90er-Jahre-Party und Gardetreffen zum Jubiläum Wie aus neun Mitgliedern der Ehrengarde Heimerzheim 250 wurden

Swisttal-Heimerzheim · Ohne sie würde im örtlichen Karneval etwas fehlen, nicht nur die schmucken blau-roten Uniformen. Die Heimerzheimer Ehrengarde feiert am Wochenende ihr 50-jähriges Bestehen. Mit neun jungen Männern fing alles an

Die Ehrengarde begleitet 1980 das Heimerzheimer Prinzenpaar Gerda und Jacki Bürvenich.

Die Ehrengarde begleitet 1980 das Heimerzheimer Prinzenpaar Gerda und Jacki Bürvenich.

Foto: privat

Die Große Heimerzheimer Karnevalsgesellschaft bestand 1974 schon 19 Jahre. Sie veranstaltete die Prunksitzungen und den Rosenmontagszug. Was fehlte, war eine Garde zur Begleitung des Prinzenpaars. So brachten Matthias Bürvenich und Hans-Josef Bürvenich den Gedanken ins Spiel, eine Ehrengarde zu gründen. Die ersten neun Gardisten waren Josef Hambach, Franz Georg Hambach, Präsident Adolf Hambach, Reinhold Bäumer, Hans Bert Zock, Alois Kessel, Hans Josef Kessel, Willi Euskirchen und Willi Rupperath. Heute nimmt die Ehrengarde unter dem Vorsitz von Frank Krämer mit 80 bis 100 Leuten, auch mit großen und kleinen Tanzgruppen, am Rosenmontagszug teil und ist damit seit Jahren die größte Zuggruppe. Insgesamt zählt sie 250 Mitglieder.

Erste Anschaffungen waren eine Standarte und ein Säbel für den Hauptmann. Der Säbel kam allerdings 1975 beim „Sturm auf die Burg Kriegshoven“ abhanden und ist bis heute nicht aufgetaucht. 1975 nahmen 15 Gardisten am Zug teil, allerdings noch in geliehenen Uniformen. Damals begleiteten sie das Prinzenpaar Hans-Walter I. und Ingrid I. (Flink). 1976 wurden eigene Uniformen angeschafft: die Jacken in leuchtendem Rot und Blau, weiße Hosen, schwarze Stiefel.

Seit 1977 sind Frauen dabei

1977 reagierte die Garde auf das Internationale Jahr der Frau zwei Jahre zuvor und ließ im Zuge der Gleichberechtigung erstmals Frauen zu: Das waren Margret Kessel, Birgit Rupperath, Josi Mahlberg, Marina Schöneseifen, Gunhild Trimborn und Wilhelmine Hambach. Ein Jahr später tanzte die Ehrengarde erstmals bei der Prunksitzung. Diese Uraufführung führte in den nächsten Jahren zur Bildung verschiedener Kadettenkorps und Tanzgruppen.

Im Jahr 1980 stellte die Garde ihr erstes Prinzenpaar: Jacki I. und Gerda II. (Bürvenich). 1982 war die Garde vom Pech verfolgt. Für den Gardetanz zu Ehren des Prinzenpaars fiel zuerst Tanzmariechen Hildegard Blanke aus. Sie stürzte bei der Generalprobe und brach sich das linke Bein. Ersatzmariechen Claudia Knoke brach sich bei der nächsten Probe den Arm. Also musste Petra Müller einspringen: Sie wurde vom Publikum lautstark gefeiert. Seit 1985 richtet die Ehrengarde die Kindersitzung aus. 1999 kam wieder ein Prinzenpaar aus der Garde: Rolf und Monica Küpper. Zum 30-jährigen Bestehen gab es 2004 ein Novum im Heimerzheimer Karneval: Das erste Dreigestirn. Angeführt von Prinz Karl Heuel lachten und tanzten sich Bauer Georg Rheindorf und Jungfrau Rudi Klimke in die Herzen der Heimerzheimer.

Trennung von der KG

2006 trennte sich die Ehrengarde von der KG, um als eigenständiger Verein zu fungieren. Zum 40-jährigen Bestehen 2014 bildete die Garde das Dreigestirn mit Prinz Stefan Klimke, Jungfrau Bernd Floss und Bauer Thomas Spilles. Heute versteht sich die Ehrengarde als Familienverein mit Angeboten für jedes Alter. „Die Tür steht immer offen für neue Jecken, die sich den Formationen anschließen möchten“, sagt Vorsitzender Frank Krämer, der im Gründungsjahr gerade mal eineinhalb Jahre alt war.