30 Kilogramm Koks aus Belgien Prozess um Drogenfund an der Raststätte Peppenhoven

Rheinbach-Peppenhoven · Ein 25-jähriger Bosnier war mit rund 30 Kilogramm Kokain bei Rheinbach-Peppenhoven erwischt worden. Dass er nun für lange Zeit ins Gefängnis muss, ist auch seinem Verhalten vor Gericht zuzuschreiben. Warum sogar der Richter fragte: „Wie dumm kann man sein?“

 Gleich 30 Kilogramm Kokain transportierte ein 25-Jähriger durch Europa. Vor Gericht stellte er sich nicht sehr geschickt an.

Gleich 30 Kilogramm Kokain transportierte ein 25-Jähriger durch Europa. Vor Gericht stellte er sich nicht sehr geschickt an.

Foto: dpa/Christian Charisius

Vom niederländischen Breda ins italienische Bari sollte die Fahrt des VW T-Roc mit dem slowenischen Kennzeichen gehen: Diese Tripp fand allerdings bereits an der Raststätte Peppenhoven bei Rheinbach ein jähes Ende, da Ermittler der Drogenfahndung gut 30 Kilogramm Kokain in einem doppelten Boden unter dem Kofferraum des Wagens sicherstellten. Am Dienstagmittag wurde nun der 25-jährige Fahrer, ein bosnischer Staatsbürger mit Wohnsitz in Slowenien, zu siebeneinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Die Richter der zehnten Großen Strafkammer am Bonner Landgericht befanden den Mann der illegalen Einfuhr und der Beihilfe zum Drogenhandel für schuldig.

Richter versuchte, goldene Brücken zu bauen

Dass das Strafmaß derart hoch ausgefallen sei, habe der Mann mit seinem Aussageverhalten selbst verschuldet, stellte der Vorsitzende Richter Marc Eumann noch vor der weiteren Urteilsbegründung klar. „Wie dumm kann man sein?“, fragte der Richter rhetorisch. Man habe versucht, dem Beschuldigten noch vor Eröffnung des Hauptverfahrens goldene Brücken zu bauen, so Eumann. Der 25-Jährige habe aber eher Blei an den Füßen gehabt. Es ging dabei um konkrete Aufklärungshilfe, die der Angeklagte in geringem Umfang erst kurz vor Schließung der Beweisaufnahme doch noch leistete. Diese Einlassung sei aber für eine Verschiebung des Strafrahmens, die dem Mann bis zu anderthalb Jahren Haft hätte ersparen können, zu spät gekommen.

Kurier sollte die Schweiz meiden

Bei der Kurierfahrt handelte es sich nach Überzeugung des Gerichts um mindestens den zweiten Drogentransport, den der Angeklagte abgewickelt habe. Ihm sei als Lohn der Erlass von 3.000 Euro Schulden in Aussicht gestellt worden. Dass es bei dem Transport nicht um weiche Drogen gegangen sein könne, habe der Mann wissen müssen: Einerseits, weil er die Pakete selber verstaut hatte und er somit zumindest das ungefähre Gewicht kannte. Andererseits, weil die in Aussicht gestellte Summe für Marihuana-Transporte unüblich hoch gewesen wäre. Vor Fahrtantritt hatten die Auftraggeber ihren Fahrer noch ermahnt, auf keinen Fall durch die Schweiz zu fahren. Dass auch nahe der niederländischen Grenze immer wieder Drogenkuriere auffliegen, musste der Verurteilte nun schmerzlich lernen.Richt

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
„Therapie statt Strafe“
Besuch in der JVA Rheinbach „Therapie statt Strafe“
Aus dem Ressort