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Landgericht Bonn: Rheinbacher vergewaltigte Gefängnismitarbeiterin stundenlang

Verhandlung am Bonner Landgericht : Rheinbacher vergewaltigte Gefängnismitarbeiterin stundenlang

Ein 24-jähriger Ex-Häftling aus Rheinbach muss sich vor dem Bonner Landgericht verantworten: Er soll in die Wohnung einer JVA-Mitarbeiterin eingedrungen sein und sie viermal vergewaltigt haben.

Der erste Schreck dürfte der ehemaligen Mitarbeiterin der JVA Rheinbach bereits ordentlich in die Glieder gefahren sein: An einem frühen Augustmorgen des vergangenen Jahres hörte die Frau gegen halb fünf Geräusche auf ihrem Balkon. Offenbar versuchte jemand, sich gewaltsam Zutritt zu ihrer Wohnung zu verschaffen. Ein Mann war damit beschäftigt, die Rollläden hochzuziehen und gegen die Glastür zu treten.

Von diesem Szenario geht jedenfalls die Bonner Staatsanwaltschaft aus, die nun Anklage wegen Körperverletzung und Vergewaltigung gegen den Eindringling erhoben hat. Dem ersten Schreck soll nämlich ein rund zwölfstündiges Martyrium gefolgt sein, in dem das Opfer vier Mal vergewaltigt worden sein soll. Der Fall wird voraussichtlich im Februar vor einer Großen Strafkammer am Bonner Landgericht verhandelt.

Der Einbrecher war für die Frau kein Unbekannter: Mit dem 24-Jährigen verband sie eine kurze Affäre. So gab sie der Drohung des jungen Mannes, die Türe einzutreten, schließlich nach und öffnete. Dass dies ein schwerer Fehler war, dürfte der Frau wenige Augenblicke später klar geworden sein: Direkt danach soll der Mann sein Opfer festgehalten und eine Kopfnuss verpasst haben. Die Körperverletzung, so nimmt es jedenfalls die Bonner Staatsanwaltschaft an, war der Auftakt einer Vergewaltigungsserie. Der junge Mann soll die Frau bis in den späten Nachmittag in ihrer Wohnung mehrfach vergewaltigt haben.

Opfer und Täter kannten sich aus der JVA

Kennengelernt sollen sich Täter und Opfer in der Rheinbacher Justizvollzugsanstalt haben: Der 24-Jährige saß dort eine gut fünfjährige Jugendstrafe ab, das spätere Opfer war eine Angestellte der JVA. Offenbar waren sich die beiden zunächst nicht unsympathisch; kurz nach der Entlassung sollen die zwei eine kurze Beziehung gehabt haben. Offenbar bemerkte das spätere Opfer aber schnell, dass man doch nicht so recht zusammenpasste, und beendete die Liaison wieder. Auf Kontaktversuche des jungen Mannes reagierte sie wohl nicht.

Nach dem brutalen Einbruch sollen Täter und Opfer zunächst zwei Stunden miteinander geredet haben. Nachdem sie den Täter dann gegen Abend dazu bringen konnte, die Wohnung zu verlassen, ging sie sofort zur Polizei. Zwei Tage später wurde der Mann festgenommen, er befindet sich seither in U-Haft – diesmal nicht in Rheinbach, sondern in Köln.