Projekttag in Rheinbacher Schulen und Kitas Vorschulkinder füttern "Onkel Franz"

RHEINBACH · Können Regenwürmer sehen? Ertrinkt der Regenwurm im Wasser? Seit Dienstag kennen Carl und Franka die Antworten. Per Experiment erfuhren die Schüler der dritten Klasse an der Gemeinschaftsgrundschule (GSG) Sürster Weg in Rheinbach, dass Regenwürmer bis zu einer Minute im Wasser bleiben können, ohne zu ertrinken.

 Vom Ei bis zum Schmetterling: Beim Tag der Insekten an den Schulen und Kitas bastelten die Kinder der Klasse 1c der Grundschule Sürster Weg Raupen mit Lehrerin Andrea Thierbach .

Vom Ei bis zum Schmetterling: Beim Tag der Insekten an den Schulen und Kitas bastelten die Kinder der Klasse 1c der Grundschule Sürster Weg Raupen mit Lehrerin Andrea Thierbach .

Foto: Axel Vogel

Und die beiden Achtjährigen haben wie ihre Klassenkameraden gelernt, dass die Würmer zum Stamm der Gliederfüßler gehören, Helligkeit und Dunkelheit unterscheiden können, dem Licht allerdings aus dem Wege gehen. Das alles erfuhren sie im Rahmen des zdi (Zukunft durch Innovation) Projekttags zum Thema "Die Welt der Krabbeltiere".

"Einen ganzen Tag lang haben die Kinder sich die Tiere mit der der Lupe genau angesehen. Schon in den Ferien haben sie die Würmer gesammelt, so dass wir beim Projekttag genügend Tiere hatten", erläuterte Klassenlehrerin Katharina Petersen, die gemeinsam mit Kollegin Steffi Glaesken, die die Parallelklasse unterrichtet, den Projekttag vorbereitetet hatte. Carl und Franka gefiel der Tag sehr, "denn er war spannend und toll, weil wir viel gelernt haben und die Regenwürmer auch anfassen konnten".

Das Leben von "Onkel Franz" war das Thema der Vorschulkinder in der Evangelischen Tageseinrichtung "Theodor Fliedner" an der Schumannstraße. Schon als Vorbereitung auf den Projekttag hatte sich die Kita "Onkel Franz" - eine Spinne - angeschafft. Seit fast zwei Wochen lebt das achtbeinige Tier in einem Terrarium im Eingangsbereich der Kita, wird von den Fünf- und Sechsjährigen mit Fliegen gefüttert und beobachtet. Anhand der Geschichte der kleinen Spinne Widerlich (von Diana Amft), die sich selber fragt, warum die Menschen sie nicht mögen, setzten sich die Nachwuchsforscher mit dem Leben dieser Tiere auseinander. Ein Gedicht und ein Lied zu diesen Krabblern sollten den Kindern die Angst vor Spinnen nehmen.

Aus einer Kastanie, Schaschlikspießen und Baumwollfäden bastelten die Jungen und Mädchen am gestrigen Projekttag ein Spinnennetz. Angst vor Spinnen hatte die fünfjährige Stella noch nie. "Wir haben bei uns im Keller viele Spinnen. Da habe ich in einem Glas eine mitgebracht. Ich finde es toll, dass die Spinnen Netze ziehen. Wenn man Wasser darauf spritzt, leuchten die Fäden. Das ist schön", meinte die kleine Forscherin.

Kein Freund der Spinnen

Das indes sah Jonas ganz anders. Er kann Spinnen immer noch nichts abgewinnen. "Sie sind doch ein wenig gefährlich", hob der Sechsjährige hervor. In zwei Gruppen beschäftigten die stellvertretende Kita-Leiterin Corinna Windeck und Kollegin Christiane Haronska ihre Schützlinge. "Sie haben die Unterschiede zwischen Wolfsspinne, Netz-, Haus- und Wespenspinnen kennengelernt. Anfangs fanden die Kindern die Tiere ekelhaft. Jetzt hat sich das bei einigen jedoch geändert", zeigte sich Windeck zufrieden.

Für die Informatikklasse des Vinzenz-Pallotti-Kollegs bedeutete der Projekttag etwas Besonderes. Denn sie drehten, jeder für sich am Computer, im Berufskolleg für Glas, Keramik und Gestaltung einen kleinen Animationsfilm in 3D.

Unter der Leitung von Volker Leyendecker, Lehrer für audiovisuelle Gestaltung und Gestaltungstechnik am Berufskolleg, lernten die Jungen die technischen Möglichkeiten bei der Herstellung von Animationen kennen. Grundlage war das professionelle Visualisierungsprogramm "Autodesk 3ds Max". Das Programm bietet verschiedene Dummys unterschiedlicher Tiere an. Die Neuntklässler hatten einen Leguan in eine kriechende Bewegung zu bringen. Vier Kameras zeichneten am Ende die Bewegungen auf.

"Die Schüler haben sich zunächst mit der Tastatur, der Navigation und dem Programm vertraut gemacht. Denn das ist nicht ganz einfach", machte Leyendecker deutlich. Björn Palmert, Informatiklehrer am Vinzenz-Pallotti-Kolleg, kann dem nur zustimmen. Er saß selbst am PC und und versuchte die Anweisungen umzusetzen. Alexander Weiß (14) und Finn Becker (15) waren zufrieden, als sie einen Kreis, den sogenannten Pfad, auf dem Bildschirm platzierten und der Leguan nach einigen Klicks auf der Bahn seine Runden drehte. "Bis der Leguan läuft, braucht man schon zwischen 500 und 1000 Klicks. Das ist schon eine langwierige Angelegenheit", lächelte Leyendecker.

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