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Inklusion: Russische Delegation informierte sich in Rheinbach und Bonn

Inklusion : Russische Delegation informierte sich in Rheinbach und Bonn

Europa macht sich auf den weiten Weg zur Inklusion, also zur gleichberechtigten Teilhabe Behinderter in allen Bereichen der Gesellschaft. Und eine Delegation russischer Kindertagesstätten-Leiterinnen hat sich auf den weiten Weg nach Bonn und Rheinbach gemacht, um modellhafte Einblicke in die hiesige Umsetzung der UN-Forderung zu gewinnen.

Die Lebenshilfe Bonn stand 24 Interessierten aus verschiedenen Gebieten Russlands Rede und Antwort zur Förderung und Integration behinderter Kinder vor Ort und veranschaulichte den integrativen Kindergartenalltag anhand ihres Familienzentrums, des Kindergartens "Rasselbande" in Rheinbach.

Kindergarten-Leiterin Roswitha Leyendecker-Trier und Hasko Facklam, Betriebsleiter Kinder und Jugend der Lebenshilfe, führten die Gruppe durch den Kindergarten und luden zum Erfahrungsaustausch ein. Der brachte grundlegende Unterschiede über die Herangehensweise an das Thema hervor: "Während sich die Förderung kindlicher Entwicklung und der Umgang mit Behinderung in Russland noch stark an staatlichen Leitlinien orientiert, hat bei uns bereits ein Paradigmenwechsel hin zur Orientierung am individuellen Fall stattgefunden.

Wir bemühen uns um Förderung und Akzeptanz der Bedürfnisse, Möglichkeiten und Grenzen des einzelnen Kindes und seinen Platz in der Gesellschaft und um seine Anpassung an bestehende Anforderungskataloge", so Facklam. "Die Inklusion befindet sich in Russland noch ganz in den Kinderschuhen", bestätigte Nataliya Degtyaryova, Projektleiterin der Organisation "Enkotour", die das Weiterbildungsprojekt in die Wege geleitet hatte.

Unter dem Motto "Vorschulbildung" besuchte die Delegation zudem weitere Bonner Kindergärten unterschiedlicher Ausrichtung wie etwa ein städtisches Familienzentrum, einen Waldorf- und einen fremdsprachigen Kindergarten.