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Coronafälle bei Fruchthof Hensen: Schaden in Millionenhöhe befürchtet

Swisttaler Erntehelfer in Quarantäne : Schaden in Millionenhöhe bei Fruchthof Hensen befürchtet

Nachdem 19 Saisonarbeiter beim Swisttaler Fruchthof Hensen positiv auf das Coronavirus getestet wurden, geht der Chef von einem Millionenschaden aus. Indes soll die Erdbeer-Ernte trotz Quarantäne fortgeführt werden.

Oh Gott, habe ich gedacht“, erzählt Ralf Hensen. Swisttals Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner habe da etwas falsch verstanden, sagt der Geschäftsführer des Fruchthofs Hensen in Mömerzheim am Dienstag auf Anfrage. Von seinen 320 auf das Coronavirus getesteten Erntehelfern und Festangestellten waren 19 positiv. „Freiwillige aus der Bevölkerung“ könnten, wie Kalkbrenner am Montag bei der Pressekonferenz des Kreises zu den Corona-Fällen sagte, die Erdbeerernte retten. Das ist Hensen zufolge aber keine Option. Freiwillige Helfer dürften den Hof wegen der dort noch mindestens zwei Wochen geltenden Quarantäne nicht betreten.

Und selbst wenn: Um zu planen, müsste er, gibt Hensen zu bedenken, wissen, wie viele Helfer kommen. Denn die Menge der Erdbeeren, die er an den Handel verkauft, sei festgeschrieben. Kann er die vorher zugesagte Menge nicht liefern, müsse er Strafe zahlen. Hensen rechnet nun damit, dass seinem Hof ein „siebenstelliger Betrag durch die Lappen gehen“ wird. Den Ernteausfall „draußen auf den Feldern“ schätzt er auf 700 bis 1000 Tonnen.

Ganz einstellen will er die Freiluft-Ernte, die sich gerade dem Ende zuneigt, aber nicht. In kleinen Gruppen sollen die unter Quarantäne stehenden Erntehelfer weiter Erdbeeren pflücken und dabei einen Abstand von zwei Metern einhalten. „Aber da müssen wir nicht darüber reden, das wird schwierig“, ist er überzeugt.

Für die Erntehelfer, die überwiegend aus Rumänien stammen, ist die Arbeit auf den Feldern laut Hensen im Moment noch die größte Abwechslung. Denn während sie unter Quarantäne stehen, dürften sie den Hof sonst nicht verlassen. Viele wollten zurück in die Heimat, fragten sich, warum sie „eingepfercht“ werden, obwohl sie selbst nicht erkrankt sind. Und auch Hensen würde sie „am liebsten nach Hause schicken“, wie er sagt.

Was die Ernte angeht, so hofft der Obstbauer nun auf den Ertrag aus den Gewächshäusern. Erst kürzlich habe man dort gesät. Geerntet werden könnten diese Erdbeeren bis zum Jahresende.