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Theater im Atrium: Rheinbacher Theaterverein führt „Die kleine Stadthexe“ auf

Theater im Atrium : Rheinbacher Theaterverein führt „Die kleine Stadthexe“ auf

Der Rheinbacher Theaterverein „Rampenwutz“ gastiert mit „Die kleine Stadthexe“ im Atrium. Die Premiere musste allerdings wegen Gewitters vorzeitig enden.

Nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr geht der Verein „Rampenwutz“ mit seinem Theatersommer Rheinbach in die zweite Runde. Mit einem ausgeklügelten Hygienekonzept gastiert der Verein für vier Vorstellungen wieder im Freilichttheater im Freizeitpark.

Bei ihrer Premiere zog „Die kleine Stadthexe“ aus der Feder der Vereinsvorsitzenden und Hauptdarstellerin Christina Stephans 150 große und kleine Besucher in ihren Bann und nahm die Stadt Rheinbach in der gut einstündigen Vorstellung gehörig aufs Korn. Mit sichtlichem Vergnügen bescherte das fünfköpfige Schauspielerteam unter der Regie von Raoul Migliosi ein unbeschwertes Theatervergnügen, das mit reichlich Lokalkolorit gespickt war.

Nicht nur die Nachbarorte Euskirchen und Meckenheim hatten charakteristische Stadthexen geschickt, sondern auch der Hexenturm und die Bürgermeisterwahl spielten eine zentrale Rolle. Schließlich versprühte die große Hexenratssitzung einen Hauch von Karneval in das schwülsommerliche Atrium.

„Es ist eine sehr große Herausforderung, denn die Menschen dort sind Neuem gegenüber sehr verschlossen“, motiviert der Hexenmeister die sichtlich erschütterte Junghexe Amalia für ihre neue Tätigkeit. Für die Jahrgangsbeste geht es nach Rheinbach, während ihre Hexenkolleginnen nach der Zeugnisausgabe ihre Künste an der Riviera, in Regensburg oder als Schamanin unter Beweis stellen dürfen.

Zur Unterstützung wird Amalia der altkluge Kater „Kralle“ (Sasha Bornemann) zur Seite gestellt. Gemeinsam versuchen sie zum großen Missbehagen des eitlen Bürgermeisters Horst Ziegenbein (mit sichtlicher Freude an seiner Rolle Jonas Herkenhoff) in Rheinbach Fuß zu fassen. „Kaum ist sie hier, terrorisiert sie die Stadt“, argwöhnt Ziegenbein und verhängt ein Kontaktverbot zu den beiden unheilbringenden Gestalten. Sie seien für alles Unglück in der Stadt verantwortlich und ihretwegen sei nun sogar die Tomburg kaputt, wettert er.

Amalia aber stiftet Frieden, tut Gutes und sorgt dafür, dass sich das Blatt wendet. Für die jüngeren Besucher bietet sich ein wunderschönes Theaterstück mit liebevoll gestalteten Kostümen und bunten Effekten. Für die Erwachsenen entpuppt sich das Schauspiel als wahres Feuerwerk von Dialogen voller Wortwitz und Tiefgang. Zentral ist der Aufruf zu Offenheit und Toleranz Fremdem gegenüber, wobei die Rolle des Bürgermeisters im Mittelpunkt steht. Selbstverliebt hält er seine Rede „Für die Bürger. Für die Stadt“. „Ich wollte eine mächtige Hauptfigur, aber dass die Rolle jetzt kurz vor der Wahl so aktuell ist, war nicht geplant“, bekennt Stephans.

Sie erläutert, dass die Wahlen noch in weiter Ferne gewesen seien, als sie das Werk im Februar geschrieben habe. Die Rheinbacherin wollte etwas Versöhnliches zur Hexengeschichte der Stadt schaffen. „Ein Familienstück eben, das auch mit einem Happy End endet.“ Dies erlebten die Besucher leider früher als geplant, denn aufgrund eines starken Gewitterregens musste das Finale vorgezogen werden. Die Wetterhexe hatte ihr Handwerk in diesem Moment wohl nicht ganz unter Kontrolle.

„Die kleine Stadthexe“ ist am kommenden Wochenende noch mal jeweils um 16 Uhr im Freilichttheater im Rheinbacher Freizeitpark zu sehen. Karten für 10 beziehungsweise 15 Euro gibt es auf rampenwutz.de, an der Tageskasse und im Vorverkauf in der Buchhandlung Kays.