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Eva Kraiss aus Rheinbach: Schauspieler in Videokonferenz statt auf der Bühne

Eva Kraiss aus Rheinbach : Schauspieler in Videokonferenz statt auf der Bühne

Die Rheinbacher Schauspielerin Eva Kraiss passt gemeinsam mit ihren Ensemble-Kollegen des Kölner Metropol-Theaters ihre Arbeit der Corona-Krise an. Auf Burg Satzvey ist sie Teil eines märchenhaften Spaziergangs.

Als „Fastenzeit der Kulturschaffenden“ bezeichnet die aus Rheinbach stammende Schauspielerin Eva Marianne Kraiss die aktuelle Situation, in der auch freischaffende Künstler gezwungen sind, neue Wege zu gehen. Gemeinsam mit ihren Ensemble-Kollegen des Kölner Metropol-Theaters passte sie ihre Arbeit verschiedentlich den Bedingungen der Zeit an.

So verlegte die Gruppe ihre Tätigkeit in den virtuellen Raum und stellt ihr Können beim „Spieleabend in der Apokalypse“ unter Beweis. Unter der Regie von Jürgen Clemens bietet diese „Corona-Novela“, deren Folgen in Form einer Videokonferenz seit April in regelmäßigen Abschnitten auf der Online-Videoportal Youtube zu finden sind, eine Mischung aus Seifenoper und Gesellschaftsportrait.

Dass die traditionellen Sommertheater auf Burg Satzvey vorerst nicht wie gewohnt stattfinden können, hat dazu geführt, dass die Intendantin des Metropol-Theaters, Mareike Marx, zusammen mit dem Ensemblemitglied Manuel Rittich einen märchenhaften Spaziergang auf dem Burggelände entwickelt hat.

An aufwendig gestalteten Schauplätzen treffen die Besucher auf zwölf Schauspieler, die bekannte Märchenhelden in einer der Coronazeit angepassten Geschichte lebendig werden lassen. Schließlich hat Eva Marianne Kraiss auch gemeinsam mit ihrem Bühnenpartner Michael Baute ihrem Herzensprojekt „Ohne Probe ganz nach obe“ einen coronatauglichen Feinschliff verpasst.

Über einen Podcast ist es der großen Fangemeinde möglich, in den Hörgenuss der Spontanlesung zu gelangen. Mit viel Sprachwitz und Improvisation lesen sie  unbekannte, eingesandte Texte aller denkbaren Genres. „Zum einen spüre ich einen starken Wunsch, kreativ zu sein, zum anderen möchte ich aber den Zuschauern gerade in dieser Zeit, weiterhin kulturelle Angebote machen, weil mir das selbst fehlt“, erklärt Eva Marianne Kraiss, was sie antreibt, aktuell ohne Gage zu arbeiten. „Als klar war, dass die Premiere ,Der kleine Prinz’ auf unbestimmte Zeit verschoben werden musste, haben wir uns zur weiteren Planung zu einer Videokonferenz verabredet“, erinnert sie sich.

Impulse bei virtuellem Treffen

Dieses virtuelle Treffen habe so viele Impulse gegeben, dass Jürgen Clemens sich entschieden habe, das Drehbuch für einen Spieleabend zu schreiben. „Die Idee entwickelt sich noch immer weiter“, führt die bald zweifache Mutter aus. Darüber hinaus schlüpft Kraiss immer wieder in andere Rollen.

„Auf der Burg Satzvey spiele ich jetzt die Pechmarie und für die virtuelle Spontanlesung begebe ich mich in mein kleines Studio zu Hause“, erzählt die 40-Jährige und verrät, dass sie sich dafür hier hinter eine hochgeklappte Gästematratze und unter eine Wolldecke begibt. „Dann ist der Klang für die Aufnahme einfach am besten!“, erzählt Eva Marianne Kraiss.