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Starkregen: Welche Konsequenzen zieht Rheinbach aus der Flut?

Folgen des Starkregens : Welche Konsequenzen zieht Rheinbach aus der Flut?

Wie kann sich Rheinbach gegen künftige Fluten schützen? Während die Stadt an Konzepten arbeitet, haben sich erste Bürger mit Forderungen zu Wort gemeldet.

Ausführlich hat sich der Rheinbacher Haupt- und Finanzausschuss jetzt mit Schlussfolgerungen aus dem Hochwasser befasst. Dabei ging es unter anderem um das Wohngebiet Rodderfeld. Ein Ergebnis gab es jedoch noch nicht. Nach Ansicht aller Ratsfraktionen sind noch viele Fakten zusammenzutragen. Damit soll sich demnächst auch der Ausschuss für Umwelt und Mobilität befassen, so der einstimmige Beschluss.

„Auf die Idee, dass wir Fachleute brauchen, sind wir auch schon gekommen“, sagte Bürgermeister Ludger Banken auf einen entsprechenden Hinweis des Ratsherrn Georg Wilmers (SPD). Dieser hatte nachgefragt, wie vieler Schritte es bis zur Vorlage eines Hochwasserkonzepts denn noch bedürfe. Ein Hochwasserschutzkonzept sei in Auftrag gegeben, so Banken. Die Analyse sei jedoch sehr aufwendig. Jörg Meyer (UWG) bezeichnete es in diesem Zusammenhang als lobenswert, die Bürger zu beteiligen.

Bereits drei Bürgeranträge

Um festzustellen, welche Straßen genau überflutet waren, müsse die Verwaltung alle Stadtviertel abfragen. Man werde die vielen eingehenden Meldungen sammeln, sagte Banken. Doch habe die Verwaltung nur „gewisse Kapazitäten“, und man wolle ein ganzheitliches Konzept entwickeln. Nach Auskunft der Verwaltung liegen bislang drei Bürgeranträge in Sachen Hochwasserschutz vor. Neben dem aus dem Rodderfeld einer aus Wormersdorf sowie ein nicht näher verorteter Einzelantrag.

Die Stadt rechne mit weiteren Zusammenschlüssen von Bürgern, etwa aus Oberdrees, die dann auf die Verwaltung zukommen, sagte Fachgebietsleiter Torsten Bölinger. Es gelte, „die Kräfte zu bündeln“, so Bölinger. Der Erste Beigeordnete Raffael Knauber wies darauf hin, dass es eine hundertprozentige Sicherheit vor Hochwasser nicht geben könne. Ein ganzheitliches Risikomanagement sei nötig, und man müsse dabei die Nachbarkommunen einbeziehen. Alle Bereiche der Stadtverwaltung seien nun gefordert.

Die Anwohner des Rodderfelds fordern in ihrem Antrag, die Rahmenbedingungen zu erläutern, die zu den Überflutungen führten (der GA berichtete). Die Stadtverwaltung schlägt vor, Maßnahmen zu ermitteln, „die die Zuflüsse ins Wohngebiet Rodderfeld begrenzen und die Abflüsse aus diesem heraus verbessern“.

An einigen Stellen könne dies mit geringen Mitteln beziehungsweise bei der normalen Landschaftsunterhaltung geschehen. So sollen etwa zwei auf Privatgrundstücken liegende Kanalschächte mit druckwasserdichten Deckeln versehen und zwei Einleitstellen am Rotterbach baulich verbessert werden. Auch die Möglichkeit, durch ein Anheben der Hirschmannstraße hinter der Kreuzung mit der Umgehungsstraße Wasser vom Rodderfeld abzuleiten, wird von der Stadt geprüft.

Nahezu alle Ortschaften betroffen

Vom Hochwasser sind nahezu alle Ortschaften im Stadtgebiet betroffen. Die Stadt will Starkregengefahrenkarten erarbeiten lassen und bauliche sowie organisatorische Maßnahmen benennen. Hochwassergefahrenkarten von der Bezirksregierung Köln gibt es laut Stadt derzeit nur für Eulenbach, Gräbbach, Ramershovener Bach und Swist. Die Stadt will mit den Kommunen an Swist und Erft kooperieren, um gemeinsam den Hochwasserschutz zu verbessern.

Im Zusammenhang mit der Flut beschloss der Ausschuss auch die Einrichtung dreier weiterer Stellen in der Verwaltung: eine im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, um die Kommunikation im Zusammenhang mit der Unwetterkatastrophe zu verbessern, sowie eine zusätzliche im Bereich des Bevölkerungs- und Katastrophenschutzes. Ebensi wird zur Abwicklung der Unwetter-Schäden an den städtischen Gebäuden sowie deren Infrastruktur und für Nachhaltigkeit und Klimaschutz eine Ingenieursstelle zur Wiederbesetzung freigegeben.