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Gesamtschule Rheinbach: Erster Oberstufen-Jahrgang startet nach Sommerferien

Nach den Sommerferien : Rheinbacher Gesamtschule bekommt ersten Oberstufen-Jahrgang

In den Sommerferien werden an der Gesamtschule in Rheinbach nicht die Hände in den Schoß gelegt. Schulleitung und Koordinatoren bereiten sich auf den 12. August vor: Dann startet die gymnasiale Oberstufe.

Von Ruhe kann in den kommenden Wochen an der Gesamtschule Rheinbach kaum die Rede sein. Nach der unterrichtsfreien Zeit schlägt die vor sechs Jahren gegründete Schule ein neues Kapitel auf: Am 12. August starte die Oberstufe. Emsig gearbeitet wird während der Ferien für die Premiere, damit die Oberstufenschüler ein eigenes Lernzentrum bekommen.

Die Corona-Pandemie und ihre Begleitumstände haben die Vorbereitung für den nächsten Organisationsschritt der Schule mit zwei Standorten an der Villeneuver Straße und am Dederichsgraben nicht maßgeblich behindert. Die Vorbereitungen zur Etablierung einer Sekundarstufe II laufen seit mehr als zwei Jahren. Ein Arbeitskreis aus jungen und erfahrenen Lehrern begann 2018 damit, Anregungen und Vorstellungen zu sammeln, die dann mit Oberstufenkoordinatorin Sigrid Schmoch in Kleingruppen in konkrete Gestaltungen umgewandelt wurden.

„Wichtig ist uns, dass wir unser pädagogisches Konzept mit der besonders engen Bindung zwischen Eltern, Lehrern und Schülern auch in der Sekundarstufe II fortsetzen“, sagt Schmoch, die nach den Ferien Abteilungsleiterin Oberstufe und somit Teil des Leitungsteams wird. Geplant ist ein Betreuungssystem, wonach die Schüler in Tutorengruppen begleitet werden, die fachliche Beratung durch die Jahrgangskoordinatoren erfolgt und schließlich ein Abteilungsleiter den Überblick über das Gesamtkonzept hat. Viel Wert wird darauf gelegt, die Schüler bei der individuellen Gestaltung ihrer Schullaufbahn zu begleiten. Trotz dieser Individualität besteht kein Unterschied in den Oberstufen von Gymnasien und Gesamtschulen, versichert Schulleiterin Elke Dietrich-Rein. „Der Standard ist identisch. Die von der Landesregierung vorgeschriebenen Lehrpläne sind für alle gleichermaßen gültig.“

Gesamtschule kratzt an der 1000er-Marke

Mit Stolz in der Stimme berichtet Dietrich-Rein, dass von den 156 Absolventen des ersten Abschlussjahrgangs 77 Jugendliche – und damit fast die Hälfte der Zehntklässler – die Qualifikation für die gymnasiale Oberstufe geschafft haben (siehe „Zeugnisse“). 67 von ihnen starten nach den Ferien in drei Klassen als erste Oberstufenschüler. „Dass sich so viele entschieden haben, bei uns zu bleiben, freut uns sehr“, sagt Schmoch.

Vorbereitungen für die Oberstufe bespricht Schulleiterin Elke Dietrich-Rein (links) mit Kollegin und Koordinatorin Sigrid Schmoch. Foto: Axel Vogel/AXEL VOGEL

Die Suche nach Räumen für die jungen Leute, die sich auf das Abi­tur vorbereiten, ist so gut wie abgeschlossen. Die Gesamtschule, die laut Dietrich-Rein derzeit „knapp an der 1000-Schüler-Marke kratzt“, bleibt dauerhaft auf die zwei Standorte aufgeteilt. Am Dederichsgraben nahm die Schule 2014 ihren Anfang. „Jetzt kommen dort alle Jahrgänge ab der 9. Klasse unter“, berichtet die Schulleiterin. „Das wird sich hier langsam füllen.“ Überall in beiden Dependancen haben man geschaut, um ungenutzte Flächen ausfindig zu machen. Was die Anmeldezahlen angeht, ist die Suche nach Räumen nicht einfach.

Schon fertig ist der neue naturwissenschaftliche Trakt am Dederichsgraben. „Es wird dort aber weiter angebaut werden müssen“, sagt Dietrich-Rein. An der Villeneuver Straße laufen Erweiterungsarbeiten, zur schnellen Deckung des Raumbedarfs stehen dort auch Container zur Verfügung.

Willkommenstage für die Oberstufe am Dederichsgraben

Zum Start gibt es für die Oberstufe „Willkommenstage“. „Wir geben eine Einführung in die methodische Arbeit in der Oberstufe, und die Schüler sollen sich besser kennenlernen“, so die Schulleiterin. Als eine Art Eingewöhnung durften sich die Zehntklässler schon an der Gestaltung des Aufenthaltsraumes für die Oberstufenschüler beteiligen.

Einen Schub habe durch Corona das digitale Lernen erfahren. Über Videokonferenzen und andere virtuelle Hilfsmittel zu kommunizieren und Unterrichtsinhalte auszutauschen, sei fast zur Selbstverständlichkeit geworden. Und: Um den Oberstufenschülern auch im Wortsinn eine Last von den Schultern zu nehmen, sollen die Inhalte aller Schulbücher auf Tablets gezogen werden. „Die Schüler können somit die Print-Version ihres Schulbuchs zu Hause oder in der Schule lassen“, berichtet Schmoch.