Rheinbacher Gedenkkultur Grüne: Geschichtspfad nur auf dem Papier

RHEINBACH · Kritik am Umgang von Stadt, CDU und FDP mit der Rheinbacher Gedenkkultur übt der Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen. Er wirft der Verwaltung in einer Pressemitteilung vor, mit dem Vorhaben eines "Rheinbacher Geschichtspfades" nur "Initiativen aus der Bürgerschaft unterbinden oder auf die lange Bank schieben" zu wollen.

Hintergrund ist die Ablehnung von Stolpersteinen und eines Gedenksteins für die im Stadtpark ermordeten ukrainischen jugendlichen Zwangsarbeiter durch die Mehrheit im Stadtrat (der GA berichtete). Der stattdessen beschlossene "Rheinbacher Geschichtspfad" nimmt nach Meinung der Grünen noch keine konkreten Formen an und entwickelt sich zum "Geschichtsverhinderungspfad", zumal er, wie es ursprünglich geheißen habe, "wahrscheinlich nur in Papierform und digital realisiert werden" könne. Demnach werde es auch eine Steinstele auf dem Gedenkweg nur virtuell geben.

Dem widerspricht Bürgermeister Stefan Raetz: Der Geschichtspfad sei "zeitgemäß virtuell, aber auch tatsächlich begreifbar geplant", voraussichtlich auf dem Schwesternpark neben dem Friedhof. Der Pfad solle negative und positive Meilensteine auf dem Weg zum heutigen Rheinbach zeigen. Derzeit erarbeite die Verwaltung das Konzept für den Fachausschuss und für die Arbeitsgruppen. "Dabei sind die Grünen zur Mitwirkung eingeladen", so Raetz. Statt einem Bürger zu erlauben, auf seine Kosten ein Denkmal im Stadtpark aufzustellen, denke man nun darüber nach, dasselbe im gegenüberliegenden Park zu platzieren, mokieren sich die Grünen. Sie vermuten, dass Stele und Geschichtspfad "erst einmal weiterhin nur auf dem geduldigen Papier existieren".

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