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Müllsammelaktionen und Dorfreinigung: Mit vereinten Kräften gegen den Dreck

Müllsammelaktionen und Dorfreinigung : Mit vereinten Kräften gegen den Dreck

Trotz der kalten Witterung halfen wieder Freiwillige bei Müllsammelaktionen und Dorfreinigung in Heimerzheim und Merzbach/Neukirchen.

Swisttal-Heimerzheim. Zum Großreinemachen im Dorf hatte der Ortsausschuss für Heimat- und Kulturpflege Heimerzheim e.V. (OHK) am Samstagvormittag geladen. Etwa 70 Freiwillige halfen dabei, den Ort zu verschönern, witterungsbedingt etwas weniger als im Vorjahr. "So kalt war es noch nie", erinnerte sich OHK-Vorsitzender Hermann Menth an die vergangenen zehn Jahre, in denen er schon bei der Aktion aktiv war. Daher hatte das Team aus dem OHK-Vorstand für den abschließenden Dankeschön-Imbiss im "Alten Kloster" nicht nur Würstchen, sondern auch heiße Getränke vorbereitet.

Neben vielen Privatleuten waren die Ortsvereine und Institutionen im umweltfreundlichen Einsatz, darunter die Kinder- und Jugendkurse Swisttal, die Pfadfinder, das Tambour-Corps Frei Weg, die Feuerwehrjugend aus Heimerzheim und Dünstekoven und die Heimerzheimer Fantasy-Group. Die steckte diesmal nicht im Hunnengewand, sondern in Arbeitskleidung, rückte ihrem erklärten Feind, dem Müll, aber ebenso entschlossen wie Hunnenkrieger zu Leibe.

Auch Vizebürgermeister Manfred Lütz und der ehemalige Ortsvorsteher Josef Schmitz packten mit an und natürlich ließ es sich Ortsvorsteher Hermann Leuning ebenfalls nicht nehmen, dabei zu sein. Seit etwa 30 Jahren helfe er bei der Müllsammelaktion. Im Vergleich zu früher seien die Müllmengen geringer geworden, berichtete Leuning, für den allerdings die zahlreichen alten Plakate, die er gefunden hatte, ein Ärgernis darstellen. Begleitet wurde Leuning von zwei Neulingen, den beiden Zwölfjährigen Fred Jan und Luca. Sie gehören der Jugendfeuerwehr an und haben schon jetzt beschlossen, im nächsten Jahr mitzumachen und zur Verschönerung Heimerzheims beizutragen.

Rheinbach-Merzbach/Neukirchen. An ihren gelben Warnwesten waren sie leicht zu erkennen: die Umweltspürnasen der Arbeitsgemeinschaft der Ortsvereine Merzbach/Neukirchen, die am Samstagvormittag rund um die Orte unterwegs waren, um Wegesränder, Wald und Flur von Müll zu befreien. Mehr als 20 fleißige Helfer packten mit an - "überraschend viele" und mehr als die Vorsitzende der AG Ulla Jokisch bei der kalten Witterung erwartet hatte.

Alle Altersgruppen waren vertreten. Die Zweit- bis Viertklässler, die es sich nach getaner Arbeit neben den Müllsäcken auf der Ladefläche des von Peter Bäcker gefahrenen Mini-Trucks gemütlich machten, Teenager wie die beiden 15-Jährigen Vicky und Clara, die mit einigen Gleichaltrigen den Wald von Unrat befreiten, und natürlich zahlreiche erwachsene Helfer wie Ortsvorsteher Karlheinz Kerstholt und Hans-Peter Kreische, der mit seinem Hänger unterwegs war, um den Müll abzufahren.

Rund um Neukirchen-Irlenbusch war die Jugendfeuerwehr im Müll-Einsatz. Alle hätten hoch motiviert mitgeholfen, lobte Jokisch, besonders die Kleinen, die sogar wegen einem Zigarettenstummel unter Büsche gekrabbelt seien. Vor allem Flaschen, Zigarettenschachteln und Plastikmüll hätten sie gefunden, berichteten die Sammler, aber vermehrt auch große Stücke Laminat und Bauschutt, der in den Wäldern umweltschädigend entsorgt worden war.

Die Entsorgung von Sondermüll wie Autoreifen und Ölkanister überließen die Umweltspürnasen den Mitarbeitern der Stadt Rheinbach, sie informierten sie lediglich über den Fundort.

Nach getaner Arbeit luden die Veranstalter ihre freiwilligen Helfer zur Belohnung in die Grundschule zum Imbiss ein, der von den Karnevalsfreunden vorbereitet worden war. Eigentlich hatte die Müllsammelaktion der Umweltspürnasen bereits eine Woche früher stattfinden sollen, musste aber witterungsbedingt verschoben werden, denn da waren die Umweltsünden noch unter einer Schicht Schnee verborgen.