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37-Jähriger nach Unfall in Swisttal schwer verletzt: Auto rast in alten Fachwerkhof in Heimerzheim

37-Jähriger nach Unfall in Swisttal schwer verletzt : Auto rast in alten Fachwerkhof in Heimerzheim

Am späten Donnerstagabend hat es einen folgenschweren Verkehrsunfall in Swisttal-Heimerzheim gegeben. Ein 37-Jähriger verlor aus noch unbekannten Gründen die Kontrolle über sein Fahrzeug.

Am Donnerstagabend schauten sich die Bewohner des Dützhof gerade das Fußball-Länderspiel der deutschen Mannschaft gegen Nordirland an und tranken noch ein Glas Wein zusammen. Das etwa 400 Jahre alte Gehöft liegt direkt an der vielbefahrenen L 182 zwischen Swisttal-Heimerzheim und Bornheim-Brenig.

Plötzlich, es ist 23.10 Uhr, gibt es einen dumpfen Knall. „Ich dachte zuerst, da hätte ein Einbrecher im Nebenzimmer ein Fenster eingeworfen“, berichtet eine Hausbewohnerin am Morgen danach. Den Schreck noch in den Gliedern, rennt man gemeinsam raus in den Hof.

Dann wird klar, was passiert ist: Ein Auto mit Euskirchener Kennzeichen ist gegen das Haus geprallt und hat die Fachwerkwand durchbrochen. Die Front des Wagens steht etwa einen halben Meter innerhalb des Hauses – nur etwa drei Meter von der Stelle entfernt, an der kurz zuvor noch Fußball geschaut wurde. Der Fahrer klettert durch die Beifahrertür aus dem Wagen.

„Er war kreidebleich, stand offenbar unter Schock, war aber ansprechbar. Wir haben ihm etwas zu trinken gegeben“, sagt eine der Betiligten. Sofort ruft sie über die Notrufnummer 110 die Rettungsleitstelle an. Wenige Minuten später treffen ein Rettungswagen, die Swisttaler Feuerwehr und die Polizei ein. Der 37-jährige Fahrer wird in ein Krankenhaus gebracht.

Der Mann habe aus noch unbekannten Gründen die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren, meldet die Polizei am Freitag. Der Fahrer selbst habe keine Erklärung für den Unfall. Die Beamten stellen keine Hinweise auf Alkohol- oder Drogengenuss fest. Der Mann sei auf der L 182 aus Richtung Brenig kommend in Richtung Heimerzheim unterwegs gewesen, als er in der Linkskurve am Dützhof vor der Einmündung der Rheinbacher Straße die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor. Dort gilt Tempo 50.

Zunächst prallt das Auto gegen den Mast des Starenkastens, reißt diesen aus der Verankerung und schleift ihn fast bis zum Haus mit. Das Auto schießt 50 Meter über eine Grünfläche und die Zufahrt zum Hof, prallt gegen einen Pflanzenkübel aus Beton und durchbricht die Wand des Fachwerkhauses. Das Loch ist drei Meter hoch und 2,70 Meter breit.

Nachdem der ADAC das Auto geborgen hat, stützt die Feuerwehr die Hauswand mit Baustützen ab. Gemeindebrandmeister Stefan Schumacher sagt, es bestehe zwar keine Einsturzgefahr, aber die Wand habe gesichert werden müssen. Alles weitere müssten Statiker und Zimmermann prüfen. Ein paar Tage später ist das Loch bereits zugemauert. Zur Unfallursache meint Schumacher, der Fahrer sei „definitiv zu schnell“ unterwegs gewesen, sonst hätte ein solcher Schaden nicht entstehen können. Auch am Dützhof ist man froh, dass sich bei dem Unfall niemand schwer verletzt hat.

Den Gesamtschaden an Haus, Starenkasten und Pkw schätzt die Polizei auf rund 55.000 Euro. In der Tat war der Schaden im Wohnzimmer beträchtlich: Auf dem Holzboden verteilten sich Trümmer des Fachwerks, ein Fenster und Gardinenstangen. Tisch und Stühle gingen kaputt, der Raum war eingestaubt. Wasser aus den Heizkörpern ist in den Keller gelaufen. „Man kann von Glück sprechen, dass hier nicht mehr passiert ist“, meint Feuerwehrchef Stefan Schumacher. Für die Polizei ist Ecke am Dützhof kein Unfallschwerpunkt. Dort habe es in den vergangenen fünf Jahren lediglich zwei Unfälle mit Personenschaden gegeben.