Glosse : Mundschutz in Marineblau

Allerorten im Internet sind Anleitungen zu finden, wie BMNS genäht werden - ein Behelfs-Mund-Nase-Schutz. Die Bundeswehrfrauen in der Rheinbacher Tomburg-Kaserne kennen sich nicht nur mit Abkürzungen aus, sondern auch damit, wie der Stoff-Mundschutz geschneidert wird.

Da für medizinische Atemschutzmasken in Zeiten der Corona-Pandemie derzeit Wucherpreise aufgerufen und bezahlt werden, schneidern sich immer mehr Menschen einen sogenannten Behelfs-Mund-Nasen-Schutz, abgekürzt BMNS. Dieser kann auch nach Meinung von Experten das Risiko der Übertragung des Coronavirus reduzieren helfen, weil er die Verteilung von Tröpfchen verhindert, die beim Sprechen, Husten oder Niesen entstehen. Das Internet ist darum voll von praktikablen Anleitungen, um einen BMNS selbst zu schneidern.

Legendär in Sachen Abkürzungen ist bekanntermaßen die Bundeswehr. Gleichgültig ob Dienststellen, Dienstgerade oder Gerätschaften, nichts entkommt in der Bundeswehr dem „AbKüFi“, dem Abkürzungsfimmel. Kein Wunder also, dass die Bundeswehrfrauen in der Rheinbacher Tomburg-Kaserne in diesen Tagen besonders emsig sind, wenn es um die Produktion von BMNS geht.

Um den Behelfs-Mund-Nasen-Schutz selbst herzustellen, benötigt man übrigens kochfeste Baumwolle, einen biegsamen Draht, eine Nähmaschine, eine Schere und ein Bügeleisen. Klar ist: Dieser BMNS entspricht nicht dem genormten Mund-Nasen-Schutz, aber er kann eine hilfreiche Alternative sein.

Darum freute sich am Montag auch Rheinbachs Bürgermeister Stefan Raetz, dass er aus der Tomburg-Kaserne, größter Arbeitgeber der Stadt, eine Stoffmaske samt Waschanleitung (90 Grad Celsius) zugesandt bekam. Dabei fiel dem frühren Marine-Zeitsoldaten auf, dass die BMNS, farblich gesehen, nicht auf olivegrün oder flecktarnfarben festgelegt sind. Sein Exemplar ist marineblau.