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So idyllisch ist der Kräutergarten an der Servatius-Kirche in Bornheim

Heilpflanzen in Bornheim : So idyllisch ist der Kräutergarten an der Servatius-Kirche

Von Basilikum bis Zitronenmelisse: Frauen ziehen im Garten der Bornheimer Servatius-Kirche viele verschiedene Heilpflanzen. Neue Mitstreiter sind willkommen.

Für die Hummeln scheint der Fall klar: Lavendel ist bei ihnen am beliebtesten. Jedenfalls fliegen sie an diesem Vormittag besonders zahlreich um den lilafarbenen Strauch herum, bestäuben eine Blüte und ziehen weiter. Der Lavendel ist aber nur eine der Heilpflanzen, die im Kräutergarten an der Rückseite der Kirche St. Servatius in Bornheim wachsen. Weitere mediterrane Kräuter wie Rosmarin und Oregano sind ebenso vertreten wie Pfefferminze, Zitronenmelisse und viele mehr.

Allen Kräutern in den thematisch unterteilten Beeten wird eine bestimmte Wirkung nachgesagt. „Oregano und Majoran helfen, wenn man eine fette Schnupfennase hat“, weiß Pfarramtssekretärin und Heilpflanzenpädagogin Monika Lorenz. Zitronenmelisse sei ein „kleiner, milder Alleskönner“. Ein Tee daraus solle „ein bisschen runterbringen, entspannen, fröhlich stimmen“. Beim Sängerkraut, verrät schon der Name die Wirkung: Der aus ihm gewonnen Tee soll gut für die Stimmbänder sein. Was zudem immer gehe, sei Pfefferminze, ergänzt Elisabeth Reining. Die Naturpädagogin engagiert sich in ihrer Freizeit im Kräutergarten.

Kein Kraut ohne Nebenwirkung

Lorenz gibt allerdings auch zu bedenken: „Kein Kraut ohne Nebenwirkungen.“ Schwangere sollten zum Beispiel möglicherweise auf Kräuter verzichten, die viele ätherische Öle enthalten. Zudem stellt sie klar, dass es sich bei den Informationen zu den etwaigen Wirkungen der Kräuter um volksheilkundliches Wissen handele. Deren Einsatz ersetze weder Arzt noch Apotheker.

Vor etwa einem Jahr ist der Kräutergarten eröffnet worden. Wochenlang waren Ehrenamtliche damit beschäftigt, die Beete herzurichten, die von kopfüber in den Boden gesetzten Glasflaschen getrennt werden. Die alten Flaschen stehen ebenso wie als Insektenunterschlupf dienende Blumentöpfe und der Komposthaufen dafür, wie wichtig Nachhaltigkeit den Frauen ist, die sich um den Garten kümmern.

Die Beete im Kräutergarten sind thematisch unterteilt. Foto: Matthias Kehrein

Auch soll der Kräutergarten ein Ort der Begegnung sein. Täglich von 9 bis 17 Uhr ist er für jeden frei zugänglich. Verschiedene Sitzgelegenheiten und ein offener Bücherschrank laden zum Verweilen ein. Nicht gewünscht ist eigenmächtiges Ernten der Kräuter. Möglich kann dies dafür beim „Treff um 5“ sein, der in der Regel einmal im Monat stattfindet. Dabei pflegen ehrenamtliche Helfer den Garten eine Stunde lang, ehe Lorenz eine Geschichte zu einem Kraut erzählt. Mitunter nutzen die Frauen die Kräuter auch kulinarisch. So hätten sie, erzählt Lorenz, auch schon gemeinsam Pesto aus Basilikum im Garten hergestellt.

Durch die Krise um das Coronavirus ist das Miteinander im Kräutergarten allerdings gestört worden, Lesungen, Workshops und Kräuterwanderungen mussten abgesagt werden. Lorenz ist froh, dass nun wenigstens der „Treff um 5“ möglich ist. Für diesen, so macht Elisabeth Reining deutlich, sind noch weitere Mitstreiter willkommen, die Freude an der Arbeit im Kräutergarten haben.

Eine Kräuterwanderung gibt es wieder am Donnerstag, 13. August. Treffen ist um 17 Uhr auf dem Parkplatz an der Viktoriawiese. Am folgenden Samstag, 15. August, sollen die gesammelten Kräuter dann bei einer Messe geweiht werden. Diese beginnt um 18 Uhr. Bei gutem Wetter soll sie unter freiem Himmel an der Kirche gefeiert werden.