Ausstellung in Rheinbach Neue Mitglieder des Kunstforums `99 stellen im Juni ihre Werke aus

Rheinbach · Ob Landschaften, Personen oder Figuren, ob Realismus oder Impressionismus: Künstler aus der Region zeigen in rund 60 Kunstwerken viel Phantasie und Ideenreichtum. Noch bis zum 23. Juni können Interessierte die Ausstellung in der Rheinbacher Industriestraße sehen.

 Das jüngste Mitglied, Silas Wilberg, präsentiert seine Werke "Frühling am Bach" und "Bachrauschen"

Das jüngste Mitglied, Silas Wilberg, präsentiert seine Werke "Frühling am Bach" und "Bachrauschen"

Foto: Susanne Träupmann

Die Kunst als Ausdruck der eigenen Kreativität sei „eine wunderbare Reise der Selbstentdeckung und des sehr persönlichen Ausdrucks“, stellte Knut Reinhardt, Vorsitzender des Rheinbacher Kunstforums `99 bei der Vernissage in den vereinseigenen Räumen in der Industriestraße fest. Unter dem Thema „Die Neuen 2024“ stellen bis Sonntag, 23. Juni, acht der elf neuen Mitglieder um die 60 Gemälde und Skulpturen aus.

Zu sehen sind Landschaften, Figuren oder Menschen in Acryl auf Leinwand, Aquarellgemälde und seltene Techniken wie Encaustic (Wachsmalerei). Die Themen reichen von Farbexplosionen über verfremdete Stadtansichten bis hin zu kontemplativen Naturbetrachtungen. Jüngstes Mitglied, sowohl im Verein als auch altersmäßig, ist der 21-jährige Silas Wilberg aus Buschhoven. Mit „Bachrauschen“, „Sommeridyll“ oder „La Terrazza Moris“ zeigt der junge Freizeitkünstler die Natur und ihre Einflüsse in einer bunten Farbvielfalt in Öl- und Acrylfarben. „Mich fasziniert das Spiel aus Licht und Schatten und den daraus resultierenden Atmosphären und den Emotionen, die diese Atmosphären auslösen“, erzählt Wilberg, der derzeit eine Ausbildung als Zweiradmechatroniker mit Fachrichtung Fahrrad absolviert.

Verbunden mit dem Wasser

Die ehemaligen „Ost-Ampelmännchen“, die nach der Wende Markus Heckhausen in Berlin zu einer eigenen Marke entwickelte, haben es seit Jahren Bernhard Schröder angetan. Er setzt sie, ein wenig verschlankt, in immer wieder neue Themenkomplexe ein. Mal tauchen sie in Gruppen, mal einzeln auf, mal stehen sie als „Ampelmännchen und Ampelfrauchen“ im Vordergrund, mal sind sie nur schemenhaft zu erkennen. So auch bei den Werken „Vernetzt“, „Schattierungen“ und „Farbreste“. Ins Auge fällt sein Werk „Türmenschen“, auf dem in farblich unterschiedlichen Balken Frauen und Männer in stilisierenden Posen zu sehen sind.

Die gebürtige Kölnerin Claudia Stolz, die seit 2012 in Swisttal-Heimerzheim lebt, ist von der Verbindung zwischen Wasser und Mensch fasziniert. In ihren abstrakten impressionistischen Bildern sind die Farben blau und grün dominant, die Personen werden hingegen nur angedeutet. Wasser sei für die Künstlerin nicht erst seit der Flut von 2021 „das Element schlechthin. Die Verbindungen, die mit und im Wasser entstehen, führen in meinen Werken zu immer neuen Aussagen“, erzählt die 56-jährige.

Kunst mit Seele

Eine andere Maltechnik verwendet Ursula Mettbach mit ihrer „Wachskunst“, bei der Wachsfarben anhand eines Bügeleisens auf Papier aufgetragen werden und durch dessen Schwenken Strukturen entstehen. Ins Auge fallen dem Besucher auch ihre beiden Skulpturen „Nautilusmann“ - ein Mensch mit Schuppen als Zeichen seines Unterwasserrefugiums - und „Coronakugel“ - in der das unterschiedliche Leben der Menschen als Ungeimpfte und Geimpfte dargestellt wird.

Die Faszination verschiedener Erscheinungsformen von Landschaften sowie Flora und Fauna kommen bei den Werken von Jana Vennebusch zum Ausdruck. Natur ist auch das Thema von Maho Schütz-Kono, deren Federstriche Bäumen und Verästelungen scheinbar eine Seele einhauchen. Während bei den Werken von Rüdiger Kendziora Einflüsse des französischen Impressionismus deutlich werden, ist Christina Köhler mit unterschiedlichen Techniken und Materialien unterwegs. So zum Beispiel beim Aquarellbild „Irgendwo in Paris“ oder bei den verfremdeten Druckansichten von Bonn und dem Kölner Dom.