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Besonderer Adventskalender: Mehr als Tausend Bücher für Rheinbacher Einrichtungen

Besonderer Adventskalender : Mehr als Tausend Bücher für Rheinbacher Einrichtungen

Der Adventskalender „Die Bücherüberraschung“ beschenkt in diesem Jahr 50 Rheinbacher Schulen und Kindergärten mit fast 1200 gut erhaltenen Büchern. Ein Besuch bei der Gemeinschaftsgrundschule Sürster Weg.

Die Auswahl an Adventskalendern wird jedes Jahr größer: Kleine Aufmerksamkeiten im Strumpf oder im Säckchen, Duftvariationen oder verschiedene Teebeutel. Eher selten dürfen sich die Beschenkten allerdings jeden Tag über ein neues Buch freuen. „Die Bücherüberraschung“, die der Verein „Rheinbach liest“ in diesem Jahr zum neunten Mal auf die Beine gestellt hat, macht genau dies für Rheinbacher Schüler und Kindergartenkinder möglich. Fast 1200 nahezu neuwertige Bücher finden in rund 50 Bildungseinrichtungen einen neuen Besitzer.

In der Gemeinschaftsgrundschule Sürster Weg (GGS) erkundigten sich die Viertklässler bei ihrer Klassenlehrerin Stefanie Glaeske schon vor Wochen, ob sie auch in diesem Jahr wieder in den Genuss des Buchadventskalenders kommen würden. Im Klassenraum, der in warmes Licht gehüllt ist, lässt Stefanie Glaeske ihren Finger schnell von oben nach unten über die Klassenliste wandern, bevor Silas per Stoppruf den heutigen Sieger ermittelt.

Bücher werden den Kindern zugeordnet

Wie bei allen teilnehmenden Bildungseinrichtungen wird in der Adventszeit zu Beginn des Unterrichts auch in der 4b allmorgendlich derjenige ausgesucht, der an diesem Tag als Besitzer eines Buches nach Hause gehen darf. Heute entdeckt Merle auf dem Regal, auf dem die liebevoll verpackten und mit Namenszetteln versehenen Bücher rund um eine Lichterkette drapiert sind, das passende Päckchen. Zum Vorschein kommt der Kinderbuchklassiker „Mio mein Mio“ von Astrid Lindgren. „Das kenne ich noch nicht,“ freut sie sich und liest ihren Mitschülern den Klappentext vor.

Glaeske nutzt die Gelegenheit, um die wichtigsten Eckdaten über die berühmte Schriftstellerin zu liefern. Bereits seit dem ersten Schuljahr hat sie das Angebot von „Rheinbach liest“ für ihre Klasse wahrgenommen. Wie Angela und Ben erinnern sich die meisten ihrer 23 Zöglinge daran, welche Bücher in ihrem Kinderzimmer aus der Bücherüberraschung stammen.

„Im letzten Jahr hatte ich das Buch ,No Jungs’, das fand ich besonders gut, weil ich vier Brüder habe“, erzählt Johanna. Nachdem der Verein die Bücher im November an Glaeske übergeben hat, hat sie sie sortiert und den Kindern zugeordnet. „Die Geschmäcker zwischen Jungs und Mädchen sind ja doch unterschiedlich und ich achte auch darauf, dass die Bücher zu dem Lesestand der Einzelnen passen“, so die 42-Jährige.

Bücher wertschätzen und Impulse für Leseförderung

Genau diese Idee steckt hinter der Initiative. Einerseits soll das hübsch verpackte Buch als bereits gebrauchter Schmöker noch einmal Wertschätzung erfahren, andererseits soll das tägliche, voller Spannung erwartete Ritual in der Adventszeit Impulse für die Leseförderung geben.

„Alle Einrichtungen haben wunderbare Ideen, wie die gespendeten Bücher den Weg zum richtigen Kind finden,“ sagt Karin Gehlen-Düring, die gemeinsam mit Sabine Post die diesjährige „Bücherüberraschung“ organisiert hat. Ihre anfängliche Sorge, dass die benötigte Zahl an Büchern nicht zusammenkommen würde, da durch Corona die Flohmärkte als zentrale Sammelmöglichkeit weggefallen sind, hat sich zum Glück der Beschenkten nicht bewahrheitet.