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Fairer Handel in Rheinbach: Kleider tauschen und ein Zeichen setzen

Fairer Handel in Rheinbach : Kleider tauschen und ein Zeichen setzen

Die Fairtrade-Steuerungsgruppe Rheinbach lädt für den 25. März zu einer Börse ein, bei der gut erhaltene Kleidung, Taschen und Modeschmuck den Besitzer wechseln. Auch darüber hinaus gibt sie Anstöße zur Nachhaltigkeit.

Sich für den Frühling neu einkleiden, dabei den Geldbeutel und die Umwelt schonen und zugleich ein Zeichen gegen schlechte Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie setzen: Das ist bei der zweiten fairen Kleidertauschbörse am Samstag, 25. März, im Rheinbacher Sankt-Joseph-Gymnasium möglich. Gut erhaltene, saubere Oberbekleidung, Taschen, Modeschmuck und Accessoires wechseln hier den Besitzer.

Diesen und viele andere Anstöße zur Nachhaltigkeit gibt immer wieder die „Fairtrade“-Steuerungsgruppe Rheinbach. Denn ob beim Einkauf, im Café oder eben beim Kleiderbummel: Wer immer wieder kleine Zeichen der Fairness setzt, bewirkt damit nach und nach einen Wandel im Handel und somit Großes, meint die Gruppe.

Ende 2012 setzte sich die Stadt Rheinbach auf Antrag der Grünen das Ziel, an der Kampagne „Fairtrade Towns“ teilzunehmen. Daraufhin gründete sich die Steuerungsgruppe, um den entsprechenden Kriterienkatalog zu erfüllen. Das gelang im Mai 2014: Seitdem trägt Rheinbach offiziell den Titel der „Fairtrade-Stadt“.

Damit das auch so bleibt, scheuen Doris Kübler, Pia Grünberg und ihre fünf aktiven Mitstreiter der ehrenamtlichen Steuerungsgruppe keine Wege und Mühen, um das öffentliche Bewusstsein kontinuierlich für den Fairness-Gedanken im Alltag zu sensibilisieren. „Vom fair gehandelten Kaffee bis zur Blume ist es so einfach, verantwortlich zu leben und fair einzukaufen. Entsprechende Produkte gibt es ja inzwischen schon bei den Discountern, und das teils nur um wenige Cent teurer“, sagt Pia Grünberg.

Kunden sollten gezielt nachfragen

Schon beim Gründungstreffen konnte die Rheinbacherin, die damals als Diplom-Ökotrophologin in der Hochschulgastronomie tätig war, ihr Fachwissen einbringen, hatte die Mensa auf dem Rheinbacher Campus doch schon Vorreiterfunktion in Sachen faire Produkte. Diese gehört zusammen mit einem Restaurant und fünf Einzelhandelsgeschäften auch zu den aktuellen Adressen, die Rheinbach zur „Fairtrade-Stadt“ machen.

Immer wieder treten die Mitglieder der Steuerungsgruppe auch an andere Geschäftsleute heran. „Schon ein faires Produkt in der Angebotspalette wäre ja ein Anfang. Aber das betriebliche Risiko einzugehen, erfordert natürlich Mut“, meint Doris Kübler. „Speziell die faire Kleidung hat sich hier vor Ort noch nicht etabliert. Kunden müssen erst gezielt nachfragen, ehe sich das ändert“, ermuntert sie die Verbraucher. „Und im Karneval lassen sich längst faire Kamelle als Wurfmaterial beziehen – aber auch das hat sich hier leider noch nicht durchgesetzt“, ergänzt Grünberg.

Ebenso wenig wie faire Fußbälle in Vereinen: „Die sind zwar richtig teuer und daher von uns Ehrenamtlern ohne jedes Budget leider nicht zu sponsern, aber hier wären Elternspenden wirklich wichtig, um ein Zeichen gegen Kinderarbeit zu setzen“, betonen beide. Generell sei die Resonanz in Rheinbach aber gut, das Engagement der Gruppe lohne sich. Bei ihren Planungstreffen einmal im Quartal freut sich die Gruppe auch über neue Mitstreiter. Infos unter www.rheinbach.de/cms121/we/fairtradestadt.

Zweite faire Kleidertauschbörse

Die Börse findet am Samstag, 25. März, von 14 bis 17 Uhr im Mariensaal des Sankt-Joseph-Gymnasiums, Am Stadtpark 31, inklusive fairem Kaffee und Kuchen statt. Was übrig bleibt, wird den Kleiderstuben zur Verfügung gestellt.