Überschwemmungen in Rheinbach und Swisttal Nach dem Unwetter entspannt sich die Lage an der Swist

Update | Rheinbach/Swisttal · Starke Regenfälle haben seit Donnerstagabend für viele Einsätze in Rheinbach, Swisttal und Meckenheim gesorgt. Die Swist trat an vielen Stellen über die Ufer.

Unwetter und Überflutungen an Swist und Ahr: Bilder aus Rheinbach, Swisttal, Bad Neuenahr
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Bilder von den Unwettern in der Region

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Foto: AHR-FOTO

Gewitter und Unwetter haben am Donnerstagabend und in der Nacht zu Freitag insbesondere Einsatzkräfte im Kreis Ahrweiler und im Rhein-Sieg-Kreis in Atem gehalten. Zuvor hatte der Deutsche Wetterdienst (DWD) vor starken Gewittern der Stufen zwei bis drei (von insgesamt vier) in Bonn und der Region gewarnt. Der DWD hatte Hagel und Starkregen bis zu 25 Liter pro Quadratmeter innerhalb kurzer Zeit vorhergesagt. Für den Rhein-Sieg-Kreis, Bonn und den Kreis Ahrweiler gab die Warnapp Nina zudem eine Warnung vor Hochwasser heraus. Am Freitagmorgen bestand die Warnung noch für Rheinbach, Swisttal und Meckenheim. In Bonn habe es keine wetterbedingten Einsätze gegeben, sagte ein Sprecher der Feuerwehr am Freitagmorgen.

B56 wegen Überschwemmung gesperrt

Die Bundesstraße 56 ist laut einer Mitteilung von Straßen.NRW zwischen der A61 (Anschlussstelle Miel) und der Kreuzung L163 (Vier Bänke) gesperrt worden. Dort habe sich Wasser in einer Senke gesammelt und für eine Überschwemmung gesorgt, berichtete die Polizei am Freitagmorgen. Auch die L163 (Baumschulen) in Flerzheim ist wegen Überflutung gesperrt worden. Beide Sperrungen sollten bis Samstagmittag bestehen bleiben, hieß es am Freitagnachmittag. Die K62 sei zwischen Wormersdorf und Meckenheim bis 12 Uhr gesperrt gewesen.

Swist sorgt für Einsätze in Rheinbach, Meckenheim und Swisttal

Die Swist und ihre zulaufenden Bäche führten ab Donnerstagabend Hochwasser. Anwohner sollten es vermeiden, sich in Kellern aufzuhalten, da dort Lebensgefahr drohen könnte. Um Mitternacht meldete die Stadt Rheinbach, dass sie den Stab für außergewöhnliche Ereignisse aktiviert habe. Kräfte der Feuerwehr und des Betriebshofs seien im Einsatz, das Bürgertelefon sei unter den Rufnummern 02226/8241291 und 02226/8241292 erreichbar.

Weil der Wasserstand des Swistbachs anstieg, wurden in Flerzheim die Notfallmeldestelle und der Selbsthilfe-Standort im Sportlerheim bis in die Nacht hinein besetzt. Daher hätten die Einsatzkräfte der Feuerwehr alle verfügbaren mobilen Hochwasserschutzelemente und Sandsäcke nach Flerzheim gebracht. Um kurz vor 2 Uhr teilte die Stadt mit, dass die Swist in Flerzheim teilweise über den Rand des Betonbetts getreten sei. Danach entspannte die Lage sich zunächst aber wieder ein wenig.

Auch die Stadt Meckenheim mahnte in den sozialen Medien in der Nacht, dass „trotz leicht fallender Pegelstände weiterhin dringend Vorsicht“ geboten sei. „Die Hochwassergefahr mag abnehmen, aber die Situation bleibt ernst! Bitte meidet weiterhin die Bereiche entlang der Swist und den zulaufenden Bächen, da Lebensgefahr bestehen könnte“, schrieb die Kommune auf ihrer Facebook-Seite.

Die Feuerwehr Swisttal teilte am frühen Freitagmorgen auf ihrer Facebookseite mit, dass sich im Laufe der Abendstunden „die Wassermassen in der Swist ihren Weg über Meckenheim und Rheinbach bis nach Swisttal gesucht“ hätten. Die enormem Regenmengen hätten in der Folge zu einem rasanten Pegelanstieg der Swist von teilweise einem Zentimeter pro Minute geführt. Besonders betroffen sei der Bereich Morenhoven gewesen. Es sei in der Nacht ein Pegel von 2,55 Meter festgestellt worden.

