Hochwasserlage in der Voreifel und im Vorgebirge In der Steinbachtalsperre ist wieder Wasser – durch den Dauerregen

Swisttal · Der nasse Start in den Mai lässt die Bäche der Region erneut anschwellen. In Bornheim und Swisttal musste die Feuerwehr zu Starkregen-Einsätzen ausrücken. So ist die Lage an Swist, Orbach und Steinbachtalsperre.

Am Morgen des 7. Mai hat sich etwas Wasser an der Steinbachtalsperre angestaut. Bis zur Dammscharte ist aber noch reichlich Platz.

Am Morgen des 7. Mai hat sich etwas Wasser an der Steinbachtalsperre angestaut. Bis zur Dammscharte ist aber noch reichlich Platz.

Foto: Juliane Hornstein

Es regnet in der Voreifel – und das reichlich. In Bornheim musste die Feuerwehr durch die starken Regenfälle seit letzter Nacht mehrfach ausrücken. Wenige Tage nachdem die Swist in Flerzheim aus ihrem Bett floss, sieht die Lage in der Region wie folgt aus:

■ Steinbachtalsperre

Der Steinbach hat sich hinter dem Damm zu einem flachen See aufgestaut. Allerdings ist am Dienstagmorgen die Wasserfläche winzig im Vergleich zur einstigen Talsperre. Von der Scharte im Damm, die ein erneutes Aufstauen auf die alte Höhe verhindern soll, ist der Wasserstand weit entfernt.

 Hoch und schlammig fließt der Orbach durch Swisttal-Odendorf. Am Morgen des 7. Mai ist er aber noch unterhalb der Straße.

Hoch und schlammig fließt der Orbach durch Swisttal-Odendorf. Am Morgen des 7. Mai ist er aber noch unterhalb der Straße.

Foto: Juliane Hornstein

Das bestätigt auch Ilona Schäfer, Pressesprecherin von E-Regio, zuständig für den Betrieb der Talsperre. Es sei sogar eher mit einem Absinken zu rechnen. Am Vormittag war der Abfluss durch den dauerhaft geöffneten Grundablass bereits größer als der Zufluss. „Zufluss, Abfluss und Pegel haben wir dauerhaft im Blick“, betont Schäfer. „Wenn Maßnahmen nötig sind, ergreifen wird die.“

■ Bornheim

In Bornheim musste die Feuerwehr seit Montagnacht wegen des Starkregens gleich mehrfach ausrücken. Gegen 5.30 Uhr kam es bei der Kitzburger Mühle am Rande des Bornheimer Stadtteils Walberberg zu einem Großeinsatz, der bis etwa 12 Uhr andauerte, wie Feuerwehrsprecher Ulrich Breuer berichtete. Die Hofanlage befindet sich in einer Talsenke mitten im Wald.

Wie Breuer erklärt, seien die umliegenden Böden durch den Starkregen gesättigt und das überschüssige Wasser durch die Kitzburger Mühle abgeflossen. Hierbei sei auch ein Keller mit Wasser vollgelaufen. „Vor Ort haben wir feststellen müssen, dass wir mit der vorhandenen Pumpleistung nicht hinkommen“, berichtet Breuer. Daraufhin wurde die Alarmstufe erhöht und eine Nachbarlöschgruppe hinzugezogen. Insgesamt seien etwa 30 Einsatzkräfte vor Ort gewesen.

Überflutete Straßen

Zu einem weiteren Einsatz musste die Bornheimer Feuerwehr bereits in der Nacht auf Dienstag anrücken. Auf der K33 von Rösberg Richtung Metternich sei die Fahrbahn überflutet gewesen, „weil die Felder rechts und links kein Wasser mehr aufnehmen konnten“. Dort wurde mithilfe einer Tauchpumpe die Straße freigepumpt.

Im Stadtteil Uedorf musste eine Straße zeitweise gesperrt werden, nachdem eine Autobahnunterführung vollgelaufen war. Das Regenwasser floss im Anschluss aber von allein wieder ab, weshalb laut Breuer kein Abpumpen notwendig war.

■ Swisttal

Die Swist bei Dünstekoven hat am Dienstagvormittag einen hohen Pegelstand.

Die Swist bei Dünstekoven hat am Dienstagvormittag einen hohen Pegelstand.

Foto: Hans-Peter Fuß

Laut dem Swisttaler Wehrsprecher Karsten Windolph trat die Swist in der Nacht auf Dienstag nicht über die Ufer. Die Feuerwehr habe den Zustand des Flusses engmaschig kontrolliert und die Pegelstände beobachtet. „Wir mussten aber glücklicherweise bis auf Erkundungsfahrten im Bereich der Swist keine Einsätze fahren“, so Windolph.

In der Ortschaft Swisttal-Miel sei im Bereich des Orbachs ein kleinerer Wall mit Sandsäcken als Präventivmaßnahme errichtet worden, so Windolph. „Damit dort kein Wasser in die Wohnbebauung läuft.“ Es habe sich aber nur um einen kleinen Einsatz mit wenigen Sandsäcken gehandelt, bei dem ein Kanalablauf abgedichtet wurde. Inzwischen würden die Pegel wieder fallen.

■ Meckenheim

Laut Jens Hapke, Sprecher Feuerwehr Meckenheim, sind dort für Dienstag keine wetterbedingten Einsätze angefallen. Noch am 2. Mai sei die Wehr zu 31 Einsätzen ausgerückt, am nächsten Tag seien noch vereinzelt Straßen überflutet gewesen. Seitdem habe sich die Lage aber beruhigt.

■ Rheinbach

In Rheinbach kam es in der vergangenen Nacht zu keinen Fluteinsätzen, wie Feuerwehrsprecher Thomas Knoch auf Anfrage erklärte. Man beobachte weiterhin die Wetterlage, doch im Moment bestehe kein Anlass zur Sorge.

■ Alfter

In Alfter gab es nach Angaben von Wehrsprecher Michael Hesse keine Vorkommnisse in Zusammenhang mit Starkregen oder Hochwasser.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort
„Wir haben viel Glück gehabt“
Wetterexperte Karsten Brandt zu Starkregen „Wir haben viel Glück gehabt“