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Fernsehen in Meckenheim: Großer Showdown in der Kiesgrube

Fernsehen in Meckenheim : Großer Showdown in der Kiesgrube

Die Krimiserie „Alarm für Cobra 11“ machte für Dreharbeiten Station in Meckenheim und Rheinbach. Atemberaubende Stunts und der Unfall eines Rettungswagens.

Spektakuläre Szenen haben sich am Freitagvormittag auf der Landstraße Richtung Bahnhof Kottenforst in Lüftelberg abgespielt. Ein Rettungswagen war mit hoher Geschwindigkeit unterwegs, als er mit einer Baggerschaufel kollidierte und das gesamte Fahrzeugdach abgerissen wurde.

Die Kottenforststraße war schon zuvor für den Verkehr und für Schaulustige gesperrt worden, denn bei dem vermeintlichen Unfall handelte es sich um Filmaufnahmen der Hürther Film- und Stuntproduktionsfirma action concept für die beliebte RTL-Action-Serie „Alarm für Cobra 11“.

Das Team um Stunt-Koordinator Paul Schneider und Regisseur Thomas „Katze“ Katzmann hatte alles zentimetergenau vorbereitet, damit sich Stunt-Techniker Frank Glaser, mit schwarzer Perücke ausgestattet, unbesorgt ans Steuer des Unfallwagens setzen konnte. Das Autodach war bereits vorher aufgeschnitten worden. Zudem sorgten Stahlseile, die im richtigen Moment von hinten am Dach zogen, dafür, dass der geliehene Bagger beim Zusammenstoß nicht beschädigt wurde. Dann dauerte es nur Sekunden, und die Szene war im Kasten.

Stunt in der Kiesgrube

Ihr Basislager hatten die etwa 40 action-concept-Mitarbeiter knapp einen Kilometer entfernt an der Flerzheimer Kiesgrube aufgeschlagen. Hier sorgte ein Catering-Team für das Wohlbefinden der Schauspieler, Komparsen und Techniker. Auch echte Feuerwehrleute und ein Rettungswagen sind bei jedem Dreh dabei – für den Notfall. Doch der sei noch nie eingetreten, betonte Pressesprecherin Magdalena Pelc.

Unten in der Kiesgrube hatte am Morgen der erste Stunt unter der Regie von Franco Tozza prima geklappt. In der Drehpause vor dem Showdown zeigte sich Hauptdarsteller Erdogan Atalay zufrieden und entspannt. Sein Sprung vom Kieshügel sei perfekt getimt gewesen, berichtete er. Parallel zum in die Kiesgrube stürzenden Fahrzeug sei er in die Tiefe geflogen. Auch sei er weich gefallen, lobte er die Feinkörnigkeit des Flerzheimer Kieses, bevor er mit Betriebsleiter Michael Schmitt über die Kies-Förderung plauderte.

Seit mehr als 20 Jahren verkörpert Atalay den Kriminalhauptkommisar der Autobahnpolizei Semir Gerkhan. Langweilig werde das nie, sagte er. Er selbst schätze besonders auch die humorvolle Seite seiner Rolle. Es sei nicht der Anspruch der Serie, die Realität darzustellen, sondern zu unterhalten. „Wir sind einen Tick drüber“, so der Action-Held. Trotz spektakulärer Action gebe es nie zu viel Blut und Brutalität in der beliebten Serie, die für Zuschauer ab zwölf Jahren freigegeben ist.

Um die etwa 20 Folgen zu produzieren, die pro Jahr gesendet werden, wird eigentlich das ganze Jahr durch gedreht. Ein Drehtag mit vielen Stunts könne bis zu 100 000 Euro kosten, obwohl im fertigen Film am Schluss nur etwa fünf bis zehn Minuten zu sehen sind, berichtete Pelc. Für die aufsehenerregenden Stunts hat die Hürther Produktionsfirma schon zahlreiche Preise erhalten. Die Stunts jeweils des Pilotfilms erhielten in den Jahren 2007, 2009, 2011, 2012 und 2013 in Los Angeles den „World Stunt Award“ in der Kategorie „Beste Action in einem ausländischen Film“.

Die Folge „Familienbande“, die gerade produziert wird, spielt eigentlich in Belgien und handelt von mafiaähnlichen Verstrickungen. Der idyllische Drehort zwischen Meckenheim und Rheinbach ist von den Location-Scouts von action concept wohl wegen der Grundwasserseen in der Kiesgrube ausgewählt worden, was an die belgische Küste erinnern soll. Ausgestrahlt wird die Folge erst in der nächsten Staffel, im Frühjahr 2018. Zurzeit läuft noch bis Dezember die 22. Staffel, immer donnerstags um 20.15 Uhr auf RTL.