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Freie evangelische Gemeinde Rheinbach besteht seit 25 Jahren

Freie evangelische Gemeinde : "Ein starkes Wir-Gefühl"und gelebte Ökumene

Die Freie evangelische Gemeinde Rheinbach feiert am Sonntag ihr 25-jähriges Bestehen. Aus einem Ableger der Bonner Gemeinde wurde ein eigenständiges Gebilde.

Wer heute das imposante moderne Gemeindezentrum an der Von-Wrangell-Straße sieht, kann sich die Anfänge der Freien evangelischen Gemeinde (FeG) Rheinbach kaum mehr vorstellen. Denn sie liegen in einem Offenen Bibelgesprächskreis, gegründet 1990 von nur drei Ehepaaren: Irina und Siegfried Pollnau, Irmi und Andreas Bergen und Irina und Alex Littau.

Sie trafen sich in den Räumen einer Rheinbacher Fahrschule. Aus diesem Offenen Bibelgesprächskreis aber entwickelte sich bald der Wunsch, eine Freikirche zu gründen. Nach intensiver Beschäftigung mit unterschiedlichen Gemeindemodellen und freikirchlichen Bündnissen, so hält es die Chronik fest, fiel im April 1994 die Entscheidung, sich dem Bund Freier evangelischer Gemeinden (BFeG) als Tochter der FeG Bonn anzuschließen.

16 Gründungsmitglieder

Und so wurde die FeG Rheinbach am 3. März 1996 mit nur 16 Gründungsmitgliedern in einem Festgottesdienst mit rund 200 Gästen in der Aula der damaligen Hauptschule Dederichsgraben als Tochtergemeinde der FeG Bonn ins Leben gerufen. Wenige Wochen später wurde Andreas Hildebrandt als erster Pastor der FeG Rheinbach eingeführt.

Aus den 16 Gründungsmitgliedern sind 25 Jahre später rund 170 Gemeindemitglieder geworden, hinzukommen zudem rund 100 Kinder und Jugendliche sowie ein großer Freundeskreis, wie Klaus Haubold (35), Pastor seit 2014, heute stolz und zufrieden feststellt. Sein 29-jähriger Pastoren-Kollegen Denis Weins, schwerpunktmäßig für die Junge Gemeinde zuständig, sieht dafür gute Gründe: „Wir haben ein starkes Wir-Gefühl und eine tolle Gemeinschaft. Wir verbringen gerne Zeit miteinander, selbst wenn dies derzeit weitestgehend nur online möglich ist.“

Neues Gemeindezentrum

Nicht weniger stolz ist die gesamte Gemeinde, was sie ohne die Finanzierung aus Kirchensteuermittel, sondern nur mit Spenden und „Anzapfen von Fördermitteln“ auf die Beine gestellt hat. Nachdem die Gottesdienste mangels eigener Räumlichkeiten anfangs im Tribünengebäude des Freizeitparkstadions, dann im Medienraum der Hauptschule, in der Kapelle der Tomburg-Kaserne oder auch Open Air im Theaterrund des Freizeitparks gefeiert wurden, wurde im Jahr 2000 für 510000 Mark das Grundstück „Auf der Suse“ gekauft.

Das renovierte und erweiterte Bestandsgebäude aber war schnell wieder zu klein, denn die Gemeinde wuchs und wuchs. Am 1. Juli 2005 wurde mit dem Bau des neuen Gemeindezentrums begonnen, 1,1 Millionen Euro kamen durch Spenden zusammen. „Das war ein mutiger Schritt mit damals weniger als 80 Mitgliedern“, sagt Pastor Haubold. Aber zum Glauben gehöre auch das freiwillige Geben. „Dass das klappt, hat ganz sicher auch etwas mit Verbundenheit zu tun, und mit der Freigebigkeit der Mitglieder und Freunde.“

Unterschiedliche Glaubenstraditionen

Was in den Anfängen galt, gilt bis heute: Man kann Mitglied der FeG sein, muss es aber nicht. „Man kann ein Freund der Gemeinde sein, mit uns leben und sich einbringen, ohne Mitglied zu sein“, so der Pastor. „Das ist bei uns gelebte Philosophie.“ So sind in der FeG Rheinbach Menschen aus ganz unterschiedlichen Glaubenstraditionen zusammengekommen: aus der freikirchlichen Tradition ebenso wie ehemalige Katholiken oder ehemalige Protestanten. „In unserer Gemeinde ist gelebte Ökumene, wo man all das leben, teilen und vertreten kann“, sagt Pastor Haubold.

Mit allen Unterschieden und Reibungen, die das auch mit sich bringe. Das oberste Entscheidungsgremium bildet die Gemeindeversammlung. Gemeinsam mit den Ehrenamtlichen Frank Rohlwing, Eberhard Munzert und Frank Lenz bilden die beiden Pastöre die Gemeindeleitung, die die geistliche Ausrichtung in den Blick nimmt, und Hand in Hand arbeitet mit den Diakonaten. Diese sind wiederum zuständig für die verschiedenen Aufgabenbereiche wie Öffentlichkeitsarbeit, Gemeindezentrum, Gottesdienste, Junge Gemeinde oder Erwachsene. 

Mit einem Hybrid-Gottesdienst am Sonntag, 7. März, 10 Uhr, feiert die FeG Rheinbach ihr 25-jähriges Bestehen. 60 angemeldete Personen nehmen in Präsenz teil, darunter der Präses des Bundes freier evangelischer Gemeinden in Deutschland und Bürgermeister Ludger Banken. Grußworte der Pfarrer der Katholischen und Evangelischen Gemeinde Rheinbachs und Alt-Bürgermeister Stefan Raetz werden in Video-Botschaften zugeschaltet. Der Jubiläumsgottesdienst wird live übertragen über Youtube und die Zoom-Plattform der FeG. https://www.feg-rheinbach.de/angebote-gruppen/onlinekirche.