1. Region
  2. Voreifel & Vorgebirge
  3. Swisttal

Gemeinschaftssportanlage in Buschhoven: Ausschuss berät über Pläne

Gemeinschaftssportanlage in Buschhoven : Ausschuss berät über Pläne

Überraschtes Staunen hat am Donnerstagabend bei den Mitgliedern des Swisttaler Planungsausschusses eine Planskizze der künftigen Gemeinschaftssportanlage für Buschhoven, Morenhoven und Miel ausgelöst. Die von Markus Fischer von der Architekten- und Ingenieur-Gesellschaft Fischer Consult und von Detlef Naumann vom Planungsbüro "sgp architekten" präsentierte Skizze war allen Fraktionen völlig neu.

"Wir sind sehr verwundert, dass damit alles auf den Kopf gestellt wird und Sie mit ganz anderen Varianten kommen", monierte Ernst Ostermann (SPD). Der Grund aber entpuppte sich als sinnvoll: Die vorgestellte Variante sei das Ergebnis aus den Gesprächen, Anregungen und Abstimmungen mit den Vereinen im Zuge der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit, erläuterten Planer und Verwaltung.

Es sei "quasi eine Machbarkeitsstudie", so Fachgebietsleiter Jürgen Funke, was alles möglich sei auf der Fläche. Es handele sich um die Wünsche der Vereine, sagte der Buschhovener CDU-Ratsherr Willi Eichmanns. Ob dies alles finanzierbar sei, bleibe abzuwarten. Die finanzielle Seite müsse ohnehin nicht der Planungsausschuss, sondern der Haupt-, Finanz- und Beschwerdeausschuss behandeln, gab Ausschussvorsitzende Gertrud Klein zu bedenken.

Die wesentlichen Veränderungen gegenüber dem vorherigen Entwurf nach den Abstimmungen des Planungsausschusses: Es sollen Flächen für einen Bouleplatz und eine Beachvolleyball-Anlage eingeplant werden, wie von den Vereinen gewünscht. Die bisherige Boule-Anlage am Wiedring würde bei Wegfall des bestehenden Sportplatzes ebenfalls aufgegeben. Allerdings soll die Verwaltung auch Alternativstandorte im Ortskern prüfen.

Die Lage der beiden künftigen Fußballfelder ist anders als bisher nicht mehr hintereinander angrenzend an die jeweiligen Schmalseiten vorgesehen. Vielmehr soll der größere Platz nach vorne Richtung Landstraße L 493 zu den Parkplätzen rücken, der kleinere Platz sich dann quer mit der Längsseite zur Bundesstraße B 56 hin erstrecken. Dies auch aus Sicherheitsgründen, um etwa bei Schüssen auf die an den Schmalseiten befindlichen Tore "Ballflüge" auf die B 56 zu verhindern. "Auch wir Planer sind gemeinsam mit den Bürgern einfach schlauer geworden", kommentierte Naumann.

Das geplante Vereinsheim mit Lagergebäude, Umkleiden und Duschen soll wegen der Nähe zur Zufahrt an die Längsseite des größeren Spielfeldes verlagert und dort in die Lärmschutzanlage integriert werden. "Die Anlage schützt sich dann sozusagen selbst mit einer Zuschauertribüne mit dem Rücken zur Wohnbebauung hin", erklärte Naumann. Die gewünschte Größe des Vereinsheims von rund 1200 Quadratmetern wird aber für deutlich zu groß und für die Vereine für kaum finanzierbar gehalten. Im weiteren Verfahren soll dies überprüft und mit den Vereinen abgestimmt werden.

Grundsätzlich sollen die Vereine an der Gestaltung eines Vereinsheims auf rund 80 mal 15 Metern Fläche mitwirken. Derzeit vorgeschlagen werden vier Umkleiden mit zwei daran anschließenden Duschen, einer Schiedsrichterkabine, einem Materialraum und zwei Toilettenräumen. Wie beim bisherigen Vereinsheim am Wiedring soll der Vorplatz zumindest teilweise überdacht werden. Ebenso soll es eine bis zu 150 Quadratmeter große Freifläche geben, die bei Jugendturnieren etwa für Hüpfburgen genutzt werden kann.

Die Kinderleichtathletik-Abteilung der Hertha hatte den Bedarf an Sprunggrube, Möglichkeit für Wurfübungen, 50-Meter-, 800- und 1000-Meter-Lauftraining sowie für Koordination, Schnelligkeit und Ausdauer für Grundschüler angemeldet. Planungsziel der neuen Anlagen sei aber nicht der Schulsport im Bereich Leichtathletik, dafür gebe es andere Sportanlagen in der Gemeinde.

Ebenfalls abgelehnt wurde die Anregung, die Anlagen auch außerhalb des offiziellen Spielbetriebs nutzen zu können. Dafür seien Spiel- und Bolzplätze vorgesehen. Auf mindestens 100 verdoppelt werden soll die Zahl der Parkplätze, ebenso sind Abstellplätze für Fahrräder vorgesehen. Für die sichere Zufahrt von der L 493 ist eine Fachplanung in Arbeit. Viele Anregungen und Forderungen der Anwohner waren zum Lärmschutz eingegangen. Dazu ist laut Planern und Verwaltung ein Schallschutzgutachten in Arbeit, ebenso läuft ein artenschutzrechtliches Gutachten.

Besorgt hatten sich einige Bürger gezeigt aufgrund der Mehrkosten von 400.000 Euro durch die Verdoppelung der Kosten des Grundstücksankaufs. Befürchtet wurde darüber hinaus eine "1,5-Millionen-Euro-Finanzierungslücke" insgesamt. Mit den Finanzfragen wird sich der Hauptausschuss beschäftigen.