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TV Rheinbach: Vereinsheim wird wegen Flutschäden abgerissen

Durch die Flut zerstört : Vereinsheim des TV Rheinbach wird abgerissen

Das Vereinsheim des TV Rheinbach wurde bei der Flut stark beschädigt. Nun steht fest: Es wird abgerissen. Für das Gelände gibt es schon neue Pläne.

Das von der Flut im Juli zerstörte Vereinsheim des TV Rheinbach am Stadtpark wird nicht wieder aufgebaut. Das hat der Erste Beigeordnete Raffael Knauber in der jüngsten Ratssitzung mitgeteilt. „Erst recht nicht an dieser Stelle“, sagte er. Das städtische Gebäude soll so schnell wie möglich abgerissen werden.

Das Vereinsheim liegt im hochwassergefährdeten Bereich direkt am Gräbbach und am ehemaligen Waldschwimmbad am Stadtpark. Hier hatte die Flut am 14./15. Juli enorme Schäden angerichtet, die noch immer gut zu sehen sind. Der frühere Eingangsbereich ist komplett weggespült, ein tiefer Graben macht Leitungen und Kanäle sichtbar. Hinter dem Gebäude zum ehemaligen Waldschwimmbad hin sieht es ebenfalls noch übel aus. Ausschwemmungen haben auch die Terrasse zerstört und Scheiben von Fenstern und Türen zerbrochen.

Flut und Vandalismus

Einiges ist allerdings nicht auf die Flut zurückzuführen. Vielmehr hat es zusätzlich noch Vandalismus gegeben, wie entsprechende Hinterlassenschaften zeigen. So haben Unbefugte rücksichtslos den Absperrzaun umgelegt, der das Gelände mangels abschließbarem Tor nach der Flut vor unberechtigtem Zugang sichern sollte. In der vergangenen Woche musste sogar die Freiwillige Feuerwehr anrücken, weil aus dem Gebäude Rauch aufgestiegen war.

Nach dem Abbruch der Bestandsgebäude soll das gesamte Gelände renaturiert werden, wie Knauber angekündigte. Eine gute Basis ist bereits vorhanden, seit das ehemalige Waldschwimmbad in Biotope verwandelt wurde. Eventuell werde auch das diesseits des Gräbbachs im Stadtpark gelegene Gelände des Tennisclubs Rot-Weiß zurückgebaut, samt Klubhaus, Ascheplätzen und Zaunanlage. Das Tennisgelände ist bereits aufgegeben. In der Gesamtheit könnten beide Maßnahmen ökologische Vorteile bringen, so Knauber.

Bau neuer Turnhalle im Gespräch

Auch an Alternativlösungen für den RTV wird gearbeitet. Perspektivisch sei eine Lösung an einem neuen Standort denkbar, „möglicherweise mit dem Bau der neuen Dreifach-Turnhalle“, sagte der Erste Beigeordnete. Der Neubau einer Dreifach-Sporthalle an der Gesamtschule an der Villeneuver Straße ist von der Lenkungsgruppe zur Sportstättenentwicklungsplanung empfohlen. Der Handlungsbedarf in Sachen Sporthallen wird vor allem nach der Hochwasser-Katastrophe als vordringlich gewertet und beschlossen, vor allem angesichts der Zerstörung der Halle Flerzheim, die nicht mehr nutzbar ist, und den Hochwasserschäden an der Halle Pallottistraße. Über einen Neubau werden aber mindestens drei Jahre, eher sogar einige mehr ins Land gehen, wie auch der Erste Beigeordnete Knauber in der Ratssitzung sagte.

„Wenn aber darüber so lange Zeit ins Land geht, wie viele Mitglieder wird der Verein dann noch haben?“, fragt sich der Vorsitzende des Stadtsportverbands, Karl-Heinz Carle. Der geschäftsführende RTV-Vorstand Thomas Schloßbauer sagt: „Wir sind mit mehr als 1100 Mitgliedern in allen Abteilungen ein starker Verein, aber wir stehen im Wettbewerb mit anderen Vereinen. Da sind adäquate Sportstätten wichtig, um Mitglieder nicht zu verlieren. Mitglieder neu zu gewinnen, ist wesentlich schwieriger.“ Folglich sei eine Übergangslösung für den Fortbestand des Vereins zwingend notwendig.

Übergangslösung geplant

In Sachen Übergangslösung sehen sich Stadt, Stadtsportverband und RTV gemeinsam auf einem guten Weg: Ein Pavillon in Fertigbauweise soll neben den Umkleiden an der Kunstrasenanlage hinter der Stadthalle entstehen. Der Pavillon ist als Übungsraum für die Ballett-Gruppen geplant sowie für Fitness-, Reha-, Yoga- und andere Kurse des RTV. Auch die Geschäftsstelle, die sich seit der Zerstörung des Vereinsheims in der Industriestraße 25 befindet, soll dort einziehen. Mit einer Firma werde derzeit die Detailplanung erarbeitet, so Schloßbauer, und dann werden weitere Angebote eingeholt. Einen Zeitplan für die Umsetzung gibt es noch nicht, aber „so schnell wie möglich“. Auf jeden Fall werde die Pavillonlösung mindestens fünf oder sechs Jahre Bestand haben können.

Im „Flutprogramm“ ist keine Finanzierung von Übergangslösungen vorgesehen, so Carle. Aber er sei im Gespräch mit der Staatskanzlei im Hinblick auf eine Teilförderung über das Programm „Moderne Sportstätten“. Der Verein werde einen Eigenanteil leisten. Zudem sei ein Zuschuss von einem großen Sportartikelhersteller avisiert.