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Die Folgen der Flut in Swisttal: Überschwemmungsgebiete geplant

Die Folgen der Flut in Swisttal : Wann werden Überschwemmungsgebiete definiert?

Können alle zerstörten Häuser in Swisttal wiederaufgebaut werden? Das hängt auch davon ab, wo Überschwemmungsgebiete ausgewiesen werden. Das ist aber noch nicht passiert, und die Politik macht Druck.

Mit Nachdruck fordert die Swisttaler Kommunalpolitik die Beschleunigung des Verfahrens zur Berechnung und Festsetzung der Überschwemmungsgebiete in der Gemeinde. Mindestens sollen die Verantwortlichen ein Zeitfenster nennen. Petra Kalkbrenner soll diese Forderung gegenüber der Bezirksregierung Köln und dem Land NRW weiter eindringlich unterstreichen. Darin waren sich die Fraktionen in der Sitzung des Bau-, Vergabe- und Denkmalschutzausschusses einig.

„Die Betroffenen brauchen dringend Transparenz und Perspektiven. Betroffene und Gemeinde hängen in der Luft“, sagte Paul Adams (SPD). „Wir müssen Druck aufbauen gegenüber der Bezirksregierung, dass wir zügigste Bearbeitung im Interesse aller erwarten“, betonte Björn Zimmer (FDP). Die Bearbeitung müsse „unbedingt beschleunigt werden, denn wir müssen für den Wiederaufbau Ergebnisse haben“, sagte Werner Hahnenberg (CDU).

Flutopfer warten darauf, Häuser wieder aufzubauen

 Dabei waren sich die Fraktionen mit Karl-Heinz Peters (SPD) einig, dass die Bürgermeisterin „alles tut, was machbar ist“, aber die Bezirksregierung ihre Arbeit beschleunigen müsse. Wenn es denn an Personal mangele, so Sozialdemokrat Wolfram Piorr, müsse die Landesregierung in die Pflicht genommen werden, die Bezirksregierung personell zu unterstützen. Auch die Bezirksregierung wisse, dass die Flut die „größte Naturkatastrophe der Nachkriegszeit in der Region“ gewesen sei, betonte der Ausschussvorsitzende Manfred Lütz (CDU).

Den Betroffenen riet er, Bauvoranfragen für ihre Wiederaufbaupläne an die Gemeinde zu richten, die dann entsprechend geprüft und bewertet würden. Die SPD-Fraktion forderte die Bürgermeisterin auf, „schnell mit dem Landrat als Chef von Bauaufsicht und Unterer Wasserbehörde des Rhein-Sieg-Kreises zu klären, wie verfahrenstechnisch mit entsprechenden Bauanträgen umgegangen werden soll“. Es brauche Transparenz für die Betroffenen und Tempo.

Was mit der Steinbachtalsperre passieren soll

Bürgermeisterin Kalkbrenner hatte im Ausschuss von ihren Gesprächen mit der Bezirksregierung Köln in Sachen Überschwemmungsgebiete berichtet. „Das Dilemma an sich“ sei, dass die Neuberechnung 25 Gewässer betreffe, so Kalkbrenner. Die notwendige zweidimensionale Berechnung sei sehr aufwendig und könne nur durch spezialisierte Ingenieurbüros durchgeführt werden.

Wie Johanna Bienentreu (Grüne) sagte, dürften sich die Berechnungen nicht allein auf die Gewässer beziehen, auch das Wasser von den Flächen müsse berücksichtigt werden. Für die Zukunft der Steinbachtalsperre seien fundierte Überlegungen notwendig und keine Schnellschüsse, sagte wiederum Kalkbrenner. Auch in dieser Sache habe der Hochwasserschutz Priorität.