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Malteser eröffnen Fluthilfezentrum in Rheinbach

Unterstützung nach dem Hochwasser : Malteser eröffnen Fluthilfezentrum in Rheinbach

Die Malteser wollen Flutopfer in Rheinbach bei der Bewältigung der Hochwasser-Katastrophe unterstützen. Deshalb haben sie ein Fluthilfezentrum eröffnet.

Die direkten Flutschäden sind an vielen betroffenen Orten mittlerweile beseitigt. Opfer der Naturkatastrophe sind nun nicht mehr mit Schlamm schaufeln und Aufräumen beschäftigt. Doch die psychischen Probleme beginnen häufig erst jetzt: „Man merkt das auch in vielen anderen traumatischen Situationen. Die psychischen Probleme fangen erst deutlich später an“, erklärt Elke Friedrich, die das neue Fluthilfezentrum der Malteser in Rheinbach leitet. Wenn die akute Arbeit bewältigt sei und man Zeit zum Nachdenken habe, werde einem die Katastrophe häufig erst klar. Bei diesen und vielen anderen Dingen soll nun das Fluthilfezentrum helfen.

Unterstützung beim Ausfüllen von Anträgen

Dort soll es unbürokratische Hilfe, Unterstützung beim Ausfüllen von Anträgen und seelischen Schwierigkeiten geben. „Und bei vielen Sachen, von denen wir noch gar nichts wissen“, betont Friedrichs. Wer Hilfe braucht, könne sich mit jedem Problem an sie und ihre Kollegen wenden. Auch wenn es nur darum gehe, sich bei einem Kaffee zu unterhalten. Das gilt auch außerhalb der Öffnungszeiten, die noch nicht abschließend geregelt sind: „Wenn das Licht an ist, ist offen. Meine Nummer wird aber auch im Schaufenster sein. Dort kann man sich zu christlichen Stunden melden, auch wenn zu ist“, verspricht Friedrichs.

In den Räumen in der Hauptstraße 52 in Rheinbach haben die Malteser bis hin zu einer Spielecke für Kinder an alles gedacht. Was manchen Betroffenen insbesondere aus der Patsche helfen könnte: Dort können auch Anträge für die Soforthilfen der Aktion „Deutschland hilft“ beantragt werden. Diese sollen unbürokratischer auszufüllen sein, als die teils umfangreichen Formulare von staatlicher Seite.

Malteser wollen die Fluthilfe professionalisieren

Wie bei dem katholischen Hilfswerk üblich hat der Kaplan der Gemeinde St. Martin Milongo Thibault das Büro der Malteser gesegnet. Auch Bürgermeister Ludger Banken kam zur Eröffnung vorbei. Die Anlaufstelle ist Teil einer größeren Initiative der nordrhein-westfälischen Malteser. Ähnliche Büros wurden bereits in Schleiden, Euskirchen und Bad Münstereifel eröffnet oder stehen kurz vor der Eröffnung. Der Fokus wechsele sich nun von der akuten Krisenhilfe hin zu langfristigen Bewältigungsstrategien, erklärt Alexander Schott, der für die Malteser die Fluthilfe im Erzbistum Köln koordiniert.

„Die unmittelbaren Schäden beseitigen kann jeder, der körperlich dazu in der Lage ist. Psychische Probleme sind vielschichtiger“, sagt Schott. Darum arbeiten er und die Malteser daran, feste Anlaufstellen zu schaffen und ehrenamtliche Freiwillige mit hauptamtlicher Arbeitskraft zu unterstützen. Die hauptamtliche Arbeitskraft stammt in diesem Fall von Elke Friedrich. Sie ist zwar keine ausgebildete Psychologin, aber dafür Ehrenamtsmanagerin und „eine Frau mit viel Lebenserfahrung“, wie sie sich beschreibt. Eine, die bereits seit Sommer mit den Opfern der Flut arbeitet, noch dazu.

Hilfsstation könnte Jahre bestehen

Wie lange die Hilfsstation bestehen wird, ist noch unklar. Doch eines ist sicher: Bis das Ladenlokal der Fluthilfe in Rheinbach wieder frei wird, wird es noch Jahre dauern. „An der Elbe gab es 2013 auch Hochwasser. Das letzte Fluthilfebüro in Magdeburg hat erst im Sommer geschlossen“, sagt Friedrich.