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Rheinbacher Innenstadt: Neueröffnungen und Umzüge im Einzelhandel sorgen für Wandel

Rheinbacher Innenstadt : Neueröffnungen und Umzüge im Einzelhandel sorgen für Wandel

Neueröffnungen und Rotation: Es tut sich einiges in der Rheinbacher Innenstadt. Eine Fortführung seines Modehauses an der Münstereifeler Straße strebt Paul Nelles an.

In den ehemaligen Geschäftsräumen von "Mr. Baker" an der Straße "Vor dem Voigtstor" wird eifrig montiert: Nach monatelangem Leerstand steht die Neueröffnung eines "American Diner" kurz bevor. Martin Vayvalakoglu will im amerikanischen 50er-Jahre-Ambiente mit seinem Team Leckereien von Nachos bis Süßkartoffeln servieren.

Wenige Häuser weiter wird es am kommenden Sonntag ab 14 Uhr eine Neueröffnung an prominenter Stelle geben: In den Räumen des ehemaligen Rheinbacher Traditionsgeschäftes "Riesenkönig" für Schreib- und Spielwaren öffnet das Fachgeschäft Ackermann für Antiquitäten, Wohnaccessoires, Gold- und Silberankauf.

"Am Beispiel des 'Riesenkönigs' sieht man, dass Rheinbach kein Leerstandsproblem hat: Die guten Lagen sind schnell wieder besetzt", sagt Rheinbachs Wirtschaftsförderer Robin Denstorff. Bedauerlich sei allerdings, dass es nun keinen Schreibwarenladen mehr vor Ort gebe. "Darüber darf sich allerdings niemand beschweren, der sich mit Sonderposten beim Discounter eindeckt. Wer Einzelhandel vor Ort will, muss auch dort einkaufen", betont er.

Was die Suche nach einem Nachfolger für den ehemaligen Drogeriemarkt Schlecker am Deinzer Platz betrifft, kann Denstorff noch keinen Erfolg vermelden: "In dieser Lage kann sich nur ein Einzelhandel halten, der nicht auf Laufkundschaft angewiesen ist", benennt er das Problem.

Für die seit Juli leerstehenden Räume des ehemaligen Netto-Discounters an der Bachstraße zeichnen sich laut dem Wirtschaftsförderer hingegen Perspektiven ab: "Wir sind mit mehreren vielversprechenden Interessenten im Gespräch. Das Spektrum reicht von Lebensmitteln bis Textilien. Vielleicht geht es ganz schnell, und wir können schon in den nächsten Monaten eine Neueröffnung verkünden."

Über ihr neues "Café Silberlöffel" freut sich Iris Krüger. Mit der Kombination von Einrichtungs-Accessoires im Ladenlokal unten und Café mit Dachterrasse oben hat sich die Geschäftsfrau an neuer Adresse "Vor dem Voigtstor" nur wenige Meter vom alten Ladenlokal entfernt einen Traum erfüllt.

Während das früher dort ansässige Geschäft "Amaris" an die Schweigelstraße gezogen ist, ist nun an Krügers alter Adresse "Peris Haarentfernungsstudio" eingezogen, das zuvor einen Raum in einer Änderungsschneiderei untergemietet hatte. Solche Rotation scheint beliebt: So hat der "City-Friseur" die Räume der ehemaligen Metzgerei an der Ecke Hauptstraße/Löherstraße bezogen.

Mit der neuen "Schlaf-Oase" in der Straße "Vor dem Voigtstor" führt Winfried Arentz den Standort als Bettenstudio fort. Ob die Eisdiele an der Hauptstraße nach der Übersiedlung der ehemaligen Inhaber nach Italien noch Eisdiele bleibt, ist zwar noch fraglich, aber "warum nicht?", meint Denstorff. "Schließlich handelt es sich um die Sonnenseite der Hauptstraße."

Eine Fortführung seines Modehauses an der Münstereifeler Straße strebt Paul Nelles an. Das Geschäft hatte Ende August Insolvenz angemeldet. "In den kommenden Wochen entscheidet sich, wie es weitergeht - nicht ob", betont Nelles. "Wir werden das Geschäft weiterentwickeln, nicht abwickeln. Insofern suchen die Kunden vergeblich nach reduzierter Ware. Wir bieten unser bewährtes Sortiment gehobenen Stils an."

Als Vorsitzender des Gewerbevereins würdigt Nelles die Rheinbacher Lage als "erfreulich: Der Einzugsbereich hat sich stetig erweitert bis nach Siegburg und Bad Münstereifel. Dass die Angebotsstruktur auch Wandel unterworfen ist, ist normal." Das sieht Wirtschaftsförderer Denstorff ähnlich. "Natürlich muss sich der Einzelhandel stetig weiterentwickeln", sagt er.

"Die Stärke des Rheinbacher Einzelhandels ist die Nähe zum Kunden. Insgesamt gibt es eine attraktive Mischung aus Einzelhandel, Gastronomie und Dienstleistung, die für eine Stadt dieser Größe nicht selbstverständlich ist. Man muss Rheinbach nicht verlassen, um gut einkaufen zu können."