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Rhein-Sieg-Kreis: Zoll und Polizei kontrollieren auf Autobahnen

Spürhunde und Röntgen-Laster im Einsatz : 200 Kräfte führen Großkontrolle auf Autobahnen durch

Die Polizei Bonn hat am Donnerstag zusammen mit dem Zoll unter anderem im Kampf gegen Drogen- und Zigarettenschmuggel auf mehreren Autobahnen im Rhein-Sieg-Kreis großflächig Kontrollen durchgeführt. Und sie wurden fündig.

Nur zehn Minuten, nachdem Beamte des Kölner Zolls und der Bonner Polizei am Donnerstagvormittag auf der Autobahn 61 mit ihren Kontrollen begonnen hatten, wurden sie fündig: Eine Frau hatte in ihrem Sportcoupé Rauschmittel dabei. Die Beamten hatten die etwa 30-Jährige auf den Parkplatz an der Siemensstraße in Rheinbach geleitet. In erster Linie auf Drogen und geschmuggelte Zigaretten richteten die Ordnungshüter ihr Augenmerk bei der bis in die frühen Abendstunden andauernden Aktion. Schon bei einem kurzen Blick ins Innere des Wagens entdeckte ein Polizist eine Art Einweckglas mit einem grünen Kraut. Drogen, wie sich schnell herausstellte.

<aside class="park-embed-html"> <blockquote class="twitter-tweet"><p lang="de" dir="ltr">Behörden- und Länderübergreifende Großkontrolle. Wir kontrollieren den gewerblichen Güterverkehr sowie den Personenverkehr mit unseren Kolleg*innen aus Euskirchen, dem Rhein-Sieg-Kreis&amp;Köln. Unterstützt werden wir vom Zoll, dem BAG und THW. <a href="https://t.co/nPVlBx49ld">pic.twitter.com/nPVlBx49ld</a></p>&mdash; Polizei NRW BN (@polizei_nrw_bn) <a href="https://twitter.com/polizei_nrw_bn/status/1314130762543894528?ref_src=twsrc%5Etfw">October 8, 2020</a></blockquote> <script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script> </aside>
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Die junge Frau musst nun an Ort und Stelle das „volle Programm“ über sich ergehen lassen: Eine Beamtin unterzog sie einer Leibesvisitation, dann folgte eine Blutprobe. Derweil untersuchten Zoll-Beamte eingehend das Auto. Dabei kam auch ein Drogenspürhund zum Einsatz. Am Ende der Prozedur stand fest: Die Frau durfte nicht mehr weiterfahren. Die Blutprobe, die ihr ein Arzt noch auf dem Parkplatz entnommen hatte, war nach Angaben des Bonner Polizeisprechers Michael Beyer positiv.

Dieses Ergebnis blieb an dem Tag kein Einzelfall. An mehreren Kontrollstellen entlang der Autobahn 61 zwischen dem Rastplatz Goldene Meile am Meckenheimer Kreuz und dem ADAC-Gelände bei Weilerswist kamen Zoll und Polizei einer Reihe unterschiedlicher Gesetzesverstöße auf die Spur. Der Aufwand, den die Polizei für die Planung und Koordinierung der Aktion investierte, war groß: Rund 200 Beteiligte verschiedener Organisationen mit spezifischen Kompetenzen waren mit im Boot, führte Polizeisprecher Beyer aus. Beispielsweise auch das Technische Hilfswerk (THW), dessen Mitarbeiter etwa Zelte für die Blutentnahme aufbaute. Auch Experten des Bundesamts für Güterverkehr waren zur Stelle, um Fachfragen in Sachen Schwerlastverkehr zu beantworten.

Polizei und Zoll hatten ihre Hauptkontrollstelle an der Siemensstraße bezogen. Dabei waren kleine Transporter, wie sie meist von Lieferdiensten eingesetzt werden, die vorrangige Zielgruppe. Laut Beyer ging es aber nicht nur um das Aufspüren von Drogen und geschmuggelten Zigaretten. Die Einsatzkräfte kontrollierten auch, ob möglicherweise Schwarzarbeit vorliegen könnte. Ferner achteten Zöllner und Polizisten darauf, ob möglicherweise Einbrecher in den gestoppten Autos sitzen könnten.

Innerhalb einer Dreiviertelstunde mussten zwei Fahrer von Sprintern zur Drogenkontrolle. Eindringlich fragten die Polizisten die Fahrer, ob zuletzt Drogen genommen worden seien. Beiden verneinten das rigoros, doch die Tests sprachen eine andere Sprache. Der eine muss wohl mutmaßlich noch am Mittwochabend Drogen konsumiert haben und durfte nicht weiterfahren. Der andere Fahrer durfte zwar wieder ans Steuer seines Transporters, weil seine Fahrtüchtigkeit gegeben war. Aber auch bei ihm stellte sich heraus, dass er wohl am vergangenen Wochenende Verbotenes konsumiert hatte, so ein Polizist.

Aus Platzgründen hatte der Kölner Zoll auf dem ADAC-Gelände an der A 61 bei Weilerswist im Wortsinn groß aufgefahren: Ein mobiler Röntgen-Laster sollte den Beamten helfen, Lastwagen ohne großen Aufwand auf verdächtige Ladung oder Hohlräume zu untersuchen. Lkw standen dort im Mittelpunkt der Kontrollaktion, erklärte Jens Ahland, Sprecher des Hauptzollamtes Köln. Rund 1,5 Millionen Euro kostet ein solches Spezialfahrzeug. Bis mittags waren dem Zoll eher „Beifänge“ ins Netz gegangen. Etwa ein italienischer Lastzug, dessen Besitzer bei der bayerischen Polizei mit 1300 Euro in der Kreide stand. „Den Betrag haben wir vollstreckt“, sagte Ahland.

(ga)