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Tollitäten aus Swisttal und Rheinbach beginnen die Session.

Sessionsauftakt in der Region : Magischer Fußglitzer zur Proklamation

Für die Tollitäten in Rheinbach und Swisttal gab es schon vor dem elften Elften einiges zu tun

Eine Einladung der Großen Heimerzheimer Karnevalgesellschaft nach Ollheim? Ja, der Ort ist richtig: Sessionseröffnung und Proklamation des neuen Heimerzheimer Prinzenpaars fanden in diesem Jahr im Dorfhaus Ollheim statt. Denn die Gastronomiebetriebe in Heimerzheim, in denen die Karnevalisten sonst feiern, sind von der Flutkatastrophe betroffenen und noch nicht wiederhergestellt. Trotzdem galt nach der langen Karnevals-Abstinenz: „Endlich jeht es wedde loss!“ Vor rund 220 Gästen brachten die Heimerzheimer Karnevalisten dafür schon jetzt ihre Tollitäten Udo I. und Sonja II. (Ehepaar Ellmer) angemessen in Amt und Würden. GroHeiKa-Präsident Manfred Lütz und sein Vize Jürgen Luppus freuten sich „wie jeck“ nach den pandemiebedingten Einschränkungen und der anschließenden Flutkatastrophe nach rund eineinhalb Jahren endlich wieder Karneval feiern zu können. „Wir sind förmlich ausgehungert“, sagte Lütz. Es sei einfach wunderschön, „die Röcke wieder auspacken zu dürfen“. Und für die Uniformjacken, die bei einigen der Flut zum Opfer gefallen waren, konnte Ersatz beschafft werden.

Für das erste Heimerzheimer Damen-Dreigestirn Prinzessin Laura I. (Laura Lasch), Bauer Elsberd (sic!) (Elsbeth Bauer) und Jungfrau Ruth-Wilhelmina (Ruth Lütz) hieß es jedoch Abschied nehmen nach „einer grandiosen Session, stets vollen Sälen und immer krachen lassen“, wie Präsident Lütz zurückblickte. Womit aber auch die Stunde der Nachfolger gekommen war: Angeführt vom Tambourcorps Frei Weg und den Uniformierten von GroHeiKa, Ehrengarde und Damenkomitee Goldene Herzen genoss das neue Prinzenpaar Udo I. und Sonja II. erstmals im vollen Ornat seinen triumphalen Einzug durch die Menge. „Wir sind total geflasht! Das ist der Hammer!“, freuten sich die Tollitäten. Rein formal mussten sie aber noch von Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner proklamiert werden – und erst einmal die „Prüfung ihrer Geeignetheit“ für diese Aufgabe überstehen.

Für das Ehepaar Ellmer kein Problem, sind doch beide bühnen- und karnevalserfahren. Prinz Udo I. (52) war als echte Hemezemer Jong Mitglied des Kinderelferrates, Mitbegründer der Fantasy Group und Literat bei den legendären Hunnensitzungen. Heute steht er auf der Bühne mit der Band „Joot jemisch“ und als Ratsmitglied, was „ja manchmal auch ein Theater ist“, so die Bürgermeisterin.

Sonja II. (47) war als Olleme Mädsche schon vor 40 Jahren Kinderprinzessin, aktiv in Tanzgarden und im Fanfarencorps der Olleme Bubbelsbröder. Sie sorgt mit Sketchen und Büttenreden bei den Weibersitzungen für beste Unterhaltung, wie Bürgermeisterin Kalkbrenner aus eigenem Erleben hervorhob. Kennengelernt hatte sich das Ehepaar vor 22 Jahren passend an Rosenmontag. Und wie es im bekannten Lied heißt, sind die beiden bereits mit ihren Freunden „zo Foß noh Kölle“ gewandert.

An diese Aktion erinnerte Kalkbrenner mit ihren Geschenken: Es gab „Magischer Fußglitzer“ für die Prinzessin und „Goldene Fußbutter“ für den Prinzen. Nach der Übergabe der Amtsinsignien sang das frisch inthronisierte Prinzenpaar sein selbst geschriebenes Mottolied: „Zosamme jonn, zosamme stonn, zosamme fiere“. Damit erinnerten sie an die Corona-Pandemie, an die Flut und den großartigen Zusammenhalt „em Dörp“. Die Zeichen für eine unvergessliche Karnevalszeit mit Prinz Udo I. und Prinzessin Sonja II. stehen ansonsten gut: Er arbeitet als Informatiker bei Haribo, was die Goldbären sichert. Sie ist  Pfarrsekretärin bei der katholischen Kirche und sorgt daher für den Segen vom „obersten Chef“. Über die hauseigenen Garden hinaus garantierte am Proklamationsabend Ex-Höhner Franz-Martin Willizil als Solo-Sänger Unterhaltung der besonderen Art.

 Bereit zum Alaaf mit Bürgermeister Ludger Banken (Mitte) sind die kommenden Rheinbacher Tollitäten beim Empfang im Rathaus.
Bereit zum Alaaf mit Bürgermeister Ludger Banken (Mitte) sind die kommenden Rheinbacher Tollitäten beim Empfang im Rathaus. Foto: Axel Vogel

Rechtzeitig vor dem offiziellen Beginn der närrischen Session nahm der Karneval nach einjähriger Corona-Pause auch in Rheinbach wieder Fahrt auf: Bürgermeister Ludger Banken hatte zur Verabschiedung der alten und zur Vorstellung der neuen Tollitäten ins Rathaus eingeladen. Wegen der immer noch nicht überwundenen Pandemie stellen in diesem Jahr allerdings nur zwei Rheinbacher Orte Majestäten: die in der Glasstadt bekannt närrischen Karnevalshochburgen Oberdrees und Wormersdorf. Die Oberdreeser dürfen sich in diesem Jahr auf ein Prinzenpaar freuen: auf Prinz Dieter I. und Prinzessin Conny I. (Schürheck), die von ihrem Chefadjutanten Ralf Nuß begleitet werden. Wormersdorf, das Land der Liebe, ist ab dem 11. November in weiblichen Händen.

Als erstes Wormersdorfer Jugenddreigestirn regieren Prinzessin Mylène Declair, Bäuerin Celina Berke und Jungfrau Lillith Kalff die Nachwuchsjecken. Und damit sie nicht alleine unterwegs sind, haben sie ihre Adjutantinnen Helga Bensberg, Steffi Tönnes und Franzi Jäger zur Seite. Die Wormersdorfer Prinzessin heißt Melanie I. (Saftig). Wer ebenfalls eine gute Figur neben den neuen Tollitäten abgab: Bürgermeister Banken. Seinen ersten Tollitätenempfang als Bürgermeister moderierte er höchst unterhaltsam und mit viel Humor.