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Ruine Tomburg: Freundeskreis legt Sicherheitskonzept vor

Sicher durch die Ruine : Freundeskreis legt Sicherheitskonzept für Ruine Tomburg vor

Der Freundeskreis Tomburg hat ein Konzept zur Verbesserung der Verkehrssicherheit auf der mittelalterlichen Anlage vorgelegt. Mit ihm sollen in Zukunft Unfälle vermieden werden.

Der Rettungseinsatz der Rheinbacher und der Hennefer Feuerwehr auf der Tomburg vor fast vier Jahren war spektakulär: Ein 16-jähriger Jugendlicher aus dem Rheinbacher Stadtgebiet hatte im Juli 2016 versucht, die knapp 20 Meter hohe Turmruine des Bergfrieds zu erklettern - und hatte es dann auf den rutschigen Steinen mit der Angst zu tun bekommen. Der junge Mann, schließlich am Ende seiner Kräfte und unterkühlt, kam nicht mehr vor noch zurück.

Es begann eine stundenlange Rettungsaktion der Feuerwehr, bei der aufwendig Gerät wie Leitern auf das schwer zugängliche Burgplateau gebracht werden mussten. Höhenretter der Feuerwehr Hennef-Söven gelang es schließlich am späteren Abend, den Jungen zu retten und sicher auf den Boden zu bringen. Nach rund drei Stunden.

Dieser spektakuläre Fall zeigt aus Sicht von Andreas Herrmann, Vorsitzender des Freundeskreises Tomburg, exemplarisch, wie wichtig das Thema Verkehrssicherheit auf der Tomburg ist. Gerade auch mit Blick auf eine Besucherlenkung durch den 2017/18 restaurierten Bereich der ehemaligen Wirtschaftsgebäude im Schatten des Bergfrieds: „Hier fällt der Burgberg nämlich in den Steinbruch steil ab“, erklärt Herrmann. Da zudem in diesem Bereich immer wieder Kinder auf den neu sanierten Mauern herumklettern, ist auch der Sanierungsbereich an der Tomburg „immer noch durch Bauzäune robust abgesperrt“, betont Herrmann.

Gefahren in verschiedenen Burgarealen

Hintergrund sei die Befürchtung der Stadt, „dass es wegen unzureichender Absicherung zu Unfällen kommt und langwierige Schadensersatzprozesse drohen“. Damit dieser nun schon viel zu lange andauernde Zustand behoben werden kann, hat der Freundeskreis im April eine Untersuchung vorgelegt: Auf Grundlage einer Gefährdungsabschätzung werden konkrete Einzelmaßnahmen vorgeschlagen, um die Verkehrssicherheit zu verbessern.

Die Notwendigkeit einer Gefahrenabwehr richtet sich aus Sicht von Tomburg-Experte Herrmann nach der Gefährdungslage in unterschiedlichen Burgarealen. Dabei unterscheidet sein neues Verkehrssicherheitskonzept drei Bereiche: Von einer eher geringen Gefährdungslage mit waldtypischen Gefahren geht das Konzept bei dem Weg zum Burgplateau aus, allerdings sei eine einmalige Instandsetzung dringend zu empfehlen. Ziel seien hier bauliche Maßnahmen zur Lenkung der Besucher, etwa durch eine Kombination von Geländern mit Handlauf auf der Hangseite des einzigen offiziellen Zuweges der Tomburg. Niedrige hölzerne Einfassungen sollen ungefährliche Wegstrecken säumen, um die Belastung des Naturschutzgebietes zu reduzieren. Auch zur Verkehrssicherheit gehört laut Herrmann: Die Fällung nicht mehr standsicherer Bäume entlang des Zuweges und auf dem Burgberg, so, wie es das Forstamt vor Pfingsten durchgeführt hat.

Durch solche Geländer an potenziellen Gefahrenpunkten der Tomburg soll die Sicherheit der Besucher erhöht werden. Foto: Axel Vogel/AXEL VOGEL

Mittlere Gefährdungslage identifiziert das Konzept an Hanglagen, etwa am Nordrand des Plateaus, das die Besucher dort über einen Rundweg erkunden können. Dort müssten bauliche Maßnahmen wie ein Geländer mit Handlauf dafür sorgen, dass Besucher gegen ein Abrutschen geschützt werden.

Naturgemäß großes Augenmerk richtet die Denkschrift des Freundeskreises auf starke Gefährdungslagen an Hangkanten und an Mauerzügen: „Hier sollen Umwehrungen als Absturzsicherung für Sicherheit sorgen“, bringt es Herrmann auf den Punkt. Da es erforderlich sein werde, entlang der Hangkanten neue, 40 mal 40 Zentimeter große Fundamentlöcher in bis zu 80 Zentimeter Bodentiefe auszuheben, sei mit Eingriffen in das Bodendenkmal zu rechnen: „Sollten Artefakte angetroffen werden, beteiligen wir das LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland“, bekräftigt Herrmann.

Veränderungen an der Geländerführung un den Hinweisschildern

Auch eine Verlegung der Geländerführung hält er an zwei Stellen für empfehlenswert: Am Nordhang, um dort eine Erosionsrinne zu umgehen, und zwischen Brunnen und Westblick: Hier ist nämlich der Weg entlang der Hangkante weitestgehend zugewachsen. Auch hält es der Freundeskreis für sehr sinnvoll, den Weg zur Pforte der Burg und zu den ehemaligen Wirtschaftsgebäuden zu verlegen.

Neben den Umwehrungen sollen auch noch Hinweisschilder Besucher des Geländes auf allgegenwärtige Gefahren hinweisen und vor konkreten Gefährdungen warnen. Bei allen Maßnahmen gilt es „auf eine sparsame und ästhetisch unauffällige Bauausführung“ zu achten, was durchaus auch im Sinne der Denkmalpflege sei.

„Unangemessen große und wuchtige Brüstungen und/oder Umwehrungen verändern den räumlichen Eindruck der Gesamtanlage“, betont Herrmann. Zu den Umsetzungschancen sagt er: „Es wird sich zeigen, wie die Vorschläge in der weiteren Diskussion aufgenommen werden. Da wollen und können wir der Stadt Rheinbach als Eigentümerin nicht vorgreifen, gehen aber davon aus, dass das vorgelegte Konzept eine gute Gesprächsgrundlage bietet.“