Bonnerin und Rheinbacher bei NRW-Vorlesewettbewerb Elfjährige Dana und zwölfjähriger Julian sind eine Runde weiter

Rheinbach/Bonn · Dass Dana aus Bonn und Julian aus Rheinbach gut vorlesen können, war bereits bekannt. Jetzt haben sie die nächste Runde beim bundesweiten Wettbewerb erreicht.

Julian und Dana haben sich für den NRW-Entscheid im Vorlesen qualifiziert.

Julian und Dana haben sich für den NRW-Entscheid im Vorlesen qualifiziert.

Foto: Matthias Weiß

Julian Unruh und Dana Bakr sind eine Runde weiter. Der zwölfjährige Schüler des Städtischen Gymnasiums Rheinbach und das elfjährige Mädchen vom Tannenbusch-Gymnasium in Bonn gewannen im Rheinbacher Pfarrzentrum den Bezirksentscheid Köln-Süd des bundesweiten Vorlesewettbewerbs . Damit qualifizierten sich beide für den NRW-Entscheid am 16. Mai in Aachen.

Julians intensiv und in den Stimmen und Stimmungen nuanciert vorgetragene Textstelle aus dem Buch „White Bird – Wie ein Vogel“ von R.J. Palacio berührte nicht nur Jurorin Julia Hock, Theaterpädagogin aus Aachen. Mit hohen Punktzahlen für Lesetechnik, Textgestaltung und Textauswahl wurde der Sechsklässler auch von den vier weiteren Juroren bewertet.

Gleich zu Beginn hatte Dana Bakr einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Sie las eine Stelle aus dem Buch „Skaterherz“ der niederländischen Autorin Brenda Heijnis. Darin trifft der 13-jährige Herzpatient Elias den Geist seines jungen Organspenders, der bei einem Skaterunfall in ein tödliches Koma gefallen war. Die Mischung aus Humor und emotionaler Tiefe, die das Buch auszeichnen, transportierte die Gymnasiastin mit einer wunderbar warmen Stimme und gutem Timing.

Hasskommentare gegen Dana

Die Qualifikation für den NRW-Entscheid freute Dana auch deshalb, weil es im März nach ihrem Sieg beim Bonner Vorlesewettbewerb nicht nur Gratulationen gegeben hatte. Etwa 400 Hasskommentare erreichten das Literaturhaus als Mitorganisator. Vornehmlich über die sozialen Netzwerke sei „die ganze Palette von Vorurteilen bedient“ worden, so das Literaturhaus im Gespräch mit dem GA.

Die Schreiber störten sich daran, dass Dana Kopftuch trägt. Das trug sie auch bei ihrem Vortrag in Rheinbach. Es gab aber auch viele positive Reaktionen. Verlage boten ihr Bücher und Gutscheine an. Dana kennt die fremdenfeindlichen Kommentare nicht, denn das Literaturhaus hat die Einträge in Absprache mit Vater Issam Bakr umgehend gelöscht. Die Eltern sind in Ägypten geboren und haben nach dem Studium in Bonn eine Familie gegründet.

Als Christoph Ahrweiler von der Buchhandlung Kayser und Monika Flieger vom Verein „Rheinbach liest“ die Urkunden überreichten, wurde besonders Julian von seinen Klassenkameraden lautstark gefeiert. Hatte er doch ein „Heimspiel“. Birte Wulf-Hipperson von der gastgebenden Bücherei sagte, die sorgfältige Vorbereitung des Teams habe sich gelohnt. „Wir als Stadt mit unseren vielen Schulen und der Hochschule sind stolz und glücklich, dass unser Rheinbach für so ein wichtiges Ereignis Gastgeber sein darf und kann“, sagte der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Rheinbach, Markus Pütz.

Julian nahm die Gratulation seiner Eltern und Geschwister, von Schulkameraden und Lehrern und seines Schulleiters Stefan Schwarzer entgegen. Da der NRW-Entscheid bald ansteht, verabredete er sich mit seinem Vorlesecoach Karl Hempel gleich schon wieder zum nächsten Training in der Bücherei. Dann heißt es für den Vielleser: neues Buch – neues Glück.