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Seltene Gäste: Silberreiher in Adendorf

Seltene Gäste : Silberreiher in Adendorf

Seit einigen Jahren fühlen sich die Silberreiher im Winter in Adendorf wohl. Und haben nichts dagegen, beobachtet zu werden.

Graureiher erfreuen mit ihrem Besuch seit einigen Jahren immer wieder die Spaziergänger auf den Wiesen rund um das Landschaftsschutzgebiet südlich der Tongrube. Seit einigen Jahren gesellt sich das eine oder andere weiße Reiherexemplar dazu. Erstmals rasteten die strahlend weißen Silberreiher nun in einer Schar von einem runden Dutzend auf der Wiese vor dem Areal der Burg Adendorf. Der zweite Vorsitzende der Kreisgruppe Bonn des Naturschutzbunds (Nabu), Peter Meyer, beobachtet das Phänomen bereits seit knapp zehn Jahren.

„Es werden immer mehr Silberreiher, die im Winter bei uns bleiben“, sagt Meyer. Den Grund dafür vermutet der Vogelkundler in den Folgen des Klimawandels und in positiven Veränderungen der Landschaft. Dank immer mehr mit Naturschutzorganisationen zusammenarbeitenden Landwirten gebe es mehr Brachen, Schutz- und Blühstreifen. Auf solchen Flächen suchen und finden die Bodenbrüter Mäuse und Insekten.

„Im Rheinland gibt es wenig Schnee und selten zugefrorene Böden“, so Meyer. Das erleichtere den Tieren die Nahrungssuche. „Früher wären sie im Winter hier verhungert.“ Auf den Äckern stehen sie gerne bei den Graureihern. Sie brüten im Gegensatz zu den grau gefiederten Exemplaren jedoch nicht auf Bäumen, sondern gerne auf wassernahen Wiesen oder im Schilfröhricht.

Die Störche hingegen ziehen in der Regel auf ihrem Weg aus Afrika oder Spanien in den Norden nur durch das Rheinland und bleiben nie lange, berichtete Meyer. Zwei von ihnen übernachteten am Mittwoch auf den Flutlichtanlagen des Adendorfer Sportplatzes – stehend. Im Vorjahr hatte laut einer Nachbarin des Platzes ein einzelner Storch zwei Tage lang auf dem offenbar für die Vögel interessanten Hochsitz gerastet.