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Herbst in der Region: Was macht die Jahreszeit aus?

Herbst in der Region : Was macht die Jahreszeit aus?

Es wird warm an diesem Wochenende, und der Oktober zeigt sich von seiner goldenen Seite. Der GA hat gefragt, was Menschen aus dem Vorgebirge und der Voreifel mit dem Herbst verbinden.

  • Laub: Die Umgebung von Denkmälern, Bushaltestellen, Dorfplätzen. Seit Anfang des Monats rücken Stephan Hinsen (33), Florian Wirtz (47) und Wolfgang Wollenweber (44) vom Baubetriebshof dem Swisttaler Laub mit Rechen und Laubbläser zu Leibe. Vorrang haben stark frequentierte Plätze. "Wir arbeiten nach Reinigungsplan, müssen aber vor Ort häufig spontan reagieren. Wenn beispielsweise viele Autos auf einem Platz parken, macht das wenig Sinn", sagt Florian Wirtz. Ergiebig beim Blattabwurf sind Pappeln, während Eichen etwas länger brauchen. "Im Moment ist der Laubabfall noch stockend. Das ändert sich aber schlagartig mit dem ersten Frost. Dann fällt alles", so Wirtz.
  • Lesen: In punkto Buchempfehlungen muss Franzis Steinhauer (48) nicht lange überlegen. Was zum einen daran liegt, dass Steinhauer seit 21 Jahren mit Begeisterung die Öffentliche Bücherei Sankt Matthäus Alfter leitet, zum anderen momentan angetan von Ralph Dohrmanns Bremen-Roman "Kronhardt" ist. Erzählt wird die Geschichte einer Unternehmerfamilie vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis in die jüngste Gegenwart. Im Mittelpunkt steht Willem, der Erbe einer alteingesessenen Maschinenstickerei, den der rätselhafte Tod seines Vaters nicht loslässt. "Ich finde das Buch sehr humorvoll, spannend und sprachlich klasse", sagt Steinhauer. Das gilt auch für "Ganz normale Helden" des Neuseeländers Anthony McCarten. Eine "spannende Familiengeschichte", die den Tod des jüngsten Sohns thematisiert.
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  • Landwirtschaft: Für Bio-Bauer Leonhard Palm (49) aus Bornheim-Uedorf ist der Herbst keine ruhige Jahreszeit. "Wir haben jetzt wesentlich mehr zu tun als im Frühjahr, wenn man pflanzt und dann eigentlich auf die Ernte wartet." Zumal sich die Natur aktuell im Umbruch befindet. Während auf dem Hof von Leonhard und Isabella Palm noch die Vermarktung der Sommerkulturen wie Salat, Radieschen, Mangold, Rettich oder Kohlrabi läuft, geht die Ernte auf der 40 Hektar großen Ackerfläche dem Ende zu. Sprich: Die Kühlhäuser müssen mit Rot- und Weißkohl und Wirsing gefüllt werden. Parallel gedeihen in den Gewächshäusern Tomaten- und Gurkenkulturen, aber auch das Säen von Roggen und Weizen auf den Feldern drängt. Darüber hinaus hat Leonhard Palm ein Auge auf seine vermieteten Gärten des Projekts "Meine Ernte", die bis zum 15. November von Hobbygärtnern zurückgegeben und dann frei von Stangen und Gewächshäusern sein müssen - bis es im Frühjahr wieder losgeht.
  • Wandern: Eine Abenteuer-Tour hat Heinz Kessel vom Eifel- und Heimatverein Rheinbach für den GA ausgearbeitet. Die Route ist zwar mit drei Kilometern überschaubar, wer aber die Augen nicht aufhält nach dem Weg "A 8", könnte länger unterwegs sein. Start ist am Parkplatz Steinbruch an der L 113 hinter dem Waldhotel bei Rheinbach. Vom Parkplatz aus links halten und 200 Meter auf dem Radweg gehen. "Dann wird's knifflig, denn an der ersten Leitplanke rechts muss die Straße überquert werden in den Wald", sagt Kessel. Nach der kleinen Brücke heißt es, der "A 8" zu folgen, vorbei am Katharinenweiher, der Quelle "Frisches Brünnchen", auf dem Schlebacher Weg und dem Speckelsteinpfad hin zum Forstweiher und dann zurück zum Ausgangspunkt. "Ist alles kinderwagengeeignet", betont der 77-jährige Profi-Wanderer.
  • Spielen: Wenn es draußen früher dunkel wird, leuchtet es auf den Tischen im Gielsdorfer Pfarrsaal besonders oft. Denn der Herbst ist für die rund zehn Mitglieder der Gruppe "Gielsdorf spielt" die ideale Zeit, um sich dem Familienspiel "Vampire der Nacht" zu widmen. Aufgebaut werden die Figuren im Hellen, damit die Fledermaus und Vampir Leo bei ihrer Mission, den Hof der Vampirburg von Knoblauchknollen zu säubern, auch wirklich fluoreszieren. Seit gut fünf Jahren trifft sich die Truppe, die Joachim Braunbeck ins Leben gerufen hat, mittwochs von 18 bis 22 Uhr und jeden vierten Sonntag ab Oktober bis April von 15 bis 18 Uhr an der Blechgasse 4. Gespielt wird alles, was Spaß macht: "Das Kartenspiel "Phase 10" hat es Doris Böttcher (57) und Barbara Ohlert (52) angetan. Ganz nebenbei mag Böttcher die Geselligkeit und die "netten Leute", während Ohlert, Mutter von vier Kindern, am Mittwochabend familienfrei hat.
  • Essen: Adieu, Ihr Himbeeren, Pfirsiche und Nektarinen, willkommen Clementinen, Granatäpfel und Kürbisse. "Für die Meckenheimer muss ich jetzt auch immer Trauben dabei haben", sagt Markthändler Helmut Kutz. Jeden Donnerstag baut der 41-Jährige seinen Stand auf dem Kirchplatz in Alt-Meckenheim auf. "Die Kunden kaufen besonders gerne den Hokkaido-Kürbis, da man den mit der Schale kochen kann", sagt Kutz. Seine Spezialität: Gewürztomaten. "Den Namen haben wir ihnen selbst gegeben, da sie so intensiv schmecken", erklärt der Fachmann.

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