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Rheinbach-Peppenhoven: Rauschgift-Prozess muss verschoben werden

Angeklagter im Rauschgift-Prozess erscheint nicht : Bei Rheinbach mit kiloweise Koks und Ecstasy erwischt

Eigentlich hätte am Montag ein Gerichtsprozess gegen einen 29-jährigen Mann beginnen sollen. Es kam aber anders.

Das Gericht wartete, aber der Angeklagte kam nicht. Vor dem Bonner Landgericht sollte am Rosenmontag der Prozess um einen 29-jährigen Niederländer beginnen, der an der Raststätte Peppenhoven angehalten worden war. Der Vorwurf: Einfuhr von und Handel mit Drogen. Zwei Kilo Kokain, knapp sechs Kilo Amphetamin und gut vier Kilo Extasy-Tabletten hatten Zollfahnder bei einer Routinekontrolle im September 2019 im Auto des Mannes entdeckt.

Auch eine halbe Stunde nach Prozessbeginn hatte sich der in den Niederlanden lebende Angeklagte  nicht im Gerichtssaal eingefunden. So blieb der Richterin nichts anderes übrig, als den Termin aufzuheben und die gesamte Hauptverhandlung auszusetzen. Denn darauf, dass sein Mandant zum Folgetermin erscheinen würde, wollte sich sein Anwalt nicht festnageln lassen. Spätestens beim Betreten des Gerichtsgebäudes müsste der dann eingereiste Mann einen negativen Corona-Test vorlegen.

Anwalt hat nichts mehr gehört

Er habe seinen Mandanten aufgefordert, einen Test durchführen zu lassen und bei einem negativen Ergebnis die entsprechende Bescheinigung mit nach Bonn zu bringen. Seither habe sich der Mann allerdings nicht bei ihm gemeldet, so der Anwalt. Bleibt die Frage, warum der Mann sich überhaupt auf freiem Fuß befindet; im Falle seiner Verurteilung drohen ihm schließlich einige Jahre Haft. Der Niederländer wurde direkt nach der Kontrolle verhaftet, später aber, bevor die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben hatte, aus der Untersuchungshaft entlassen.

Der Mann lebt seitdem wieder in seiner Heimatstadt. Die Entlassung sei vor dem Hintergrund weiterer Auslandsermittlungen zu sehen, sagte Oberstaatsanwalt Robin Faßbender. Im Zweifelsfall müsse seine Behörde immer den Erkenntnisgewinn solch zeitintensiver Nachforschungen gegen eine potenzielle Fluchtgefahr abwägen. Diese ist aber aufgrund der guten Zusammenarbeit mit den niederländischen Behörden unwahrscheinlich.

Schlecht getarntes Versteck am Boden des Kofferraums

Als die Zollkontrolleure die silbergraue Mercedes S-Klasse am späten Nachmittag des 16. September 2019 anhielten, ahnten sie wohl schon, dass mit dem in die Jahre gekommenen Fahrzeug etwas nicht stimmt: eine Oberklasselimousine mit italienischen Kennzeichen, darin drei Insassen, die schon optisch nicht so recht zu dem noblen Wagen passen wollen und ein Kofferraumboden, der irgendwie merkwürdig aussieht. Und tatsächlich fanden die Ermittler unter einer festgeschweißten Stahlplatte am Boden des Kofferraums ein schlecht  getarntes Drogenversteck. Nach dem Geständnis des Fahrers wurden die Verfahren gegen die beiden Passagiere eingestellt.