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Sport in Rheinbach: Handballer des TV Rheinbach dürfen weiter Harz nutzen

Sport in Rheinbach : Handballer des TV Rheinbach dürfen weiter Harz nutzen

Der Sportausschuss erlaubt dem TV Rheinbach die Nutzung von Harz in der kommenden Saison. Der Verein muss sich allerdings an den Kosten für die Hallenreinigung beteiligen.

Im Konflikt um das Harzverbot beim Handball in der Halle Berliner Straße gibt es eine Zwischenlösung, die ausschließlich für die kommende Spielsaison 2020/2021 bis zum 30. April 2020 gilt: Die Reinigungskosten für die Sporthalle nach Spielwochenenden des TV Rheinbach trägt die Stadt in Höhe von maximal 566,13 Euro, wobei sich der Verein hieran mit 100 Euro beteiligen muss.

Den Handballern wird die Harznutzung an drei Trainingstagen in der Woche erlaubt. Die Kosten für die Reinigung in Höhe von dann drei Mal 163,58 Euro zuzüglich der variierenden Kosten für das Spezialreinigungsmittel trägt die Stadt Rheinbach, wobei sich der Verein daran mit 100 Euro beteiligen muss. In der Zwischenzeit soll die Verwaltung andere Lösungsvorschläge entwickeln. Diesen einstimmigen Beschluss hat der Ausschuss für Schule, Bildung und Sport in seiner letzten Sitzung vor den Sommerferien nach intensiver Diskussion und Abwägung gefasst.

Handballer, gerade im hochklassigen Trainings- und Spielbetrieb nutzen die Harz genannte klebrige Substanz, um den Ball sicher halten und führen zu können. Problematisch ist das, weil die Halle Berliner Straße für den Vereinssport ebenso genutzt wird wie für den Schulsport. Der Schulsport kann aber nur dann ungestört stattfinden, wenn die Halle nach einer Harznutzung professionell gereinigt wird.

Das ist mit nicht unerheblichen Kosten verbunden. Laut Verwaltung fallen für die Reinigung nach einem Spielwochenende jeweils 163,58 Euro an, hinzukommen die Kosten für den Einsatz des Spezialreinigungsmittel mit im Durchschnitt 402,55 Euro. In der Summe also nach einem Spielwochenende 566,13 Euro.

In einer Sitzungsunterbrechung hatte der Ausschussvorsitzende Dietmar Danz (SPD) Vertretern des TV Rheinbach Gelegenheit gegeben, ihre Position darzustellen. Handballabteilungsleiter Thomas Schloßbauer und der Vater von zwei Jugendspielern betonten, dass der TV Rheinbach sich seit Jahrzehnten dem Leistungshandball verschrieben habe und viel Engagement in die Kinder- und Jugendarbeit investiere. Ziel des Vereins sei es, eine Regelung zu treffen, die es möglich mache, in Rheinbach leistungsbezogenen Handball zu spielen. Wenn die Stadt sagen würde, dass kein leistungsbezogener Handball gewünscht sei, so sei das ein Statement. Aber „dieses Rumgeschacher“ sei unmenschlich, so der Vater.

Letzteres ließ der Ausschussvorsitzende Dietmar Danz nicht gelten. „Die Stadt muss die Gesamtverantwortung für alle wahrnehmen“, sagte er. „Die Finanzmittel sind begrenzt, deshalb müssen wir schauen wie wir sie einsetzen. Das hat nichts mit mangelnder Wertschätzung des Vereins oder der Leistungen zu tun.“ Joachim Schollmeyer (Grüne) wies auf den Sport als wesentlichen sozialen Faktor hin und sah die Stadt deshalb in der Pflicht, den Sport in allen Varianten zu unterstützen.