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Rheinbach: Betroffene finden Schutz und Hilfe in Stadthalle

Unwetter : Rheinbacher Stadthalle ist Anlaufstelle für Betroffene

Nach der Evakuierung durch Einsatzkräfte der Bundeswehr und der Feuerwehr finden viele Flutopfer Unterschlupf in Notunterkünften. Eine davon ist die Stadthalle in Rheinbach.

Etwa 800 Menschen strömten während des Unwetters und am Tag danach in die Rheinbacher Stadthalle. Die meisten stammen aus Oberdrees, Niederdrees und Odendorf, schätzte Familie Schulz, die ihren vollständigen Namen nicht in der Zeitung lesen wollte. Zusammen mit ihren beiden 19-jährigen Kindern waren sie in der Nacht zuvor von Feuerwehr und Bundeswehr evakuiert worden. „Unsere Feuerwehr kam an die Häuser, sie haben gerufen“, beschrieb die Mutter. „Das ging dann ganz schnell. Zwei Soldaten haben mich links und rechts gepackt und rausgetragen“, beschrieb die nach langer Krankheit noch auf einen Rollstuhl angewiesene Frau. Auch in der Stadthalle sei alles sehr gut organisiert. „Wir bekommen hier jede Hilfe, die wir brauchen“, so Mutter und Tochter Schulz unisono. Trotzdem hofften sie, nach dem Wochenende wieder nach Hause zurückkehren zu können.

Auf etwa 500 zu versorgende Menschen ist die Einsatzeinheit aus ASB und Johanniter ausgelegt, sagte der Zugführer und Verantwortliche vor Ort, Sven Grebe. Zusammen mit der Bundeswehr und weiteren Helfern habe man den Ansturm trotzdem bewältigen können. Am Freitagmittag versorgten sie noch 250 Flutopfer, darunter auch Pflegebedürftige, in der Stadthalle, der benachbarten Gesamtschule und dem ebenfalls nahen Jugendwohnheim. „Viele sind bei Verwandten und Bekannten untergekommen, abgeholt oder verlegt worden“, so Grebe.

Die noch Verbliebenen versorgen die Helfer in der Schulmensa mit Essen. Übernachtet wird auf Feldbetten zu zehnt in den Klassen, die JVA hatte Wolldecken beigesteuert, viele Menschen bringen Spenden, die im Eingangsbereich sortiert werden. Der zentrale Einsatzwagen mit dem einzigen funktionierenden Telefon steht vor der Halle. Von hier aus koordinieren zwei Helfer die Versorgung mit Essen, Betten, Medikamenten und im Falle der Fälle auch den Einsatz von Rettungswagen vor Ort.