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Fernsehmeteorologe Sven Plöger in der Gemeinschaftsgrundschule : Unterricht mit dem "Wetterfrosch"

Fernsehmeteorologe Sven Plöger in der Gemeinschaftsgrundschule : Unterricht mit dem "Wetterfrosch"

Für Anna Lena Niklaus war es ein Erlebnis, ihren Onkel Sven Plöger einmal als Lehrer zu erleben. Der "Wettermann", bekannt aus Funk und Fernsehen, besuchte die 4 b der Rheinbacher Gemeinschaftsgrundschule am Sürster Weg.

Mucksmäuschenstill waren die 25 Grundschüler, als der "Promimeteorologe" die Entwicklung von Gewittern, Stürmen, Unwettern, Blitzen und Hurrikans erläuterte.

Spannend, witzig und humorvoll erklärte der in Bonn geborene und in Sankt Augustin aufgewachsene "Wetterfrosch" wie sich klimatische Veränderungen am Himmel zeigen, wie man sich bei Blitzen verhalten soll und wie sich Hagelkörner durch mehrere Aufwinde immer weiter vergrößern können. Keno, Nikolas, Sharlin, Eva und ihre Klassenkameraden lauschten den Ausführungen andächtig.

Die Schüler hatten sich im Vorfeld auf den außergewöhnlichen Besuch bestens vorbereitet. So wollten die Neun- und Zehnjährigen nicht nur Klima und Umwelt thematisieren, sondern auch mehr über den beruflichen Werdegang Plögers, seine Ausbildung zum Meteorologen, seine Fernsehauftritte sowie sein Privatleben erfahren.

Der zweistündige Sonderunterricht war Auftakt zu einer Unterrichtsreihe über Klima und Umwelt in den kommenden Wochen. "Wir wollten auch einmal sehen, was die Kinder interessiert", machte Lehrerin Antje Thomi deutlich. Ganz überraschend war für die Schüler, dass die Wetterkarte, die der Zuschauer beim Blick auf das Wetter im Fernsehen hinter dem Meteorologen sieht, im Studio gar nicht existiert, sondern von einem Monitor eingespielt wird.

"Hinter mir ist eine grüne Wand. Mit der Hand muss ich dann eine Richtungsänderung von 90 Grad absolvieren, um auf der nicht vorhandenen Karte die Bewegung des Wetters zu zeigen", erklärte der 48-Jährige, der in Ulm wohnt, schmunzelnd.

An zwölf Tagen im Monat ist er für WDR und ARD auf Sendung. Wie Plöger den Jungen und Mädchen erzählte, war er schon als Kind von den Wolken und dem Wechsel des Wetters fasziniert. "Ich konnte stundenlang nach oben sehen, um die Veränderungen zu beobachten", so Plöger. Da lagen die Berufswahl und das Studium der Meteorologie in Köln für den jungen Sven Plöger nicht mehr weit. In diesem Zusammenhang empfahl er den Kindern, "die Schule gut zu durchlaufen, um das zu werden, was man werden möchte".

Die Frage, ob man Angst vor dem Klimawandel haben müsse, verneinte Plöger. "Es ist eine ernste Situation. Aber Angst zu haben, ist keine Lösung. Man sollte sich auf politischer Ebene einigen. Und auch wir normale Menschen können etwas tun. Zum Beispiel kann man sich überlegen, ob man mit dem Fahrrad oder dem Auto fährt."

Für Thomi war der Schnellkursus in Klima- und Umweltfragen ein pädagogisches Erlebnis. "Er hat die Kinder da abgeholt, wo sie sind. Die Schüler waren begeistert. Sie klebten ja förmlich an seinem Mund". Und Nichte Anna Lena war stolz auf ihren Onkel.