Dorfentwicklung in Rheinbach : Wie der neue Dorfplatz in Niederdrees aussehen soll

Niederdrees soll einen neuen Dorfplatz bekommen. Die Planungen sind bereits im vollen Gange. Ende Februar soll es mit den Bauarbeiten losgehen.

Zum attraktiven Treffpunkt für die Dorfbewohner und Freizeitradler werden soll der Dorfplatz in Niederdrees. Immerhin 65.000 Euro Fördermittel aus dem Dorferneuerungsprogramm des Landes sind bereits bewilligt für das 100.000-Euro-Projekt in dem 430-Seelen-Dorf. „20.000 Euro haben wir auch schon von der Bezirksregierung bekommen“, sagt Holger Klöß, Ortsvorsteher und Ortsausschuss-Vorsitzender, dem GA. Im Spendentopf seien zudem schon rund 10.000 Euro. Die Dorfgemeinschaft muss rund 35.000 Euro in Form von Eigenleistung erbringen.

Auf dem Niederdreeser Dorfplatz müssen drei Bäume gefällt werden

„Die Finanzierung ist kein Problem“, so Klöß.  Probleme mache hingegen die Suche nach Firmen. „Wir brauchen einen neuen Tiefbauer, einer hat uns abgesagt. Wir sind aber schon in Gesprächen mit einem neuen. Aber zurzeit ist es sehr schwierig, besonders nach der Flut.“ Aber mit der Realisierung soll jetzt begonnen werden. 

Im ersten vorbereitenden Schritt werden noch innerhalb der Frist bis Ende Februar einige Bäume gefällt. „Die Genehmigung haben wir“, sagt Klöß. Die Gremien von Kommunalpolitik und Verwaltung haben dem Antrag zugestimmt, drei Gehölze auf dem Dorfplatz zu entfernen: die Bergkiefer mit sichtbaren Trockenheitsschäden, den stark pilzbefallenen Zierapfel, der droht umzufallen und eine Trauerbirke mit deutlichen Krebsgeschwüren. Neue ökologisch wertvolle Bäume seien schon bestellt und warten in der Baumschule.  

Wie die Niederdreeser ihren neuen Dorfplatz gestaltet haben

Nach 50 Jahren präsentiert sich der Dorfplatz nicht mehr attraktiv: am Rand zwei weiße Kunststoffbänke, in der Mitte ein großer Quellstein, aber der Brunnen ist nicht mehr funktionstüchtig. Die Bäume sind deutlich von Trockenheit und Krankheit gezeichnet, die weitere Bepflanzung entspricht nicht heutigen ökologischen Anforderungen. Zudem ist die Grasfläche pflegeintensiv und muss regelmäßig geschnitten werden. Ideen für ihren Dorfplatz der Zukunft hatten die Niederdreeser in einem Werkstatt-Format bereits  Anfang 2020 zusammengetragen.

Fachwissen und Erfahrung kamen von den Niederdreesern Jan Peter Stiller als Sachgebietsleiter beim Grünflächenamt in Bonn und Jutta Hasselbach, die viele Jahre das Naturparkzentrum im Himmeroder Hof geleitet hat.  Im Ensemble mit Kirche, alter Schule, Schulhof, Feuerwehrhaus und Spielplatz soll der Dorfplatz der Zukunft ein Mittel- und Treffpunkt werden,  pflegeleicht, ökologisch und mit attraktiver Aufenthaltsqualität. Sitzblöcke mit Holzauflagen, Mai- und Christbaumständer, neuer Brunnen aus einem Basaltlava-Quader, mit Zisterne, deren vier Kubikmeter Fassungsvermögen aus angrenzenden Dachflächen mit Wasser gespeist wird, klimaresistente Pflanzen, schattenspendender klimaresistenter Dorfbaum, Solitärsträucher und bienenfreundliche mehrjährige Stauden. Strom  für eine E-Bike-Ladestation sollen Photovoltaikanlagen liefern.

Wie der neue Dorfplatz zum Kraftwerk werden soll

„Nach den neuesten Erkenntnissen werden wir keine große Anlage brauchen und auch keinen Betreiber, das wäre zu komplex. Wir haben einen Mix zusammengestellt für eine Kleinstanlagen-Lösung mit Fotovoltaik und Windkraft“, erläutert Ortsvorsteher Klöß. Optisch soll der Platz durch die Entfernung von Büschen mit dem offenen Bücherschrank und dem Spielplatz neben der Feuerwache verbunden werden, den der Niederdreeser Ortsausschuss bereits vor einigen Jahren für 20 000 Euro neugestaltet hatte.