1. Region
  2. Voreifel & Vorgebirge
  3. Rheinbach

Kein Geld wegen Corona : Weihnachtsbeleuchtung bleibt in Rheinbach aus

Kein Geld wegen Corona : Weihnachtsbeleuchtung bleibt in Rheinbach aus

Dem Rheinbacher Gewerbeverein fehlt das Geld, um die Kosten von mehr als 30 000 Euro zu stemmen.

Die Weihnachtsbeleuchtung, die seit Jahrzehnten im Advent Akzente in der Rheinbacher Innenstadt setzt, wird es in diesem Jahr nicht geben. Der Grund für den Verzicht sind die hohen Kosten, die die Geschäfte und der Gewerbeverein allein stemmen müssen. Appelle in den vergangenen Jahren, dass die Finanzierung auf mehr Schultern verteilt werden müsse, fanden offenbar kaum Gehör.

„Die Weihnachtsbeleuchtung kommt allen zugute“, sagt Oliver Wolf, Vorsitzender des Gewerbevereins. „Das ist auch ein Thema von Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung und auch der Bürgerstiftung. Der Einzelhandel und der Gewerbeverein können in diesem Jahr definitiv die Beleuchtung nicht finanzieren, weil das Geld einfach nicht da ist“, sagt Wolf. Einzig kleinere Beiträge von der UWG und der Bürgerstiftung seien eingegangen.

Insgesamt seien laut Wolf jährlich rund 30 000 Euro für die Weihnachtsbeleuchtung angefallen. Gezahlt habe der Gewerbeverein aus Mitgliederbeiträgen zudem stets 6000 Euro für Strom und den Hubwagen, der für das Auf- und Abhängen der Lichtergirlanden an den Giebeln benötigt wird, sowie die Kosten für die Beleuchtung der Bereiche, die der Allgemeinheit zuzuordnen sind. Einzelhändler und Gewerbetreibende hätten für unterschiedlich hohe vierstellige Beträge nicht nur die Lichterketten für ihre Gebäude angeschafft, sondern jedes Jahr auch für das Aufhängen in den Giebeln 300 bis 500 Euro an Elektriker gezahlt. Für einige größere Gebäude seien auch vierstellige Beträge nötig gewesen.

Der Gewerbeverein habe in diesem Jahr wegen der Pandemie keine Veranstaltungen durchführen und Wolf zufolge auch keine Einnahmen generieren können. Zudem hält er das bisher praktizierte Verfahren der Weihnachtsbeleuchtung prinzipiell für ungerecht. „Wir nutzen unsere Mitgliedsbeiträge, um nur einen Teil unserer Einzelhändler mit der Weihnachtsbeleuchtung zu unterstützen, nämlich nur jene im Bereich der Hauptstraße. Am Voigtstor und am Dreeser Tor bekommen wir die Beleuchtung schon seit einigen Jahren nicht mehr hin. Das ist ungerecht.“ Mit der Absage wolle der Verein wachrütteln und die Aufmerksamkeit auf die Gesamtproblematik lenken. „Wir wollen eine langfristige gerechte Lösung mit gemeinsamer Finanzierung mehrerer Partner.“

Dunkel bleiben wird die Innenstadt im Advent und nach Weihnachten aber nicht. „Wir haben für überschaubare 600 Euro 80 Lichterketten gekauft, die in 80 gesponserten Weihnachtsbäumen dekoriert werden. Damit schmücken wir durchgehend vom Dreeser Tor über die Hauptstraße und Voigtstor.“ An Martin- und Pützstraße werden Strahler installiert, die Wolf sponsert.