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Rheinbach und Meckenheim: Schulleiter erwarten keine Probleme bei Abi-Mottotage

Rheinbach und Meckenheim : Schulleiter erwarten keine Probleme bei Abi-Mottotage

Bunt, schräg und lustig soll sie werden, die letzte Unterrichtswoche der zukünftigen Abiturienten in Rheinbach und Meckenheim. Die Tage vor den Osterferien werden daher in Mottotage umgewandelt, an denen die Schüler jeden Tag in einer anderen Verkleidung zum Unterricht kommen. Eigentlich eine spaßige Sache.

Allerdings: Im vergangenen Jahr kam es bei einer Feier von Rheinbacher Gymnasiasten zu Ausschreitungen, als 30 Jugendliche sie mit Silvesterraketen beschossen. Dieses Mal soll es friedlich zugehen: "Ich gehe fest davon aus, dass es keine Probleme gibt", sagt Stefan Schwarzer, Schulleiter des Städtischen Gymnasiums Rheinbach (SGR).

Ob es sich bei den Tätern, die die Raketen abfeuerten, um Meckenheimer Schüler handelte, wie von den Rheinbacher Gymnasiasten vermutet, bestätigten weder Polizei noch Staatsanwaltschaft. "Wegen des Verdachts der Körperverletzung hat das Kriminalkommissariat ermittelt und eine Vielzahl von Zeugen vernommen", sagt Daniela Lindemann, Sprecherin der Bonner Polizei.

Zwei Tatverdächtige seien Ende des Jahres ermittelt und der Staatsanwaltschaft übergeben worden. "Da es sich um Heranwachsende handelt, geben wir aber keine weitere Auskunft", so Karen Essig von der Staatsanwaltschaft.

In den Jahren zuvor war es schon mehrfach zu Auseinandersetzungen zwischen Gymnasiasten beider Städte gekommen. Gleiches gilt für Euskirchen, wo in der Vergangenheit mehrfach rivalisierende Gruppen des Emil-Fischer-Gymnasiums und der Marienschule aufeinandertrafen. Aggressionen und Sachbeschädigungen waren die Folge. Jetzt trafen sich dort Schüler, die Schulleitung und Lehrer, um gemeinsam ein friedliches Miteinander in die Wege zu leiten.

Einen solchen runden Tisch gab es vor einigen Wochen - wie schon im Jahr zuvor - auch in Rheinbach. Neben künftigen Abiturienten der drei Rheinbacher Gymnasien nahmen auch die Meckenheimer an dem Treffen teil. "Da wurden sowohl auf Lehrer- als auch auf Schülerebene Kontakte geknüpft und Telefonnummern ausgetauscht", erklärt SGR-Leiter Schwarzer.

Bei Problemen solle sofort miteinander kommuniziert werden. Sollte es während der Woche zu Vorfällen kommen, hat Schwarzer seinen Schülern auch schon mögliche Sanktionen angekündigt. "Die Übernachtung vor dem letzten Unterrichtstag am Freitag in der Turnhalle oder auch der Abigag könnten zur Disposition stehen", sagt er.

So weit möchte Hans-Jürgen Jüngling, Schulleiter des Meckenheimer Konrad-Adenauer-Gymnasiums (KAG), noch nicht gehen. "Ich habe Vertrauen in unseren Abiturjahrgang. Bei schwerwiegenden Vorfällen, wovon ich aber ausdrücklich nicht ausgehe, werden wir die Situation neu bewerten müssen", betont er. Die Gespräche am runden Tisch bewertet er ebenfalls als sehr positiv. "Außerdem haben wir in diesem Jahr viel weniger Abiturienten, da es keinen Doppeljahrgang gibt." Vertrauen in seine Schüler hat auch Schwarzer.

"Ich bin ob der kommenden Mottotage total positiv gestimmt." Er und seine Kollegen wollten den Abiturienten eine letzte "lernertragreiche" als auch lustige Woche ermöglichen, sagt er und fügt hinzu: "Wir wollen den Schülern den Spaß nicht verderben." Jetzt müssen sich nur die Abiturienten an die Absprachen halten und gemeinsam ihre letzten Schultage friedlich zelebrieren.