1. Region
  2. Voreifel & Vorgebirge

Digitale Bürgerbeteiligung: So funktioniert die neue Melde-App in Alfter

Digitale Bürgerbeteiligung : So funktioniert die neue Melde-App in Alfter

Defekte Straßenlaterne, Müllberg oder Hundekot auf dem Radweg – das alles kann in Alfter ab sofort direkt per Smartphone an die Gemeinde gemeldet werden. Annika Somberg sitzt im Rathaus am anderen Ende des kurzen Drahtes. Gemeinsam mit Bürgermeister Rolf Schumacher stellt sie die Melde-App vor.

Auf dem Pfad der Digitalisierung, den die Gemeinde Alfter beschreitet, ist sie nun einen guten Schritt weiter. Am Mittwoch stellte Bürgermeister Rolf Schumacher vor dem Rathaus in Oedekoven die neue Melde-App vor, die jetzt an den Start gegangen ist. Die ist kostenlos, niederschwellig und bündelt Beschwerden, Ideen und Anregungen jetzt in Schumachers Vorzimmer.

Dort sitzt seine Sekretärin Annika Somberg, bei der künftig alles aufläuft, was die Bürger auf dem Herzen haben. Die konnten das bislang schon telefonisch, per Mail oder direkt im Rathaus loswerden. Aber wenn sie jetzt etwa eine defekte Straßenlaterne oder illegale Müllberge finden oder zum Beispiel die Fuß- und Radwegesituation im Alma-Park oder an der Alfterer Straße für verbesserungswürdig halten, können sie nun auch einfach die App benutzen.

Die bietet eine Auswahl an Kategorien von Anregungen über Grünflächen und Hundekot bis zu Radwege, Straßenschäden und Vandalismus. Die Nutzer können bis zu drei Fotos einsenden und den Standort eines Mangels auch als GPS-Daten eingeben – besonders im Wald sei das hilfreich, sagte Schumacher. Dafür, erläuterte Somberg, müssten nur einmalig Personendaten eingegeben werden, die sich die App danach merkt, und es könne ausgewählt werden, ob eine Rückmeldung gewünscht sei. Die App merkt sich die Aktivitäten des Nutzers in einer Chronik.

„Ich wage die Prognose, dass ich Hauptnutzer der App sein werde“, meinte Schumacher. Er sei viel in der Gemeinde unterwegs. Wie ausgiebig die rund 24.000 Alfterer dieses Angebot nutzen werden, wird sich zeigen, aber in anderen Städten und Gemeinden im Rhein-Sieg-Kreis – unter anderem nutzen Hennef, Bad Honnef und Eitorf solche Mängelmelder –, bei denen sie sich informiert habe, habe sich dieses Konzept bewährt, sagte Somberg.

Sie arbeitet mit Bilal Bodabouz zusammen, dem Digitalisierungsbeauftragten der Gemeinde Alfter, der die App technisch betreut. „Wir wollen den Bürger als Partner gewinnen“, sagte er. Mit der Melde-App kombiniere Alfter Bürgerbeteiligung und Digitalisierung. „Wir denken vom Nutzer aus.“ Die Software basiert auf der Tellme-App und wurde speziell auf Alfter angepasst. Das kostete laut Pressesprecherin Maryla Günther inklusive Lizensierung 2000 Euro – für den Preis hätte man das nicht selbst entwickeln können. Die Nutzung kostet 50 Euro im Monat.

„Die App ist ein wichtiger Mosaikstein unserer Digitalisierung", fand Schumacher. Somberg leitet die Anfragen an die zuständigen Ämter weiter. Günther wies aber darauf hin, dass die Stadtverwaltung derzeit wegen der Corona-Pandemie alle Hände voll zu tun habe. Dadurch könne es in der Bearbeitung der Meldungen durch die App zu Verzögerungen kommen.

Die Melde-App für die Gemeinde Alfter ist in den App-Stores von Apple und Google zu finden. Das bisherige Beschwerdemanagement via Telefon, Mail oder direkt im Rathaus kann weiterhin genutzt werden, Informationen auf www.alfter.de unter Ideen und Beschwerden.