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Hochwasser in Rheinbach: Verwaltung reagiert auf Kritik

Sondersitzung zu Flutfolgen : Rheinbachs Verwaltung reagiert auf Kritik

Die Stadt Rheinbach äußert sich zu einigen Folgen der Flut. Themen sind Kommunikationsprobleme, Informationsdefizite sowie Hilfs- und Versorgungsengpässe.

Die Sondersitzung des Stadtrats zum Thema Hochwasser beginnt am Mittwochabend, 18 Uhr, in der Stadthalle. Auf GA-Anfrage hat die Verwaltung bereits erste Antworten auf drängende Fragen geliefert. Im Fokus: Kommunikationsprobleme, Informationsdefizite sowie Hilfs- und Versorgungsengpässe.

■ Kommunikation: „Durch den Ausfall der Stromversorgung, der Festnetzanschlüsse und des Mobilfunknetzes war zunächst keinerlei Kommunikation möglich“, teilt die Stadt Rheinbach zu den gravierenden Kommunikationsproblemen mit, die sowohl der Verwaltung als auch der Bevölkerung in den Tagen nach dem Hochwasser am 14. Juli zusetzten. Zwar habe die Bundeswehr dem Krisenstab Satellitentelefone zur Verfügung gestellt. Allerdings sei es erst am 21. Juli gelungen, „mit Vodafone in der Feuerwache Brucknerweg eine Satellitenverbindung aufzubauen, über die Telefonie und eine Wlan-Verbindung möglich waren“. Um die Bevölkerung zu informieren, habe die Stadt somit auf Mittel wie die Einrichtung eines Bürgertelefons, „Fahrzeuge mit Lautsprecherdurchsagen sowie die städtische Homepage und Facebook“ zurückgegriffen. Zudem seien Beschäftigte, einschließlich Beigeordnetem Raffael Knauber und Bürgermeister Ludger Banken, im gesamten Stadtgebiet unterwegs gewesen, um Infos weiterzugeben.

Falschinformationen sind ein Problem

■ Information: Die Stadt stellt klar: „Auf jeden Fall ist in einer Krisensituation eine gute Information ein wesentliches Mittel zur Krisenbewältigung.“ Weil genau das aber vielerorts gar nicht gelang, hagelte es massive Kritik an der Verwaltung (der GA berichtete). Erschwert habe die Kommunikation eine anhaltende Verbreitung von Falschinformationen etwa zur Steinbachtalsperre. Das habe laut Stadt „stark zur Verunsicherung beigetragen“. An Medien seien bis zum 30. Juli insgesamt 18 Presseinformationen herausgegeben worden, die laut Stadtverwaltung „leider nur zu einem sehr geringen Teil veröffentlicht wurden.“ Im GA erschienen im Vergleichszeitraum 35 Berichte rund um die Hochwasser-Situation in Rheinbach.

Helferteams unterstützen nach Kräften

■ Hilfs- und Versorgungsangebote: In Eigenregie habe die Stadtverwaltung etwa „Menschen auf der Schweigelstraße Zuflucht im Rathaus gegeben“ und „als erste Maßnahme eine Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger im Rathaus installiert, die bis zum 31. Juli durchgängig geöffnet war“. Zudem seien Mitarbeiter mit „Von-Tür-zu-Tür-Aktionen“ und unterstützt von der Bundeswehr vor Ort ausgeschwärmt, um Anwohner aufzusuchen und sich nach Bedarfen zu erkundigen. „Gleiches hat die Feuerwehr über mehrere Tage praktiziert“, teilt die Stadt mit.

In Bezug auf die Helfer-Koordination übten freiwillige Hilfsorganisatoren in verschiedenen Stadtteilen Kritik an der Verwaltung. „Die Koordinierung von ehrenamtlichen Helferteams konnte erst gelingen, nachdem die Kommunikation wieder möglich war“, lautet die Begründung der Stadt, die ebenfalls auf die „erschwerten Rahmenbedingungen“ verweist. „Dank der großen Solidarität, des Zusammenhalts und der nachbarschaftlichen Hilfe wurden sehr viele Arbeiten auch ohne Koordinierung der Stadtverwaltung erledigt.“ Überdies seien „Feuerwehren und Hilfskräfte“ maßgeblich daran beteiligt gewesen, die Erstversorgung der Betroffenen sicherzustellen. Auch ein Spendenzentrum sei in der Pallottikirche entstanden, um Bedürftigen in der größten Not auszuhelfen. „Ein Mangel an Trinkwasser und Lebensmitteln hat zu keiner Zeit bestanden.“