„Um die Einsatzkräfte zu koordinieren und die Pegelstände zu kontrollieren, wurde um 22:20 Uhr zunächst die Führungsstelle der Feuerwehr Swisttal im Gerätehaus Miel besetzt. Um 0 Uhr wurde dann die Löschgruppe Morenhoven alarmiert, da dann eine Gefährdung der Anlieger nicht mehr ausgeschlossen werden konnte“, schrieb die Feuerwehr. Im weiteren Verlauf seien die Löschgruppe Buschhoven sowie die Löschgruppe Odendorf zur Unterstützung alarmiert worden. Die Löschgruppe Ludendorf habe am Bauhof Sandsäcke gefüllt. Zudem hätten Kräfte aus Rheinbach, Sankt Augustin und Lohmar zur Seite gestanden.

„Durch unsere Einsatzkräfte wurden die Anlieger über die drohende Gefahr des Übertritts der Swist gewarnt (klingeln und Lautsprecherdurchsagen). Parallel wurden Hochwasserschutzsysteme und Sandsackdeiche errichtet, um Anlieger und Kanäle zu schützen.“ Aktuell entspanne sich die Lage etwas und der Pegel der Swist in Morenhoven sei leicht fallend. „Der Pegel Heimerzheim wird von uns weiterhin genaustens beobachtet. Unsere Führungsstelle ist weiterhin besetzt.“

In Swisttal, Rheinbach und Meckenheim waren die Einsatzkräfte laut eines Sprechers der Rettungsleitstelle des Rhein-Sieg-Kreises am Freitagmorgen weiterhin im Einsatz. Der Pegel sinke jedoch. Verletzt worden sei niemand, sagte er.

„Mittlerweile hat es sich wieder beruhigt“, bestätigte Jörg Kirchhartz, Wehrleiter der Feuerwehr Rheinbach, am Freitagmorgen in Flerzheim. Weil die Zuflüsse abgeschwollen seien, könne die Swist nicht mehr über die Ufer treten. „Man kann zusehen, wie der Pegel minütlich fällt.“ Eine akute Gefährdung bestehe nicht mehr. Am Freitagvormittag konnte die Feuerwehr nach eigenen Angaben ihren Einsatz in Flerzheim beenden. Auch der Hochwasserschutz sei zurückgebaut worden.

Am Freitagvormittag gab auch die Stadt Rheinbach bekannt, dass sich die Lage „insgesamt entspannt“ habe. Die Konrad-Adenauer-Straße, die Straße Swistbach, die Mönchstraße und die Zippengasse in Flerzheim seien teilweise überflutet worden. Einen großen Teil des Wassers hätten die Einsatzkräfte jedoch mithilfe von mobilen Hochwasserschutzelementen und Sandsäcken zurückhalten können. Am Freitagvormittag waren die Einsatzkräfte demnach noch mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Das Bürgertelefon ist am Freitag noch bis 12 Uhr unter den Rufummern 02226/8241291 und 02226/8241292 erreichbar.

„Wir sind glimpflich durch das Unwetter gekommen“, schrieb die Stadt Meckenheim am Freitagvormittag auf Facebook. Der Wall in der Swistbachaue habe gehalten und auch die Rechen im Altendorfer Bach hätten ihre Funktion erfüllt.

Menschen, die etwa aufgrund eines vollgelaufenen Kellers eine Sonderabfuhr für Sperrmüll benötigen, sollen sich nach den Angaben der RSAG zunächst mit ihre Kommune in Verbindung setzen. Diese sammelten zunächst die betroffenen Adressen und leite sie dann an die RSAG zur Planung von Sondertouren weiter. Die Entsorgungsanlagen der RSAG seien nicht von dem Unwetter betroffen gewesen und somit regulär geöffnet, hieß es.

Überflutete Autobahnen bei Meckenheim

Zuerst hatte sich das Gewitter gegen 18 Uhr in Niederkassel-Ranzel bemerkbar gemacht. Dort fielen zum Teil handflächengroße Hagelkörner vom Himmel. Gegen 19 Uhr warnte die Polizei auf der A565 zwischen Bonn und Meckenheim vor Gefahren durch Hochwasser. Dort stand das Wasser etwa drei Zentimeter hoch, teilte die Autobahnpolizei auf Anfrage mit. Im Bereich zwischen Merl und dem Kreuz Meckenheim sollten Autofahrer vorsichtig unterwegs sein.

Auch auf der A61 bestand zwischen dem Kreuz Meckenheim und dem Dreieck Sinzig in beide Richtungen Gefahr durch Überflutungen.

Für den Rhein-Sieg-Kreis verzeichnete die Rettungsleitstelle bis Freitagmorgen rund 35 wetterbedingte Einsätze. Dabei handelte es sich nach Angaben der Leitstelle vor allem um umgestürzte Schilder und vollgelaufene Keller.