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Norbert Röttgen kommt zur Eröffnung: Impfzentrum eröffnet in Rheinbacher Bestattungshaus

Norbert Röttgen kommt zur Eröffnung : Impfzentrum eröffnet in Rheinbacher Bestattungshaus

Am ersten Tag werden im Impfzentrum in Rheinbach über 300 Impfungen vorgenommen. Zehn Arztpraxen aus der Region machen mit

Die Möglichkeit, sich in Rheinbach ortsnah und unkompliziert impfen zu lassen, ist auf großes Interesse gestoßen. In dem von Bestattungsunternehmer Ferdinand Pfahl eingerichteten kooperativen Impfzentrum startete am Samstag ein Testlauf, bei dem über 300 Impfungen angeboten wurden. Der zeigte für die Beteiligten: In dieser Form könnten tatsächlich bis zu 1000 Personen täglich geimpft werden, wenn genug Impfstoff da ist.

Die angebotenen Impftermine seien binnen zweieinhalb Stunden vergeben gewesen, berichtete Pfahl. Am Eingang fragten immer mal wieder Menschen nach, sie wurden auf die Buchungsmöglichkeit im Internet verwiesen. Gegen Mittag herrschte zwar reges Treiben auf der Straße und vor allem am benachbarten Testzentrum, eine Warteschlange bildete sich allerdings nicht. Rund 20 Personen hätten am Morgen vor der Tür gewartet, hieß es später, sie hatten frühe Termine. Die Abläufe in den Räumen waren für den ersten Tag schon gut koordiniert. Schwierigkeiten gab es beispielsweise nur, wenn Personen keine Krankenkassenkarte oder Versicherung hatten.

Zufrieden mit dem Probelauf

Im Betrieb Pfahl gehen die Impfwilligen auf festgelegtem Kurs durch die Räume. Danach verbringen sie noch 15 Minuten in einem Wartebereich, an diesem Tag unter Aufsicht der Malteser. Chiara Grau aus Köln und Wolfgang Müller aus Erftstadt lobten den reibungslosen Ablauf. „Ich bin sehr schnell drangekommen“, so Grau, die über eine Software auf die Impfmöglichkeit aufmerksam geworden war. Die junge Frau hatte kein Problem damit, dass an diesem Tag nur Astrazeneca verimpft wurde. Die Organisation sei super, betonte Müller.

Dr. Oliver Funken ist ebenfalls zufrieden mit diesem Tag. Offiziell, so erklärt er, seien dies nun ausgelagerte Räumlichkeiten seiner Praxis, die er bei Pfahl angemietet habe. Denn: „Nur Ärzte dürfen impfen.“ Neben Norgerys Figueroa, die die Impfpässe abzeichnet, ist er an diesem Tag als zuständiger Mediziner anwesend. Die Spritzen übernimmt sein ausgebildetes Praxisteam. Später kommen ebenfalls Fachkräfte zum Einsatz, die derzeit noch im Testzentrum arbeiten.

Pensionierte Ärzte helfen

Teilweise werden pensionierte Ärzte als Honorarkräfte die Aufsicht übernehmen. Alles das soll die Hausärzte der Region entlasten, die dafür ihre zugeteilten Impfdosen an Funken und das Zentrum abgegeben. Aktuell sind vier Rheinbacher sowie je zwei Praxen aus Meckenheim, Swisttal und Euskirchen dabei. Die Abrechnung erfolgt zwischen den Ärzten und dem Impfzentrum. Da die Termine über das Internet vergeben werden, können sich allerdings Personen von überall anmelden. Ein Umstand, den später bei einem Besuch Swisttals Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner anmerkte. Kontingente für die Patienten der jeweiligen Praxen könnten da helfen.

Gemeinsam mit Rheinbachs Bürgermeister Ludger Banken und dem Bundestagsabgeordneten Norbert Röttgen ließ Kalkbrenner sich die Räume zeigen. Alle drei lobten den Einsatz von Ferdinand Pfahl. Der gab Dank und Ehrungen weiter an die Damen, die an diesem Samstag die Spritzen verteilten. Er überraschte die Helferinnen mit gut dotierten Gutscheinen. Neben der Impfstrecke plant er nun eine Telefonzentrale, wo Fragen rund um Terminvergabe und Impfungen beantwortet werden. Termine für Impfungen in Rheinbach gibt es über die Homepage tomburg.org.

Pfahl benötigt Kühlräume

Pfahl bekam von Rheinbachs Bürgermeister eine Zusage: Da er nun einige Räume seines Betriebes nicht mehr wie bisher nutzen könne, bot Banken an, dass auf dem Waldfriedhof und dem Friedhof St. Martin je ein Container aufgestellt werde. Dort könne Pfahl seine Dinge lagern. Nützlich sei dieses Angebot aber weniger, so Pfahl später. Immerhin verliere er durch den Impfbereich vorerst eine Halle, in der bisher Angehörige Abschied nehmen und trauern konnten. Für die Verstorbenen benötige er  Kühlräume und die Erlaubnis, die Trauerhallen anzumieten.

Bisher ins Auge gefasste Impfzentren in Dorfhäusern seien vorerst zumindest in Swisttal nicht mehr vorgesehen, sagte Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner. Die Häuser stünden angesichts der beginnenden Lockerungen dann den Vereinen zur Verfügung.