Ev. Kirche Rheinbach Jugendzentrums "Juze" wurde wiedereröffnet

RHEINBACH · "Ein paar Matratzen, nicht zu hell, das genügte früher für einen Jugendtreff", sagte Rheinbachs Bürgermeister Stefan Raetz bei der Wiedereröffnung des Jugendzentrums (Juze) der evangelischen Kirche. Die Zeiten haben sich geändert und mit ihnen das Juze.

 Pfarrer Diethard Römhold (links) freut sich über die Wiedereröffnung des Jugendtreffs in Rheinbach.

Pfarrer Diethard Römhold (links) freut sich über die Wiedereröffnung des Jugendtreffs in Rheinbach.

Foto: Wolfgang Henry

Nach einjähriger Umbauzeit finden Jugendliche an der Ecke Brahmsstraße/Schumannstraße heute freundlich-helle Räume mit einem Kicker- und einem Billardtisch, einem Sportraum mit Matten und Tischtennisplatte, einem Gruppenraum mit Polstermöbeln und TV-Gerät sowie weitere Zimmer für verschiedene Zwecke.

Der Vorsitzende des Presbyteriums, Pfarrer Diethard Römheld, fand das Juze "wunderschön neu gestaltet". Vor allem der neue Eingang zur Straße und die deckenhohen Fenster hätten dem ehemaligen Keller ein "einladend freundliches Ambiente" verliehen. Dafür lobte er die Architekten Tobias Kröll und Natalie Münch sowie den Ingenieur Michael Machowiak.

Besonders hob er heraus, dass Kröll den vorgegebenen Kostenrahmen unterschritten habe. Die 750.000 Euro für den Umbau hat die Kirchengemeinde aus eigenen Mitteln finanziert. Diakon Walter Viethen, "Hausherr" des Juze, wies darauf hin, dass offene Jugendarbeit fast aus der Mode gekommen sei und an Universitäten kaum noch gelehrt werde.

Umso wichtiger sei es, dass sich die Gemeinde dafür entschieden habe und bereit sei, neue Wege zu gehen. Die Jugendarbeit werde sogar ausgeweitet, eine weitere Fachkraft für die Außenstellen in Flerzheim und Merzbach eingestellt. Gut sei auch, dass sich die auf Vordermann gebrachte Jugendeinrichtung in unmittelbarer Nachbarschaft zu mehreren Schulen befinde. Die Räume würden laut Viethen effektiv genutzt.

Vormittags stehen sie für Senioren offen, die auch dort ein Mittagessen einnehmen können. Nachmittags ist dann die Jugend an der Reihe. Dieses Mehr-Generationen-Haus werde nach den Sommerferien auch an Wochenenden geöffnet sein. Die Kirche nehme mit diesem Angebot "dem Staat Aufgaben ab", sagte er unter Verweis um Diskussionen über staatliche Zuschüsse an Religionsgemeinschaften.

Architekt Kröll bedankte sich beim Presbyterium für die "konstruktive" Zusammenarbeit. Man habe gemeinsam nicht die billigste Lösung, sondern die für Jugendarbeit optimale gefunden. Das Ziel der "Aufwertung der Räume in Belichtung" und die "Erlebbarkeit für Jugendliche an der Straße" sei erreicht, ein behindertengerechter Aufzug eingebaut worden. Ein Sonderdank ging an die Erzieherinnen des evangelischen Kindergartens im Erdgeschoss, die den Baulärm und Kritik der Eltern daran ertragen hätten.

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