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Flüchtlinge in Rheinbach: Kräne lassen Containerdorf wachsen

Flüchtlinge in Rheinbach : Kräne lassen Containerdorf wachsen

Die Unterkunft am Schornbuschweg in Rheinbach bietet ab Ende Juni 250 Flüchtlingen Obdach. Bei der Zuweisung von neuen Flüchtlingen vermeldet die Stadt derzeit einen Stillstand.

Rückläufige Zahlen meldet die Stadt Rheinbach, was die Unterbringung von Flüchtlingen anbelangt: Waren Mitte März noch 523 Asylsuchende in der Glasstadt zu betreuen, sind es aktuell 502, wie Norbert Sauren, Pressesprecher der Stadt Rheinbach, gestern auf GA-Anfrage sagte. „Was die Zuweisung angeht, verzeichnen wir im Moment eine Art Stillstand“, erklärte Sauren. Da die Kommune allerdings weiterhin mit einer monatlichen Zuweisung von 40 bis 80 Menschen rechne, gehen die Bauarbeiten an der provisorischen Unterkunft am Schornbuschweg unvermindert weiter. Große Schwerlastkräne sind derzeit damit beschäftigt, die Containermodule für 250 Menschen passgenau an Ort und Stelle zu hieven.

Hinter den Tennisanlagen an der L 493 im Südwesten Rheinbachs wächst das Containerdorf auf einem 11 000 Quadratmeter großen Grundstück mit einer beeindruckenden Schnelligkeit heran. Wer an den Feldern und Wiesen zwischen dem Schornbusch und Palmersheim lange keinen Spaziergang mehr gemacht hat, wird das Areal, auf dem sich die Baufirmen seit Anfang Februar zu schaffen machen, kaum wiedererkennen.

Da niemand glaubhaft vorhersehen könne, wie sich die Flüchtlingssituation weiterentwickelt, wird der erste Bauabschnitt des Containerdorfs auch bis Ende Juni realisiert, stellte Sauren klar. „Die Vorhersagen sind sehr vage.“ Wie berichtet, entstehen auf dem städtischen Grundstück an der L 493 zweistöckige Containerunterkünfte für bis zu 250 Asylsuchende. Allein für diesen Teil des Containerdorfs investiert die Stadt fünf Millionen Euro, dazu noch 1,2 Millionen Euro für die Bodenplatte. Vorgesehen sind drei zweigeschossige Gebäudekomplexe, welche aus je 80 Einzelcontainern bestehen. Eine zweite Sektion für weitere 250 Asylsuchende ist auf dem Gelände technisch möglich, politisch aber in weiter Ferne.

Mitte Juni haben die Anwohner und alle Interessierten die Gelegenheit, die provisorischen Wohnungen, die mit einer mit Biomasse betriebenen Pelletkesselanlage beheizt werden, in Augenschein zu nehmen. Bürgermeister Stefan Raetz lädt dann zur Ortsbesichtigung sowie zur Bürgerinformation ein.

Und: Falls sich – begünstigt durch das sommerliche Wetter – wieder mehr Flüchtlinge auf den Weg nach Deutschland machen, will die Kommune vorbereitet sein. Doch wegen der nicht absehbaren Entwicklung der Flüchtlingszahlen würden alle Planungen von der Verwaltung nur so weit vorangetrieben, dass keine größeren Zahlungsverpflichtungen ausgelöst würden, die sich bei einem ausbleibenden Bedarf als nutzlose Aufwendungen erwiesen. Weitere Optionen für eine Unterkunft sind ein Grundstück an der Brahmsstraße, auf dem Holzhäuser für 80 Menschen entstehen könnten, anschließend ein Internatsgebäude der Pallottiner und schließlich ein Containerdorf am Weilerfeld.