Projekt des Heimat- und Verschönerungsvereins : Alte Wegenamen in Buschhoven sollen im Gedächtnis bleiben

Mit einem neuen Projekt will der Heimat- und Verschönerungsvereins Buschhoven die alten Wegebezeichnungen im Bewusstsein halten.

Als Benno Willers vor 51 Jahren mit seiner Familie nach Buschhoven zog, nahm er an einer Führung mit dem damaligen Förster Heinz Hövelmann durch den Kottenforst zum Eisernen Mann teil. Und hörte damals die Wegebezeichnungen, die von Buschhoven zu diesem markanten Punkt führen, zum ersten Mal: Unterer Kiesweg, Mittlerer Kiesweg, Oberer Kiesweg. Nicht sonderlich einfallsreiche Namen, fand Willers. Und äußerte diesen Gedanken auch gegenüber Förster Hövelmann. Dessen Antwort weiß er noch heute: „Von den Preußen durfte man ja auch nichts anderes erwarten.“

Alte Wegenamen in Buschhoven

Wege „mit dem Lineal gezogen“

Diese Wege seien von dem damaligen Förster vor etwa 200 Jahren „mit dem Lineal“ durch den Forst gezogen worden. Willers, promovierter Landwirt mit einem Faible für die Historie im Allgemeinen und Buschhovener Ortsgeschichte im Besonderen, ließen die Bezeichnungen nicht mehr los. In jahrelanger akribischer Arbeit hat er sich auf die Spur von Flur- und Wegenamen in und um Buschhoven gemacht und im Jahr 2017 in einem 240-seitigen Buch „Buschhoven – Seine Wege, Gewässer, Flure und Straßen“ mit dem Heimat- und Verschönerungsverein Buschhoven (HVV) veröffentlicht.

Dabei wollten es Autor und HVV aber nicht bewenden lassen: die alten Bezeichnungen sollten nicht nur im Buch festgehalten sein, sondern für jedermann sichtbar ins Bewusstsein rücken. Diese Idee haben sie jetzt in die Tat umgesetzt: Mit Karl Micklisch, dem zweiten HVV-Vorsitzenden, dem aktuellen Förster Daniel Braun sowie mit tatkräftigem Arbeitseinsatz seiner drei Enkel Luk Willers, Mats Schauermann und Paul Schauermann wurden die ersten 13 stabilen Eichenpfosten mit gegossenen Aluminiumschildern an den historischen Wegen installiert, im nächsten Frühjahr sollen weitere folgen. Gegenüber dem Buschhovener Forsthaus wurde symbolisch der erste Wegepfahl durch den HVV-Vorsitzenden Georg Schneider vorgestellt und mit dem traditionellen Getränk des HVV, dem Maracuja-Sahne-Likör, gebührend gewürdigt.

Alte Wegenamen in Buschhoven
Foto: Axel Vogel

Sternförmiges Schneisensystem

Vielen geläufig ist noch die Bezeichnung „Schmale Allee“. Sie verdankt ihre Existenz der Jagdleidenschaft des Kurfürsten Clemens August (1723 bis1761), so Willers in seinem Buch. Damals seien im Kottenforst sternförmige Schneisensysteme angelegt worden und die „Schmale Allee“ als Jagdschneise von rund sechseinhalb Kilometern Länge.

„Oberer Kiesweg“, „Mittlerer Kiesweg“ und „Unterer Kiesweg“ wurden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Wirtschaftsweg gebaut. Von der damaligen Provinzialstraße – heute B56 – schlug die einstige Preußische Forstverwaltung sie als drei weitere Schneisen in südwestlicher Richtung bis etwa in Höhe des Bodendenkmals „Eiserner Mann“.

Auffallend am „Mittleren Kiesweg“, so Willers, sei die geschwungene Streckenführung bis zum „Mieler Sträßchen“ vorbei an einer alten Eiche, um dann schnurgerade auf den Eisernen Mann zuzulaufen. Der erste Teil dieses Weges sei im späten Mittelalter entstanden, zunächst als Pfad, der weitere unter preußischer Federführung im 19. Jahrhundert. Inzwischen ist die ganze Strecke Teil des überregionalen Römerkanal-Wanderweges.