rheinbacher Flüchtlinge, welche noch keinen Asylantrag gestellt haben, zur Abgabe des Antrages und zur Anhörung in die Bonner Ermelkeilkaserne gebracht worden, der Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf).

„Der erste Tag ist wider Erwarten gut gelaufen“, meinte der Bürgermeister mit Blick auf jüngste Berichte, dass viele Flüchtlinge die Bamf-Außenstelle wieder unverrichteter Dinge wieder verlassen mussten (der GA berichtete). Da der zweite Tag von einem Computervirus in der Behörde überschattet worden sei, soll es nun bis zum 10. Oktober Folgetermine geben. Gleichzeitig dankte Raetz den Flüchtlingshelfern für die ehrenamtliche Unterstützung – insbesondere bei der Abgabe der Asylanträge. „Da war sehr viel Nacharbeit vonnöten.“